Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Millionäre allein in Deutschland um rund 11 % auf 1,8 Millionen gestiegen. Ihr Vermögen wurde gar um fast 13 % erhöht auf über 6 Billionen Euro. Diese Zahlen sind im jährlichen World Wealth Report der Unternehmensberatung Capgemini zu finden.
Gute Profite vom Aktienmarkt
Die deutsche Wirtschaft hat im letzten Jahr kein Wachstum aufgewiesen. Trotzdem hat sich das Vermögen der Millionäre hierzulande besser entwickelt als in vielen anderen europäischen Volkswirtschaften. Wichtig war der starke Aktienmarkt, der Aufschwung der Immobilienpreise und die in 2025 nachlassende Inflationsrate.
Rund 25,3 Millionäre gab es im vergangenen Jahr in aller Welt; das sind fast 2 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Ihr Vermögen kletterte um 8,7 % auf 84,4 Billionen Euro. Mit einem Plus von 10,5 % schnitten die Millionäre der asiatisch-pazifischen Region ab – gefolgt von Nordamerika mit 10,5 % und Europa mit 8 %.
USA mit dem größtem Vermögen
Die meisten Millionäre leben in den USA: 8,7 Millionen Menschen zählen zu dieser Gruppe der Millionäre; dann folgen Japan mit 4,4 Millionen, Deutschland mit 1,8 Millionen und China mit 1,7 Millionen. Allerdings gehen die Experten von Capgemini davon aus, dass „China uns sehr bald überholt“. Die kräftigsten Zuwächse wiesen im letzten Jahr Südkorea, Hongkong und Österreich auf.
Noch stärker als in Deutschland haben viele Bewohner in anderen Ländern ihre Bargeld-Positionen nachhaltig verringert und ihre Aktienpositionen aufgestockt. Sie lassen nur relativ wenig Finanzmittel auf Konten mit geringen Erträgen. Und vor allem seien ihre Vermögen stärker strukturiert als die vieler anderer Privatanleger. Gewisse Möglichkeiten zur Streuung von Geldanlagen – wie es vor allem die Millionäre pflegen – sind auch für weniger vermögende Privatanleger die börsengehandelten Indexfonds ETF, also die Exchange Traded Funds.
Bei den Portfolios der Millionäre in Deutschland ergibt sich derzeit folgende Struktur: Im Schnitt halten sie 24 % des Vermögens in Aktien, rund 25 % als Bargeld, 20 % in festverzinslichen Anlagen, 20 % in Immobilien. Auf alternative Investments entfallen 11 % – also auf Private Equity, Hedgefonds, Kryptowährungen und Digitalanlagen. 88 % der Anleger wünschen sich einen besseren Zugang zu solchen Anlageformen.
KI im Einsatz für Vermögensverwaltung
Bei dem Report wird hervorgehoben, dass in der Vermögensverwaltung alles digitaler und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) immer wichtiger werden. Gefragt seien KI-unterstützende Tools im Beratungsprozess. Große Banken könnten auf diesem Gebiet leichter investieren als kleinere Institute.
Ein großes Interesse zeigen die meisten Millionäre am Thema „Longevity planning“, nämlich die Planung für ein möglichst langes und gesundes Leben. Diese Frage ist für 69 % der Millionäre von besonderer Priorität. Gerade deshalb wird den Vermögensverwaltern empfohlen, dass sie sich in Zukunft stärker um mit der Gesundheit verbundenen Umsatzangeboten für Millionäre sorgen sollten.











