Kurze Hosen

Und so’was findet man(n) schön?

Über Schönheitsideale kann man trefflich streiten. Ein Blick auf jedes auch nur etwas ältere Erinnerungsfoto wird manch eine*m Leser*in angesichts des eigenen An- und Aufzugs die Schamesröte ins Gesicht treiben. Schönheitsideale ändern sich ständig. Dank der „Selfie“-Allgegenwärtigkeit wird das vielleicht schneller sichtbar als zur grauen Vorzeit nur selten hervorgeholter Fotoalben oder Diasammlungen. Das tröstet, weil es die Hoffnung auf bessere Zeiten lebendig hält.

Obwohl: mit dem Klimawandel und jedem weiteren Rekordsommer dürfte die Aussicht auf bedeckte Männerbeine in halbwegs ansehnlichem Schuhwerk weiter schwinden; die auf männliche Achselhaare an schlappen Oberarmen dank vollends ärmelloser T-, oder Muskel-Shirts (letztere eine Abart alter Feinrippunterhemden) hingegen steigen. Nicht, dass das andere Extrem, bei dem die Hemden über definierten Männerbrüsten und bis zur Verdopplung ihres Umfangs auftrainierten Oberarmen schier zu platzen drohen, unbedingt erfreulicher aussieht. Auch hier wäre etwas mehr Stoff eine Wohltat für die Umwelt.

Blog-der-Republik – Stilkritik hat einen Blick geworfen darauf, was heutzutage als gut aussehende Männerkleidung im Sommer gilt. Wir haben uns auf die Beinkleider konzentriert.

Sehen Sie also selbst, ob Ihnen die kleine Bildergalerie gefällt oder doch eher zu denken gibt.

Übrigens: In einer Umfrage war zu lesen, dass junge Frauen kaum noch Wert legen würden auf gut angezogene Männer. Einsamkeit müssen kurz behoste Heteros da wohl nicht fürchten. Ein schwerer Schlag für die auf Besserung des Kleidungsstils Hoffenden.

Ob diese Gleichgültigkeit gegenüber vermeidbarer Nachlässigkeit, die ja auch eine Form von Rücksichtslosigkeit ist, auch für Menschen anderer sexueller Orientierung gilt, wurde nicht gefragt.

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Wolfgang Wiemer

Politologe i.R.; arbeitete als politischer Referent, Büroleiter, Pressechef des Deutschen Bundestages und in der Parlamentsverwaltung; lebt in Bonn


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