Heute geht es ganz kurz. Lesen ist anstrengend bei diesen Temperaturen. Und schreiben auch. Wobei die Warnungen lauter werden, dass wir uns in einigen Jahren nach solchen Hitzetemperaturen zurücksehnen werden, weil alles noch schlimmer wird. Die Verkünder solcher Hiobsbotschaften werden als „Systemschwätzer“ und „Ideologen“ verunglimpft. Der Meteorologe Özden Terli (ZDF) und sein Kollege Karsten Schwanke von der ARD haben für den NDR einmal zusammen getragen, wie sie wegen ihrer Warnungen vor der Klimakrise beschimpft werden. Anzuschauen in dem NDR-Video: „Klimafakten unerwünscht: Warum Wettermoderatoren attackiert werden.“
Ihre wissenschaftlichen Analysen werden diskreditiert, ihre Warnungen als Geschwätz abgetan. Selbstbewusst entgegnet Terli, die Physik lasse sich nun mal nicht leugnen. Und nach den Gesetzen der Physik sei es so, dass sich das Wetter durch das veränderte Klima verändert habe. Und für diese Veränderung sei „kein natürliches Ereignis“, sondern dafür sei der Mensch verantwortlich: „Durch die Art, wie wir auf diesem Planeten leben und wie wir wirtschaften.“ „Was wir heute als Extrem sehen, das wird in zehn Jahren eher das Normal sein“, ist sich Schwanke sicher.
Terli und Schwanke klagen, manchmal sei es schon eine „Art Kampf“, diese Zusammenhänge immer wieder darzustellen, „weil eine breite Front dagegen poltert“. Und der ZDF-Mann erklärt in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, warum Warnungen vor der Klimakrise bei vielen Menschen auf Abwehr stoßen: „Das liegt auch an den massiven Desinformationen vonseiten der fossilen Industrie, entsprechender Medien, Politiker und gesellschaftlicher Gruppen, die uns vermeintliche Klimahysterie und Klimapanik vorwerfen, sogar der Begriff Sekte fällt.“ Es sei aber genau umgekehrt: „Wissenschaftsleugner verhalten sich wie in einer Sekte, frei von Fakten und Erkenntnissen. Es geht um die Gesundheit aller Menschen. Diese Klientel verkauft nicht nur die eigene Großmutter, sondern auch die Kinder, Enkel und unzählige Generationen in der Zukunft.“
Respekt vor so viel Mut, sich mit den mächtigen Lobbygruppen anzulegen und der Politik keine billigen Ausreden mehr zu erlauben, die Klimagefahren zu verdrängen.
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Friedrich Merz hat ein fatales Talent, Menschen gegen sich aufzubringen. In diesen Tagen ist ihm das mal wieder gelungen, als er vollmundig ankündigte, „alle Elemente“ der Rentenkommission umsetzen zu wollen. Mit dieser Ankündigung hat er nicht nur die Opposition im Bundestag auf die Zinne gebracht. Auch die Parlamentarier der Koalition lassen sich von der Regierung ungern vorschreiben, wie sie mit einem Gesetzentwurf der Regierung im parlamentarischen Verfahren umgehen. Denn für sie gilt ehern das „Strucksche Gesetz“ des ehemaligen SPD-Fraktionsvorsitzenden Peter Struck als Richtschnur. Das besagt: Kein Gesetzentwurf verlässt den Bundestag so, wie ihn die Regierung eingebracht hat. Was für die Meteorologie die Physik, ist für die Politik dieser Leitsatz als Richtschnur für das Selbstverständnis des Parlaments. Merz wird ihn nicht aushebeln können.
Kommen Sie gut durch die Hitze. Oder um es mit der zynischen Boshaftigkeit der Kabarettisten Philip Simon aus den WDR-„Mitternachtsspitzen“ zu sagen: „Genießen Sie den Klimawandel!“
Bildquelle: Zeichnung vom Niehler Wochenmarkt: Wolfgang Schieffer (Waldmaler.de)












