Von modernen Politikern erwarte ich, dass sie engagiert und resilient sind. Irgendwann taumeln sie erschöpft in einen politischen Burnout oder Ruhestand. Dann ist zumeist überfällig, dass sie sich erholen dürfen. Das gilt jetzt für Jens Spahn. Endlich, wenn auch überraschend etwas plötzlich, darf er sich so auch von all seinen Kritikern erholen, von Typen wie von mir.
Natürlich gilt das auch umgekehrt, dass ich mich jetzt von allem erholen darf, was mir Jens Spahn in den letzten Jahren politisch zugemutet hat. Eine positive Entwicklung ist jederzeit möglich. So hatte mich bei Alexander Dobrindt auch vieles politisch gestört. Aber als ein für Zivilschutz seit 1964 engagierter Interessent (manchmal Experte genannt) finde ich vieles toll, was er jetzt bewirkt. Dabei ist der Kontext mit all der zugehörigen „Kriegstüchtigkeit“ nicht einfach, aber Minister Alexander Dobrindt geht vorsichtig und diplomatisch damit um.
Jede/r weiß, Jens Spahn hat es momentan nicht leicht. Was für Empfehlungen könnten fair und angemessen sein? Ich empfehle ihm drei Bücher:
- Erst mal für echte (weit mehr als politische) Entspannung: Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts.
- Dann ein Hauch Selbstbesinnung durch ein juristisches Handbuch für Wiedergutmachung wegen krassen Staatsausgaben, die er verschuldet hat. Dabei bitte ein Handbuch, das von KI ein ordentliches Update bekommen hat in Richtung: Was könnte und sollte Wiedergutmachung eigentlich sein?
- Schließlich etwas Abstand gewinnen, mit Daniel Defoe: Robinson Crusoe. Also zur Erholung möglichst weit weg von seinem Umgang mit den Menschenrechten, die doch für fast alle so schwer einzuhalten sind. Da geht es um Anstand und bei Konflikten um Verhältnismäßigkeit.
Wobei, mal ehrlich (sage ich zu mir …), will ich selbst da Jens Spahn weit weg von mir haben? Und traue ich ihm echte Reue zu? Vielleicht würde er sogar die von ihm bewirkten Staatsschulden gerne zurückzahlen, aber das wäre privat kaum möglich. Immerhin, da gibt es in den USA eine Art Verein „Longevity“ (langes Leben), und dort versucht sogar Mitglied Bryan Johnson, un-tierisch ernst, den Tod zu vermeiden. Dafür hat er Tag für Tag über hundert medizinische Tabletten eingenommen, um sämtliche Krankheitsrisiken zu beseitigen. Aber nun ist er kränker als je zuvor. Da will er nun wenigstens durch einen eigenen Klon „überleben“, durch den in einem Reagenzglas für ihn sozusagen „frische Organe“ hergestellt werden sollen.
Ein ehrgeiziger Politiker könnte Verbotenes wagen und „ausgewachsene“ Klone bekommen, vielleicht über Leihmütter. Für Jens Spahn ist dies gewiss kein Thema, denn auch ein Dutzend eigene Klone würden nicht reichen, um die volle Summe des von ihm verursachten Schadens an den Staat zurück zu zahlen. Es wäre nicht mal sicher, dass alle seine Klone als Wähler für die CDU stimmen.
Als Wähler meine ich, man soll Jens Spahn jetzt in Ruhe lassen. Er wird sich um seine Familie kümmern. Das Menschenrecht von Sohn Georg ist, sanft und realistisch in diese Welt eingeführt zu werden. Milliarden von Kindern weltweit haben ebenso dieses Recht, jedoch mit wenig Aussicht auf Erfolg. Jens Spahn braucht eine neue Aufgabe. Er hat das Potenzial, Politikern in allen Staaten der UNO nahe zu bringen, was Menschenrechte wirklich bedeuten, was sie bewirken sollten und wie sie zielführend zu beachten sind.
Bildquelle: Wikipedia, User „ich“, CC BY-SA-3.0











