I.
Pew Research Center, als gemeinnützig anerkanntes Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Washington, hat am 25. März 2026 die Ergebnisse einer Umfrage veröffentlicht, wie die Menschen in den USA den Krieg der USA und Israels gegen den Iran sehen.
Die Zahlen zeigen, wie stark Präsident Trump die USA spaltet mit seiner Entscheidung, unter Missachtung des Völkerrechts gemeinsam mit Israel den Iran anzugreifen.
59 Prozent der vom 16. bis 22. März Befragten, repräsentativ für die Bevölkerung in den USA, halten Trumps Entscheidung, Krieg gegen den Iran zu führen, für falsch und 38 Prozent für richtig.
Die Art und Weise, wie der Präsident in den Wochen seit Beginn des Kriegs handelt, lehnen 61 Prozent der Menschen ab, während 37 Prozent damit einverstanden sind.
Das sind bemerkenswerte Zahlen, wenn man bedenkt, wie systematisch und penetrant der Präsident von Anfang an mit sich widersprechenden Begründungen seinen Krieg bis heute zu rechtfertigen versucht.
Schaut man sich die Ergebnisse näher an, stellt man allerdings fest, dass die Dinge nicht so einfach liegen wie die Durchschnittszahlen es nahe legen.
Die Einschätzungen und Einstellungen in der Bevölkerung der USA werden auch in dieser Frage massgeblich davon bestimmt, welcher der beiden grossen Parteien sie unterstützen oder nahestehen. Das sind in der Umfrage zwei fast gleich grosse Gruppen.
88 Prozent der Befragten, die die „Demokraten“ unterstützen oder ihnen nahestehen, halten es für falsch, dass Trump den Krieg gegen den Iran begonnen hat und 69 Prozent lehnen ab, wie der Präsident seither mit dem Konflikt umgeht.
Unter denen, die die „Republikaner“ unterstützen oder ihnen nahestehen, fällt das Bild vollkommen anders aus. 71 Prozent halten Trumps Entscheidung, Krieg gegen den Iran zu führen, für richtig und 69 Prozent unterstützen auch die Art und Weise, wie der Präsident seither mit dem Konflikt umgeht.
So fundamentale Unterschiede zwischen den Anhängerschaften von Parteien sind in den allermeisten Ländern zu einem politisch so wichtigen Thema undenkbar, gäbe es darüber noch so erhitzte Debatten.
II.
Im Lager der „Republikaner“ ist die Unterstützung für Trumps Kriegspolitik also weiter hoch, obwohl für grosse Teile seiner Anhängerschaft sein Versprechen, die USA nicht in neue Kriege zu führen, zentrale Bedeutung hat.
Pew Research Center hat die Zahlen aber noch genauer ausgewertet und stellt deutliche Unterschiede fest zwischen festgelegten „Republikanern“ und Unabhängigen, die den „Republikanern“ nahestehen.
Unter den Nahestehenden (keine Angabe darüber, wie gross diese Gruppe ist) ist der Anteil derer, die Trumps Kriegspolitik unterstützen, deutlich niedriger als in der Kernwählerschaft der „Republikaner“. 52 Prozent unterstützen Trumps Umgang mit dem Konflikt, 45 Prozent lehnen ihn ab.
Besonders starke Unterschiede gibt es bei den „Republikanern“ und Nahestehenden je nach Alter der Befragten. Von den über 65jährigen unterstützen 84 Prozent und von den 50- bis 64jährigen 79 Prozent Trumps Umgang mit dem Konflikt. Bei den 18- bis 29jährigen sind es dagegen 49 Prozent und in der Altersgruppe der 30- bis 49jährigen 60 Prozent.
Im Lager der „Demokraten“ und Nahestehenden gibt es diese Unterschiede nicht.
Die deutlich geringere Unterstützung bei den Jüngeren und bei der mittleren Altersgruppe der „Republikaner“ und Nahestehenden hat politisch nicht das gleiche Gewicht wie die überwältigende Unterstützung Trumps bei den über 50jährigen. Auch in den USA steigt die Wahlbeteiligung mit dem Alter.
Für den Präsidenten problematisch ist, dass 40 Prozent der Amerikaner sagen, der Krieg gegen den Iran mache die USA weniger sicher und nur 22 Prozent, er mache die USA sicherer. Besonders bemerkenswert ist, dass die Auswirkungen auf die gesamte Welt günstiger beurteilt werden: 33 Prozent sehen weniger Sicherheit, 27 Prozent mehr Sicherheit.
III.
Die Ergebnisse dieser Umfrage zeigen die gesellschaftliche Spaltung der USA entlang parteipolitischer Präferenzen. Noch immer hat der Präsident breite Unterstützung im eigenen Lager der „Republikaner“, vor allem in den Altersgruppen, die bei Wahlen entscheidend sind.
Die deutlich geringere Unterstützung bei den Jüngeren und auch bei der mittleren Altersgruppe machen aber deutlich, dass das Lager der „Republikaner“ kein monolithischer Block ist. Es ist zu vermuten, dass die Unterstützung für den Krieg weiter abnehmen wird, je länger er dauert und je schwieriger Vorteile und ein Sieg der USA zu behaupten sein werden.
Deshalb wird der Präsident nach externen Schuldigen suchen, wie er das mit der Beschimpfung europäischer Politiker schon begonnen hat. Als vermeintliches Zeichen der Stärke wird er die Zuverlässigkeit der USA als Führungsmacht der NATO in Frage stellen, was ohnehin seiner aussenpolitischen Grundorientierung entspricht. Mit dem Feindbild der europäischen NATO-Partner, die den USA in der Not nicht helfen, kann er im Lager der „Republikaner“ weiter punkten.












