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Home Politik

Junge wache Rebellen für unser Klima – auch am Bodensee

Marianne Bäumler Von Marianne Bäumler
20. Juni 2019
Frida, Engagement für eine bessere Klimapolitik

Ein Interview von Marianne Bäumler

Frida, du bist jetzt 15 Jahre alt – seit wann denkst und fühlst du in den Kategorien Macht und Ohnmacht, wenn es um die Zerstörung unserer Umwelt und die Gefährdung des Klimas geht?

Frida: Natürlich macht es ein stückweit ohnmächtig, wenn man sich anschaut, wie rücksichtslos und unverantwortlich die Mächtigen mit unserem Planeten und unser aller Zukunft umgehen. Aber ich finde nicht, dass wir keine Macht haben, durch die Demonstrationen können wir politischen Druck aufbauen. Und viele gesellschaftliche Transformationen gingen von den Bürgern aus! Insofern denke ich nicht, dass wir ohnmächtig sind, aber um einen wirklichen Wandel herbei zu führen, brauchen wir noch deutlich größere Proteste.

M.B.: Wie haben andere Leute, also Lehrer und Mitschüler*innen auf dein Engagement reagiert? Erkennen sie deine Beweg-Gründe?

Frida: Insgesamt wird eher positiv reagiert, trotzdem ist den meisten Menschen noch nicht klar, wie dringend die Lage ist. Wir brauchen 2020 eine weltweite Trendwende, ansonsten lässt sich die Erderwärmung nicht mehr auf 1,5 Grad begrenzen und das hätte fatale Folgen. Um die Dringlichkeit unseres Anliegens allen klar zu machen, werden wir nach den Ferien beginnen, in allen Schulen Vorträge zur Klimakrise zu halten.

M.B.: Und wie finden deine Eltern deine aktive Wachheit?

Frida: Gut!

M.B.: Wie schätzt du das Weltbild jener Politiker*innen ein, die bisher am liebsten ihr business as usual weiter betreiben wollen?

Frida: Viele Politiker versuchen so zu tun, als hätten wir keine existenzielle Krise. Denn es ist unkomplizierter, eine Krise zu ignorieren, als sich ihr zu stellen. Doch das ist sehr kurzfristig gedacht, denn wenn wir die Krise jetzt nicht lösen, werden wir in Zukunft viel mehr Leid, Schaden und Kosten haben. Wir müssen jetzt handeln! Und die Lösungen gibt es bereits, sie müssen nur umgesetzt werden. Dafür braucht es gesellschaftlichen Druck, damit dies auch geschieht! Von daher ist es so wichtig, weltweit zu demonstrieren.

M.B.: Wie gehst du, bzw. andere Fridays for future – Mitstreiter*innen, damit um, wenn euch allen Ernstes geraten wird, ihr sollt das Klima den „Profis“ überlassen? Wie bewertest du das: warum wollen Politiker*innen die Bürger*innen so gerne unterschätzen?

Frida: Im Prinzip sind wir auch der Meinung, dass man beim Klimaschutz auf die Profis, also die Wissenschaftler hören sollte. Und Fridays for Future steht ja auch im Kontakt mit vielen ernsthaften Klimawissenschaftlern. Doch leider wird von der Politik großteils ignoriert, was die Wissenschaftler sagen, deshalb versuchen wir politischen Druck aufzubauen, sodass man die Klimakrise nicht länger ignorieren kann!

M.B.: Inwieweit überrennt das globale Turbo-Wirtschaftssystem vernünftige „Grenzen des Wachstums“?

Frida: Wir leben auf einem schönen, aber begrenzten Planeten und insofern ist unbegrenztes Wachstum nicht möglich, das ist doch einfach logisch! Deshalb brauchen wir weltweit ein gesellschaftliches Umdenken und einen Systemwandel, denn wir wollen unseren Planeten nicht zerstören lassen.

M.B.: Was hältst du von der Idee „Weniger ist Mehr“ in Bezug auf unseren Konsum?

Frida: Wir müssen aufhören, unseren Planeten auszubeuten und insofern werden wir auch weniger konsumieren. Aber ich denke, das ist kein Verlust, sondern viel mehr eine Chance. Insofern stimme ich der Aussage „Weniger ist mehr“ gerne zu.

M.B.: Jeder Mensch auf Erden hat 24 Stunden pro Tag zur Verfügung, die sinnvoll und sinnenfroh und mit Rücksicht auf einander gestaltet werden könnten.

Frida: Ja und es ist deshalb so wichtig, dass man kritisch hinterfragt, was man macht und welche Konsequenzen unser Handeln jeweils hat. Insgesamt müssen wir Alle unsere beschleunigte Konsum-Gesellschaft mehr hinterfragen, vor allem auch das Handeln der Politiker*innen und der auf Profit fixiertenWirtschaft.

M.B.: Was brauchen wir wirklich – was schadet uns und unserem Klima, was könnte also locker aus dem knallbunten Überangebot aussortiert werden?

Frida: Ich finde, das sollte jeder für sich entscheiden, man sollte sich informieren und dann gemeinsam hinterfragen, was sinnvoll ist. Und es ist die Aufgabe der Politiker*innen, dafür zu sorgen, dass Produkte, die durch ihren co2 – Ausstoß in Zukunft Schäden verursachen, mehr kosten. Deshalb fordert FFF, dass bis zum Ende des Jahres unbedingt eine co2-Steuer eingeführt wird!

 

 

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Tags: aktive KlimapolitikFFFFridays for FutureKlimawandelUnfähigkeit der PolitikVerfehlung der Klimaziele
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Comments 2

  1. Norbert Mallik says:
    7 Jahren ago

    Klasse Interview! FFF hat schon jetzt viel bewirkt, Konstanz hat den KLimanotstand ausgerufen. Wie machen das diese jungen SchülerInnen, was treibt sie an?

    Antworten
  2. Jens says:
    6 Jahren ago

    Provokant aber aktueller denn je:

    https://www.freitag.de/autoren/adm/die-kleine-hexe

    Antworten

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