Schranke

FLIEGENDE SCHRANKEN AM KÖLN BONN AIRPORT  

 

Der Flughafen Köln/Bonn zeigt sich jetzt sehr innovativ – allerdings nicht beim Fliegen, sondern beim Parken. Wer sich etwa zu einem Abflug durch seine Frau oder seinen Fahrer zum Flughafengebäude bringen lässt, der muss mit dem Auto durch eine Schranke. Zum Auftakt bretterten mehrere Autofahrer gleich durch diese Airportschranken. Deshalb hat die Flughafenleitung diese Schranken optisch aufgepeppt, damit solche Durchbrüche der Barrieren sich nicht wiederholen. Der Ersatz einer neuen Schranke kostete 200 € und musste von den Unfallverursachern bezahlt werden.

Wer ohne solche Schwierigkeiten die Schranke mit seinem Fahrzeug überwindet, um Flugreisende abzuliefern oder abzuholen, kann dann an den Terminal-Gebäuden vorfahren und 10 Minuten gebührenfrei parken. Im Normalfall mag diese Zeit ausreichen. Wer allerdings 15 Minuten für das Aus- oder Einsteigen an Parkzeit benötigt, wird mit 5 € zur Kasse gebeten. Bis zu 30 Minuten Parkzeit kosten gar 12 €.

Solche Regelungen mögen den Autoverkehr rund um den Flughafen verflüssigen. Bei der Anfahrt für den Transport von Flugpassagieren lässt sich die Zeitvorgabe auch bestens einhalten. Doch beim Abholen von Flugreisenden wird es wohl in der Regel schwieriger. Denn die real gemachten Erfahrungen der letzten Jahre machen deutlich, dass nicht alles nach Flugplan läuft. Da landen Maschinen zwar recht pünktlich, doch die Suche nach der Parkposition für das Flugzeug und/oder das Anstellen einer Treppe für den Ausstieg der Passagiere dauert nicht selten 15 bis 30 Minuten. Oder bei nicht wenigen Flügen ergibt sich eine saftige Verspätung bei der Ankunft auf dem Rollfeld Köln/Bonn. Für den Abholer, der mit seinem PKW auf die Passagiere oft genug länger warten muss, sind dann saftige Parkgebühren fällig.

Diese Kosten können leicht 12, 24 € oder noch mehr erreichen. Mit jeder Verzögerung und Verspätung im Flugverkehr klingelt es kräftig in der Kasse des Flughafens. Denn wer nicht sofort zahlt, kommt nicht mehr durch die Ausfahrtsschranke. Und für die unfreiwillige Wartezeit trägt schließlich niemand die Verantwortung – weder die Fluglinie noch der Flughafenbetreiber. Aus dieser ungeplanten Geiselhaft am Flughafen Konrad Adenauer kann man sich letztlich nur mit barer Münze herauskaufen. Honi soit qui mal y pense, so steht es auf dem englischen Hosenbandorden: Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Das neue Verkehrskonzept am Köln Bonn Airport ist gewiss von vielen Schelmen erfunden worden.

Bildquelle: Wikimedia, gemeinfrei

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Friedhelm Ost

leitete die ZDF Wirtschaftsredaktion, bevor er unter Helmut Kohl Regierungssprecher und schließlich CDU-Abgeordneter im Bundestag wurde. Heute ist Ost weiter als Journalist und in der Politik- und Wirtschaftsberatung tätig.


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