World Trade Center 9/11

Kritik an Daniele Gansers Vortrag : Medial vermittelte Feindbilder und die Anschläge vom 11. September 2001

Dr. Daniele Ganser, Schweizer Historiker, Energie- und Friedensforscher und Leiter des Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER), befasst sich mit so wichtigen Themen wie der Aufdeckung von Kriegspropaganda und der Analyse von Gewalteskalationsvorgängen.

Um so bedauerlicher, dass er in seinen Vorträgen nicht immer wahrheitsgetreu argumentiert. Auf einer Veranstaltung am 15.12.2014 in Tübingen führte er sein Publikum im Hinblick auf den Einsturz eines World Trade Center-Gebäudes in New York am 11. September 2001 an der Nase herum.

Mit dem WTC-7 war infolge des Terroranschlags noch ein weiteres Hochhaus kollabiert, das im Gegensatz zu den Zwillingstürmen nicht von einem Flugzeug getroffen worden war. In den offiziellen Berichten wird dieser Einsturz mit einem Brandschaden erklärt. Ganser versucht die Glaubwürdigkeit dieser Analyse zu erschüttern, ohne sich explizit auf eine andere Hypothese festzulegen. Doch dabei wendet er fragwürdige Methoden an:

  • Zu Beginn hält er sich lange mit der Frage auf, warum der Einsturz des WTC-7 im 9/11 Commission Report nicht erwähnt wird. Der Zuhörer soll den Eindruck gewinnen, dies sei ein erstes Indiz für Unstimmigkeiten.
  • Ganser zeigt in seinem Vortrag Ausschnitte eines Videos, auf denen scheinbar zu sehen ist, wie das WTC-7 vollkommen symmetrisch einstürzt. Das wäre unvereinbar mit der Analyse des NIST (National Institute of Standards and Technology), wonach der Einsturz auf der Ostseite begann.
    Ganser behauptet außerdem, das Gebäude sei im freien Fall eingestürzt.
    Er will die Zuhörer glauben machen, die offizielle Einsturzanalyse sei in wesentlichen Punkten offensichtlich falsch.
  • Ganser beharrt darauf, der Besitzer des WTC-7 habe selbst eine Sprengung des Gebäudes vorgeschlagen.
  • In einem Video lässt Ganser eine Reihe angeblicher Experten zu Wort kommen, denen zufolge ein Stahlskelett-Gebäude mit Feuer grundsätzlich nicht zum Einsturz gebracht werden kann.

Diese Behauptungen sind nachweislich falsch.

  • Einen kleinen Irrtum der BBC nutzt er, um den Verdacht einer Medienmanipulation zu schüren.

Es folgt eine Transkription des WTC-7-relevanten Teils seines Vortrags. Kommentare sind gerahmt und eingerückt. Der Text beginnt bei 56:06 min:

Ganser: „Wie kommen wir der ganzen Sache auf die Schliche?
Wir müssen die Gebäude anschauen, ja? Und da ist die offizielle Geschichte:
Ein Flugzeug ging in den Nordturm, und der stürzt zusammen.
Ein Flugzeug ging in den Südturm, der stürzt zusammen.
Das ist 9/11 for almost everybody: Flugzeug, Flugzeug, Turm, Turm. Das war’s. Das ist 9/11.

Im Hintergrund gibt es ein drittes Gebäude, das auch zusammengestürzt ist an diesem Tag, das World Trade Center7, aber in das ist kein Flugzeug reingeflogen.

Das heißt: Wir haben Flugzeug, Flugzeug – Turm, Turm, Turm.“

[Gelächter]

„Das ist ja ’ne Feinheit, ja: Drei Türme, zwei Flugzeuge. Das ist eine kleine Differenz, ja, und mit dem müssen wir uns jetzt herumschlagen. Und das ist gar nicht so einfach.
Dass dieses Gebäude zusammengestürzt ist, ist erwiesen.“

[Im Hintergrund wird das WTC-7-Gebäude an die Wand projiziert]

„Das ist das Gebäude. Es geht runter um 20 nach 5. Und wir in der Forschung haben bis 2004 gewartet, als der 9/11 Commission Report publiziert wurde.“

Ganser muss sich fragen lassen, warum er angeblich auf einen Bericht gewartet hatte, der die von ihm gesuchte Information nie enthalten sollte. Der 9/11 Commission Report befasst sich nicht mit technischen Details (wie z.B. dem genauen Ablauf der Hochhauseinstürze), sondern mit Organisation und Ablauf der Terroranschläge insgesamt:
„The … 9-11 Commission … is chartered to prepare a full and complete account of the circumstances surrounding the September 11, 2001 terrorist attacks, including preparedness for and the immediate response to the attacks. The Commission is also mandated to provide recommendations designed to guard against future attacks.“

Beim Einsturz des WTC-7 handelte es sich aus Sicht der 9-11 Commission um einen vergleichsweise unbedeutenden Kollateralschaden, bei dem niemand verletzt oder getötet worden war. Dass dieses Ereignis im 9/11 Commission Report noch nicht einmal erwähnt wird, ist so gut wie bedeutungslos.

Eine detaillierte Analyse der wahrscheinlichen Einsturzursachen der WTC-Hochhäuser war Auftrag der NIST World Trade Center Investigation. Diese Untersuchung begann 2002. Der Bericht zum WTC-7 erschien 2008: „Final Report on the Collapse of World Trade Center Building 7, Federal Building and Fire Safety Investigation of the World Trade Center Disaster„.

Ganser beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem 11. September 2001. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass er wirklich nicht weiß, welche Dokumente welche Informationen enthalten.

„Den hat Präsident Bush publiziert, hat die Hand drauf gehalten und hat gesagt: „It’s the truth.“ Das hat uns natürlich sofort skeptisch gemacht, …“

[Gelächter]

„…und dann haben wir den mal genau durchgelesen, ja, und haben uns gefragt: Wie wird der Einsturz von diesem dritten Gebäude erklärt, wo kein Flieger rein ist? Und das wird ganz elegant gelöst: Das Gebäude wird nicht erwähnt.“

Mit der Formulierung, die 9-11 Commission habe eine „elegante Lösung“ gewählt, unterstellt Ganser ihr die Absicht, nicht die ganze Wahrheit zu sagen. Um diesem Vorwurf wenigstens den Anschein einer Begründung zu geben, muss er zu einem Trick greifen und die angeblich fehlende Information im falschen Dokument suchen. Der Trick funktioniert, weil das Publikum nicht weiß, dass der Einsturz der Zwillingstürme im 9/11 Commission Report auch nicht „erklärt“, sondern bloß erwähnt wird. Technische Analysen finden sich, wie gesagt, in den Berichten des NIST.

. [Gelächter]

„Es wird nicht erwähnt. Das heißt, sie haben im offiziellen Bericht zu den Terroranschlägen einen groben Fehler. Es fehlt ein Gebäude. Und das geht nicht! Da kann man nicht sagen: Nun gut, harter Tag, zwei oder drei Gebäude …“

[Gelächter]

„Ja, nein. Nein. Ja sehen Sie: Wir haben es jetzt lustig zusammen, aber Sie müssen verstehen: Das ist die Basis für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Verstehen Sie überhaupt? Und verstehen Sie Ihre Medien, die Sie immer konsumieren? Darf ich kurz fragen: Wem ist es klar, dass dieses dritte Gebäude eingestürzt ist, hier im Raum? Wer hat das noch nie gehört? Ok. Ich war damals an der ETH Zürich und habe mit Baustatikern gesprochen, und die haben gesagt: „Nach meiner Meinung ist das Gebäude WTC7 mit großer Wahrscheinlichkeit fachgerecht gesprengt worden.“ Und da habe ich gesagt: Das ist nicht gut. Wir haben keine Sprengung an 9/11. Da haben sie gesagt: „Doch. Also da ist kein Flieger rein, bist Du sicher?“ Da habe ich gesagt: Ja, da ist kein Flieger rein. Und da haben die mir gesagt: „Sie müssen diese Ecken anschauen. Diese Ecke, diese Ecke, diese Ecke, und dann diese Bewegung.“

[Ganser zeigt auf die Ecken des WTC-7-Gebäudes]

„Ich mach‘ jetzt hin und her, so war es nicht, aber das sind die entscheidenden Sekunden von 9/11, und an dem schlagen sich jetzt die Forscher die Köpfe ein. Weil das war entweder Sprengung oder Feuer. Es gibt nur diese zwei Möglichkeiten. Und wenn man lange darüber nachdenkt, wird es immer anstrengender.“

Wer lange darüber nachdenkt, für den wird es schließlich ganz einfach: Ein Sprengstoff ohne Explosionsgeräusche wurde nämlich noch nicht erfunden. Doch auf keiner einzigen Videoaufnahme ist ein Geräusch zu hören, das auch nur annähernd dem einer Explosion gleicht. Schon aus diesem Grund kann eine Explosion nicht die Ursache des Einsturzes gewesen sein. Die Behauptung, dass „die Forscher sich die Köpfe einschlagen“, ist übrigens auch falsch. Die Zahl der zweifelnden Wissenschaftler ist in Wahrheit unbedeutend.

„Ich hab‘ noch einen zweiten Baustatiker gefragt, und der hat mir auch gesagt: Gesprengt. Er hat gesagt: Hier gibt es über 80 senkrechte Stahlsäulen, und damit die Symmetrie des Gebäudes so runterkommt, müssen die gleichzeitig weg.“

Ganser hatte den beiden Baustatikern wahrscheinlich dieselben irreführenden Bilder und Aufnahmen gezeigt, die er auch dem Publikum in Tübingen präsentierte.

Stets beschränkt er sich auf wenige, sorgfältig ausgewählte Ausschnitte einer Videoaufnahme:

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Das Publikum soll glauben, das Gebäude sei symmetrisch eingestürzt.

Ganser unterschlägt die ersten Sekunden des Einsturzes, die das Gegenteil beweisen (z.B. in dieser Aufnahme zu sehen ab 02:10 min). Deutlich ist zu erkennen, wie auf dem Dach des Gebäudes zuerst das Penthouse auf der Ostseite kollabiert:

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Ein Blick auf das Dach erlaubt, die Bedeutung dieses Teileinsturzes für das Gesamtgebäude einzuschätzen:

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Ab 03:25 min dieses Videos lässt sich zudem beobachten, wie auf der Ostseite des Gebäudes Fenster herausspringen. Grund sind die kollabierenden Etagenböden. Zuerst begann, von Osten nach Westen fortschreitend, der Gebäudekern einzustürzen, der den größten Teil der Gebäudemasse ausmachte. Die (mit eigenen Stützsäulen versehene) Außenwand blieb zunächst noch für einige Sekunden aufrecht stehen.

Diese Beobachtungen stimmen mit dem Untersuchungsbericht des NIST überein:

* Sufficient breakdown of the connections and/or beams resulted in loss of lateral support and buckling of at least one of the critical columns supporting the large-span floor bay on the eastern side of the building on or below floor 13. This was the initiating event of the collapse.
* The initial local failure progressed upward to the east penthouse. As the large floor bays became unable to redistribute the loads, the interior structure below the east penthouse collapsed into WTC 7.
* Triggered by damage due to falling debris and loss of lateral support to interior columns, the failure progressed westward in the region of floor 7 through 14, where the floors had been weakened by fires. This ultimately resulted in the collapse of the entire structure.

Gansers Behauptung, das WTC-7 sei symmetrisch eingestürzt, trifft nur für die bereits weitgehend entkernte Außenfassade zu. Damit entfallen alle aus der behaupteten Symmetrie des Einsturzes abgeleiteten Schlussfolgerungen.

Sollte Ganser über den tatsächlichen Einsturzverlauf nach so vielen Jahren nicht bestens informiert sein?

„Die andere Geschichte ist, dass Larry Silverstein, der Besitzer des Gebäudes, selber gesagt hat: We had to pull it: „I remember getting a call from the fire department commander, telling me that they were not sure they were gonna be able to contain the fire, and I said, ‚We’ve had such terrible loss of life, maybe the smartest thing to do is pull it.‘ And they made that decision to pull and then we watched the building collapse.“ Sagt er über WTC7. „To pull it“ heißt übersetzt „es zu sprengen“. Silverstein hat dann später gesagt, Nein, „to pull the firemen out“ hat er eigentlich gemeint.“

[Gelächter]

„Am besten Sie rufen ihn an und klären das mit ihm persönlich.“

[Gelächter]

Betrachtet man die zitierte Äußerung im Kontext, so wird offensichtlich, dass Ganser die einzig plausible Interpretation von Silversteins Worten ins Lächerliche zu ziehen versucht:

„The conspiracy theorists (hereafter referred to as „CTs“) believe that Silverstein was ordering the FDNY to demolish, or to allow to be demolished, building 7. He said:
„…and I said, ‚We’ve had such terrible loss of life, maybe the smartest thing to do is pull it.'“
Let’s use some logic. Was Silverstein saying,
„We’ve had such terrible loss of life that it would be wise to blow up my building,“ or was he saying,
„We’ve had such terrible loss of life that it would be wise to withdraw firefighters to prevent further loss of life“?
Be honest, CTs. Which statement makes sense, and which is completely absurd?“

Ist Ganser wirklich noch nie darauf hingewiesen worden, in welchem Zusammenhang Silverstein die Worte „to pull“ aussprach?

„Die Sache ist die: Jeder ist bei 9/11 herausgefordert, selber zu denken.
Die zweite Geschichte: Entweder es ist Sprengung oder Feuer.
Es gab ein Feuer in diesem Gebäude. Und da kann ich es Ihnen auch nicht aufschlüsseln. Es war wirklich entweder Feuer oder Sprengung, aber achten Sie darauf, dass an dieser Frage Ihr Weltbild hängt. Es ist nicht was Kleines.“

„2008 kam dann die Untersuchung vom NIST, das ist das National Institute for Standards and Technology, und die haben gesagt, das Feuer hat das Gebäude zum Einsturz gebracht. Es wurde nicht gesprengt. OK, aber dazu müssen wir wissen: Das NIST ist eine Abteilung der Regierung. Und wenn die gesagt hätte, es wurde gesprengt, hätten sie es auch der Regierung dann erklären müssen. Und dann kommt man in ein Labyrinth von Fragen, ja. Feuer, Sprengung, Feuer, Sprengung. Ich möchte sie da drin entlassen. Feuer, Sprengung, Feuer, Sprengung.

Denken Sie darüber nach: Das ist das Gebäude mit den Stahlsäulen. Die Säule 79, es sind insgesamt 81 senkrechte Stahlsäulen, gemäß NIST wurde die Säule 79 destabilisiert durch ein Feuer, und das hat zum symmetrischen, freien Fall des Gebäudes geführt.“

[Gelächter und Beifall]

Das Publikum staunt: „Nur eine von 81 Säulen wurde destabilisiert, und dann soll das ganze Hochhaus symmetrisch zusammengefallen sein?!“

Doch das Gelächter lässt sich aus der Sache heraus nicht begründen. Es beruht auf schlichter Unkenntnis, wie die folgende Grafik aus dem NIST-Bericht zeigt:

paln1

Ganser verschweigt, von welch entscheidender Bedeutung die Säulen 79 bis 81 für die Stabilität des Gebäudes waren: „From the 7th floor to the 47th floor, WTC 7 was supported by 24 interior columns and 58 perimeter columns (numbered 1 through 57, plus 14A, which was located near the south end of the west face) (Figure 1–5). Twenty-one of the interior columns (numbered 58 through 78) formed a rectangular building core, which was offset toward the west of the building. The remaining three interior columns (79, 80, and 81) were particularly large, as they provided support for the long floor spans on the east side of the building.

(Zitat aus dem vorläufigen NIST-Bericht vom August 2008. Die Hervorhebungen wurden nachträglich hinzugefügt.)

Die Säulen konnten ihre Last nur tragen, solange sie daran gehindert wurden, zur Seite wegzuknicken. Dazu mussten sie über die gesamte Höhe des Gebäudes hinweg in regelmäßigen Abständen horizontal fixiert werden. Das Versagen der seitlichen Führung aufgrund von Hitzeschäden hatte katastrophale Folgen:

„The floor failures left Column 79 laterally unsupported and it buckled, which was quickly followed by the buckling of Columns 80 and 81. The buckling of Column 79 was the initiating event that led to the collapse of WTC 7, not the floor failures. If Column 79 had not buckled, due to a larger section or bracing, for instance, the floor failures would not have been sufficient to initiate a progression of failure that would result in global collapse.“ Quelle: NIST-Abschlussbericht.

Ganser belässt es nicht dabei, seine Zuhörer durch lückenhafte Information in die Irre zu führen. Er verbreitet auch noch das Gerücht, das gesamte Gebäude sei wie im freien Fall eingestürzt. (Diese Frage ist wichtig, weil freier Fall physikalisch unmöglich ist, wenn ein Teil der Fallenergie in Zerstörungsarbeit umgesetzt werden muss.)

Auch das stimmt nicht, wie ein Zitat aus dem NIST-Bericht zeigt: „As noted above, the collapse time was approximately 40 percent longer than that of free fall for the first 18 stories of descent.“

Dazu steht nicht im Widerspruch, dass Analysen von Videoaufnahmen zufolge die Außenwand während des Einsturzes für einige Sekunden tatsächlich eine Beschleunigung wie im freien Fall erreichte. Denn dafür gibt es eine einfache Erklärung: Auf den Videos ist ja nur die Außenfassade zu sehen. Der Einsturz des Gebäudeinneren hatte aber schon einige Sekunden zuvor begonnen. Auf dem Weg nach unten rissen die Etagen die Fassade mit sich, so dass diese vorübergehend wie im freien Fall kollabierte. Dass der Gebäudekern zuerst einzustürzen begann, während die Außenwand noch für einige Sekunden aufrecht stehen blieb, ist zum Verständnis des gesamten Einsturzvorgangs wichtig. Von Ganser erfährt das Publikum darüber nichts – und dies wirklich nur, weil er es nicht besser weiß?

„So nahe waren Sie der Sache noch nie.“

[Gelächter]

„Aber da müssen Sie alleine durch. Denn ab jetzt sind Sie Verschwörungstheoretiker/in, wenn Sie sich fragen, was ist denn da überhaupt passiert. Aber, ich hab‘ mit vielen Menschen gesprochen: Betonstahl sollte bei Feuer nicht einstürzen.“

 

Danach folgt ein Video, in denen mehrere angebliche Experten versichern, ein Stahlgebäude könne durch Feuer gar nicht zum Einsturz gebracht werden, und dies sei auch noch nie passiert. Das entspricht ebenfalls nicht der Wahrheit :

Contrary to popular belief September 11, 2001 was not the first time a steel framed building collapsed due to fire. Though the examples below are not high rise buildings, they make the point that fire alone can collapse a steel structure. …
As an example of the damaging effect of fire on steel, in 1967, the original heavy steel-constructed McCormick Place exhibition hall in Chicago collapsed only 30 minutes after the start of a small electrical fire. …
Part of a floor of an unprotected steel frame building collapsed in Brackenridge, Pennsylvania on, December 20, 1991, Killing 4 volunteer firemen …
Part of the roof of a steel framed school in Virginia collapsed about 20 minutes after fire broke out.“

 

Ein zentrales Element des vom NIST für wahrscheinlich erklärten Schadensverlaufs wurde zudem bereits bei einem anderen Gebäudebrand beobachtet:

„One New York Plaza
On August 5, 1970, fire broke out on the 33rd floor of One New York Plaza, a 50 story office building in New York City (Powers 1970). Fire spread to the 34th floor and then to the 35th floor. Damage to the structural steel was reported on the 33rd 34th floors. The official report on the fire, conducted by The New York Board of Fire Underwriters (Powers 1970), stated, “Steel beams in the south corner and west center section of the 33rd floor were twisted or deflected several inches and the connecting bolts sheared off or failed allowing the beams in some sections to rest on the flange of the girder.” “Beams [on the 34th floor] were severely deflected and distorted and the most severe structural damage occurred in the west section of this floor.” While there were no floor collapses in this case, there were connection failures, and deflection and distortion of floor beams.“

Brandschäden haben also an realen Gebäuden zum Versagen von Befestigungselementen („Connection failures“) geführt. Daher ist es plausibel, dies als Ausgangspunkt einer Versagenskette anzunehmen.

Kann es wirklich sein, dass Ganser dies einfach nicht weiß?

„Und auch nicht im freien Fall. Und das ist ein ganz, ganz heißes Eisen und das wird nicht weggehen. Denken Sie nicht, in zehn Jahren wird das niemanden mehr interessieren, im Gegenteil.“ …

„Wenn es wirklich, und da halte ich mich zurück, ich bin ja einfach ein Schweizer Historiker, wenn es wirklich so ist, dass eine Sprengung vorliegt, bei WTC-7 an 9/11, dann müssen wir nochmal über die Bücher.“

„… dann müssen wir nochmal über die Bücher.“

Das ist Daniele Gansers eigentliche Botschaft. Dieses Publikum glaubte ihm, obwohl kein einziges seiner Argumente einer Überprüfung standhält.

[ … BBC World hat darüber berichtet, Jane Stanley ist die Journalistin, aber die haben zu früh berichtet. Ja, ist so. Die haben um 5 Uhr berichtet und das Gebäude fiel um 20 nach 5. Und das ist auch nicht gut, weil wir Historiker sind sehr konservativ. Wir haben eine Regel, die heißt, zuerst das Ereignis, dann der Bericht. Ja! Wenn das vertauscht wird, dann werden wir misstrauisch.]

„Wir haben eine Regel, die heißt, zuerst das Ereignis, dann der Bericht … Wenn das vertauscht wird, dann werden wir misstrauisch. „

Für diese Pointe zahlt Ganser einen hohen Preis: Er muss eine vollkommen sinnlose These in seinen Vortrag aufnehmen. Ganser lässt das Publikum glauben, der Einsturz des Gebäudes sei bewusst herbeigeführt und die BBC hierüber kurz vor Eintritt des Ereignisses informiert worden.

Das ergibt überhaupt keinen Sinn:
* Sollte auf diese Weise die Öffentlichkeit informiert werden? Das hätten die Reporter nach dem Einsturz doch ohnehin getan.
* Oder soll sich dahinter eine Informationspanne verbergen, eine undichte Stelle, eine versehentliche Indiskretion? Das würde bedeuten, dass bis auf dieses eine Detail der gesamte Ablauf der vermeintlichen Sprengung geheim gehalten werden konnte. Kein Beteiligter hat sich jemals verraten, über Vorbereitung und Durchführung ist bis heute absolut nichts bekannt geworden. Nur und ausschließlich der BBC ist versehentlich 20 Minuten zu früh eine Nachricht zugeleitet worden? Das ist absurd.

Dabei gibt es auch für diese scheinbare Anomalie eine plausible Erklärung. Dazu genügt ein kurzer Blick auf die Chronologie der Ereignisse: „As early as 11:30 a.m., FDNY found that there was no water supplied by the hydrant system to fight the fires that were visible. With the collapses of the towers fresh in their minds, there was concern that WTC 7 too might collapse, risking the lives of additional firefighters. Within the next two hours, serious discussions were underway regarding the cessation of any efforts to save WTC 7, and the final order to cease was given at about 2:30 p.m. The Con Edison substation was shut down at 4:33 p.m. (NIST NCSTAR 1-9, Chapter 6).“

Der Einsturz des WTC-7 kam also keineswegs überraschend, sondern wurde seit 14:30 Uhr erwartet. Die Medien wie z.B. CNN waren darüber informiert:

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Die BBC hat auf die Vorwürfe geantwortet, indem sie u.a. auf die zeitgleiche Berichterstattung anderer Fernsehanstalten verwies (die Hervorhebung wurde nachträglich hinzugefügt): CNN’s chronology of events published at the time confirms they reported the building on fire and a clip from a CNN bulletin, widely available on the web, hears from a reporter at about 4.15 pm EDT, 9.15pm in the UK, who says: „We’re getting information that one of the other buildings… Building 7… is on fire and has either collapsed or is collapsing… now we’re told there is a fire there and that the building may collapse as well.“ Other American networks were broadcasting similar reports at this time …“

Sie stellt klar: „If we reported the building had collapsed before it had done so, it would have been an error – no more than that. As one of the comments on You Tube says today „so the guy in the studio didn’t quite know what was going on? Woah, that totally proves conspiracy… „“

“ Man darf wohl davon ausgehen, dass Ganser dies alles weiß.

Eigenem Bekunden zufolge stellt er an seine Arbeit hohe Ansprüche. Über seine Doktorprüfung berichtet er: „… ich habe damals einen Eid abgelegt: „.. verspreche ich, die wissenschaftliche Erforschung der Wahrheit immer als eine ernste und notwendige Aufgabe zu betrachten und dieses Ziel, so viel in meinen Kräften steht, zu fördern und bei jeder wissenschaftlichen Tätigkeit stets verantwortungsvoll, gewissenhaft und unparteiisch zu handeln.“

Was Ganser in seinem Vortrag über das WTC-7 sagt, erfüllt dieses Versprechen nicht.

Bildquelle: Wikipedia, NOAA,  Gemeinfrei

 

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Über  

Kai Ruhsert ist ein gelernter Maschinenbauingenieur. Er hat u.a. als technischer Rechercheur bei einem Auto-Zulieferer gearbeitet und einige Jahre ehrenamtlich die Nachdenkseiten unterstützt. Politisch war er auf lokaler Ebene aktiv, trat jedoch aus der SPD aus, als die Partei seiner Meinung nach zu stark in die Mitte rückte