Infernalisch. Aus Angst vor Gesichts-Verlust über Leichen gehen.

Ab jetzt wird es noch zügiger veranstaltet werden, der sinnlose Untergang, die irrsinnigen Potentaten brauchen ihr finales Feuerwerk. Die Gamer in Beweisnot; „erweiterter Selbstmord“, so nennt sich das in der Psychotherapie bei durchknallenden Familienvätern.
Ach, meine ratlosen Zeitgenossen, ich kann diese ganze Gewalt, diese unendlich sich steigernden Bedrohungen, die Leute, die fliehen, das so genannte nackte Überleben, all diese Kinder in den Lagern, im Schlamm, im Dreck, im Elend, ihre mal von Entsetzen aufgerissenen Augen, oder ihr müder Blick ins Leere – ich weiß nicht wohin mit meinem haltloser werdenden Horror.

Es läuft dermaßen eigendynamisch ab, diese Impuls gesteuerten Inszenierungen, global und technisch perfektioniert: erst hat Hollywood es vorgemacht, dann jetzt nur noch Katzenvideos , süßlichste Schlager und splatter ohne Ende.

Für jeden Menschen, der im Krieg und Terror stirbt, ist die Welt untergegangen, für Jeden.
Und die Profit gierigen Angriffe auf die Restnatur – höllische Feuer und viel Sintflut, wenig Arche.

Bildquelle:Wikipedia, Chris Morrow, CC BY-SA 4.0

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Marianne Bäumler

Die Theater-, Film- und Literaturkritikerin schreibt für diverse Zeitungen und arbeitet für den öffentlich rechtlichen Rundfunk. Sie promovierte über Erich Kästner, lehrte an der Universität Marburg, arbeitete als Dramaturgin und machte Dokumentarfilme für den WDR und andere ARD-Sender.


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