Artikel von Petra Frerichs

Petra Frerichs

Dr. Petra Frerichs, Studium der Literatur- und Sozialwissenschaften, schreibt über Literatur (und Kunst), am liebsten gegen das Vergessen von guten alten Sachen.


Verfallenes Haus
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Gegen das Vergessen: Walker Percy: Liebe in Ruinen

Percy gilt als einer der großen Südstaaten-Schriftsteller der USA. Die Handlung dieses Romans (im Original erschienen 1971, deutsch 1974) spielt in Louisiana, in der Vorstadt Paradise. Der Arzt, Psychiater und Forscher Dr. Thomas More lebt mit drei schönen Frauen in einem heruntergekommenen, verlassenen Gebäude (den Ruinen), in dem die vier Personen je ein Zimmer nebeneinander…

Rostock - Marktplatz
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Wiedergelesen – Walter Kempowski: Tadellöser & Wolff

Der Autor titulierte dieses Buch, das 1971 erschien und den vierten Teil einer neunbändigen Romanchronik darstellte,  als bürgerlichen Roman. Damit ist zugleich die soziale Stellung der Familie benannt, um deren Schicksal es in den Jahren von 1938 bis 1945 geht: Die Familie Kempowski gehört dem deutschen Bürgertum an und hat das nationalsozialistische Regime und den…

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Wolfgang Hilbig: Das Provisorium – Gegen das Vergessen

  Der Autor (1941-2007) gilt als literarische Ausnahmeerscheinung (Michael Opitz), ist mit vielen Preisen bedacht worden, war Büchner Preis-Träger. Seine große Stärke ist die Lyrik. Mit dem Provisorium hatte er kurz nach der Wende einen autobiographischen Roman vorgelegt. Hilbig ist DDR-sozialisiert, hat sich bis zum 40. Lebensjahr als Industriearbeiter verdingt, dabei von Kind auf immer…

Fridays for Future
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„Hört, ihr Leut, und laßt euch sagen: Fünf vor zwölf hat es geschlagen…“: Was die Kinderdemonstration in Micheal Endes Momo mit den Fridays for Future-Demos zu tun hat

Am Freitag, dem 20. September hat eine der größten Fridays for Future-Demonstrationen, die es je gegeben hat, stattgefunden, in Europa zeitgleich an unzähligen Orten und weltweit in vielen Ländern. Das war ein riesiger Erfolg der jungen Aktivist*innen, die mit großem organisatorischem Aufwand und viel Phantasie so etwas auf die Beine gestellt haben. Diesmal fanden sie,…

Erinnerungen
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Annie Ernaux: Die Jahre

Die lesenswerte Rezension von Wolfgang Wiemer hat mich angeregt, das Buch zu lesen. Ich habe ergänzend noch einige Aspekte hinzuzufügen. Eine französische Lehrerin schreibt nach ihrer Pensionierung über ihr Leben, und dies in einer ungewöhnlichen Form, über die sie im Buch immer wieder reflektiert: Sie wollte keine übliche Autobiografie schreiben, erst recht keine Bekenntnisse ablegen,…

Georg Christoph Lichtenberg
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Gegen das Vergessen: Henning Boëtius: Der Gnom. Lichtenberg-Roman

Der Roman erschien 1989; an ihn soll 30 Jahre später erinnert werden. Denn es handelt sich um ein seltenes Dokument biographisch-literarischer Entschlüsselung eines Gelehrtenlebens, das voller Widersprüche, Ambiguitäten und Obsessionen war, nämlich das des Georg Christoph Lichtenberg, der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gelebt und gewirkt hat. Körperlich mit dem Makel der Kleinwüchsigkeit…

Poetik des Augenblicks
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Wilhelm Genazino: Die Entdeckung des Poetischen

  Der Schriftsteller Wilhelm Genazino starb vor einem Monat im Alter von 75 Jahren. Er erhielt für sein umfangreiches literarisches Werk zahlreiche Preise; u.a. den renommierten Büchner-Preis. In seinen Frankfurter Poetikvorlesungen, die 2006 unter dem Titel Die Belebung toter Winkel im  Hanser Verlag erschienen sind, reflektiert er die Eigentümlichkeiten und Motive seines Schreibens. Bereits der…