Fußball WM

Herrlich, diese Empörung: Der Fall Sane und der Bundestrainer

Das war ja zu erwarten, dass der Bundestrainer den einen oder anderen mit seiner endgültigen Nominierung der Kandidaten für die Fußball-WM in Russland überraschen würde. Millionen selbst ernannter Experten und dazu die so genannten Experten unter den Fußball-Journalisten hatten sich ihre Streichlisten gemacht, hatten den einen oder anderen im Grunde längst von der Liste gestrichen. Selbstredend ohne mit dem Bundestrainer zu reden. Was weiß denn der schon!?

Na ja, er ist immerhin Titel-Verteidiger. Aber was heißt das schon. Also war ein gewisser Herr Leno fast gesetzt als dritter Torwart, der im Grunde aber gar nicht zum Einsatz kommt. Es sein denn, er muss bei Verlängerungen für frisches Wasser, Handtücher und Trikots sorgen, oder dem Kollegen im Notfall einen Tipp geben, in welche Ecke er springen muss, wenn der Spieler X einen Elfmeter schießt. Aber gut, dass der Leno nun nicht dabei ist, kein großes Problem, weil ja Neuer spielt und ter Stegen ist gesetzt als Mann nach Neuer. Und das mit dem Petersen hatten auch die Experten auf dem Schirm. Schließlich ist der Stürmer, der für Freiburg spielt, ohnehin nur der Überraschungs-Kandidat gewesen, ohne ein Länderspiel. Also ab nach Hause. Aber dass dann der Trainer den Stürmer Sané aus dem Kader streicht, der in England zu einem der besten Spieler gereift ist, der für Manchester City Tore am laufenden Band schoss und Vorlagen gab, das geht nicht auf die berühmte Kuhhaut. Pardon, das Bild ist eigentlich falsch, aber in diesem Fall muss die Kuh herhalten. Sogar einstige Nationalspieler haben sich empört über Löws Auswahl, dass er den Sané nicht mitnimmt nach Moskau. Unverständlich. Unbegreiflich.

Die Experten toben sich aus im Netz. Zwar hat der Sané kein einziges gutes Spiel in der Nationalmannschaft gemacht, hat mit Fehlpässen geglänzt, sehr lässig auf dem Rasen sich bewegt. Aber dennoch:  der Bundestrainer hat keine Ahnung vom Fußball, sonst hätte er doch den Sané mitnehmen müssen. Keinen Sane-Tag gehabt, wird gespottet. Aber gemach, Freunde, es gilt immer noch der Spruch von Adi Preißler: Entscheidend is aufm Platz. Denn wenn der Löw mit dieser Mannschaft den Pokal gewinnt und Weltmeister wird, hat er alles richtig gemacht. Wenn nicht? Bleibt er Bundestrainer und alle können sich über ihn das Maul zerreißen. Weil er ja im Fall der Niederlage und des frühen Ausscheidens keine Ahnung hat. Sonst hätte er doch den Sané… lassen wir das. Übrigens hat der Preißler für den BVB gespielt.

Bildquelle: pixabay, user Gellinger, CC0 Creative Commons

 

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Alfons Pieper

arbeitete als stellvertretender Chefredakteur und Berliner Chefkorrespondent für die WAZ. 2009 gründete Pieper den Blog "Wir in NRW". Heute ist er Chefredakteur des Blogs der Republik.


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