Artikel von Petra Frerichs

Petra Frerichs

Dr. Petra Frerichs, Studium der Literatur- und Sozialwissenschaften, schreibt über Literatur (und Kunst), am liebsten gegen das Vergessen von guten alten Sachen.


Engel
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Wiedergelesen: Thomas Wolfe: Schau heimwärts, Engel

Mit der Besprechung dieses Romans schließt mein kleiner Südstaaten-Zyklus vorläufig ab (William Faulkner: Als ich im Sterben lag; Walker Percy: Der Kinogeher; Der Idiot des Südens; Liebe in Ruinen Thomas Wolfe (1900 – 1938) schrieb den Roman  in den 1920er Jahren. Er bestand zunächst nur aus einer Kiste voller handbeschriebener Blätter oder Seiten, mit denen sich der Autor…

Traum - Symbolbild
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Gegen das Vergessen: Wolfgang Hildesheimer: Tynset

Zum Verständnis dieses literarischen Werkes (der Autor wollte es nicht als Roman verstanden wissen), das 1965 erschien, sind einige wenige biographische Informationen hilfreich. Hildesheimer (1916-1991) kommt aus einem jüdischen Elternhaus; seine Eltern waren schon vor der Nazizeit kosmopolitisch orientiert und in verschiedenen Ländern unterwegs bzw. ab 1933 auf der Flucht. Auch die Lebensgeschichte des Sohnes…

Fluß
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Wiedergelesen: William Faulkner: Als ich im Sterben lag

Anlässlich des US-amerikanischen Nationalfeiertages am 4. Juli soll an die einschlägige Südstaaten-Literatur erinnert werden, in der soziale Ungleichheit, Klassen- und Rassenkonflikte bzw. Rassismus in den USA thematisiert werden. Hierzu hatten wir bereits drei Romane von Walker Percy (Der Kinogeher; Der Idiot des Südens; Liebe in Ruinen) vorgestellt. Nunmehr folgt ein Beitrag über den wohl berühmtesten…

Briefe Schreiben
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Über die Kunst des Briefeschreibens

Beim Erzählen von meinen Leseerfahrungen mit Fontane kam ich darauf, dass ich in seiner Sprache immer wieder Redewendungen finde, die mir von meiner „Berliner Kindheit“ her vertraut sind. Bestimmte Formulierungen sind auch in meine Briefe an die Großeltern eingegangen; diese Briefe, die bei uns manchmal von der ganzen Familie geschrieben wurden, wenn es darum ging,…

Unfähigkeit zu lieben
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Dieter Wellershoff: Der Sieger nimmt alles, Teil 2: Die Unfähigkeit zu lieben

Dieter Wellershoff hatte 1982 einen Gesellschaftsroman vorgelegt, in dessen Mittelpunkt das Leben des Geschäftsmannes Ulrich Vogtmann steht. Dieses war von Jugend an von einem bedingungslosen Erfolgsstreben geprägt, davon, in den Zeiten des sogenannten Wirtschaftswunders das große Geld zu machen und andere auszustechen. Die beruflich-wirtschaftliche Karriere des Protagonisten Vogtmann wurde im ersten Teil dieser Abhandlung nachgezeichnet…

Frau und Gesellschaft - Symbolbild
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Wiedergelesen: Theodor Fontane: Irrungen – Wirrungen und Stine

Zugegeben: ich lese ihn immer wieder gerne, den alten Märker mit seiner ruhigen Erzählweise und seinem Blick aufs Soziale. Die Sensibilität für soziale Ungleichheit in Zeiten der preußischen Monarchie Ende des 19. Jahrhunderts, in denen die Gesellschaft in Stände und Klassen tief gespalten und extrem hierarchisch strukturiert war, zeigt sich in beiden Prosastücken in der…

Kreuz
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Gegen das Vergessen: John Cowper Powys: Wolf Solent

John Cowper Powys ist ein weithin unbekannter Autor (1872-1963). Auch wir sind eher durch Zufall auf ihn gestoßen (antiquarisch erwarben wir eine Ausgabe seiner gesammelten Werke, erschienen im Verlag Zweitausendeins; siehe auch den Beitrag Kultur als Lebenskunst von Joke Frerichs im Blog der Republik am 11.08.2019). Es handelt sich um einen englischen Gelehrter und Schriftsteller,…