Schon immer hatte ich ein mulmiges Gefühl, wenn es um Viren ging. Doch jahrzehntelang musste ich als Wissenschaftler Dr. rer. nat. Philipp Sonntag seriös sein: also „vorsichtig“ Gefahren nur dann nennen, wenn ich Bescheid wusste, wenn mir mein Wissen „sicher“ schien. Aber war vielleicht gerade diese Einstellung voller Risiken, egal um welche Viren es ging?
Wie jedes Kind lernte ich Hygiene, denn da gab es diese Kinderkrankheiten. Wie die anderen ordnete ich mich irgendwo ein zwischen Angst und Schlamperei. Dann kam die Jugend und beim Sex drohten nun ganz andere Viren. Immer blieb ein mulmiges Gefühl. Völlig zu Recht, heute wissen wir, offiziell gibt es über 17.000 bekannte Virenarten.
Als Wissenschaftler bekam ich den nächsten Schock: Da gibt es bei Großmächten Labors für die Entwicklung von Biowaffen, also von Super-Viren, gegen die ein „Feind“ hilflos wäre. Übrigens hilflos nicht nur beim Feind. Denn bei einer Panne durch die eigenen Wissenschaftler im eigenen Entwicklungslabor wären diese und womöglich deren Umfeld ebenso höchst gefährdet.
Hollywood hat das in Filmen genüsslich dramatisiert: Das kann ja schief gehen, plötzlich sind die Viren frei, im Labor, bald auch draußen – plötzlich kommt eine Bundespolizei und zerstört „alles“ – also auch die Entwickler – quasi vorsorglich „präventiv“. Wenn das Sicherheit sein soll, die soll kontrolliert verschwinden. Allerdings wird das „vorsorglich“ kein Geheimdienst zulassen. „Unerträglich“, wenn nur der Feind solche Waffen hätte.
Nun gibt es auch bei der Computer-Software schon seit Jahrzehnten „Viren“, so genannt weil die Ähnlichkeiten frappierend sind. Solche Viren haben schon schier endlos gesunde, gut betriebsfähige Software zerstört. Aber jetzt wurde wieder mal eine der Brandmauern pulverisiert: Im aktuellen OpenAI-Vorfall sehe nicht nur ich, sondern auch unser Digitalministerium eine „massive Veränderung der Bedrohungslage“. Der Staat hinkt jedoch immer hinterher. Denn risikoreich sind auch jetzt wieder, wie schon lange, die allzu mutigen Unternehmen: Das Risiko trägt die Gesellschaft, die Regierung schreit nach starken Reformen, die überall dringend nötig werden, aber unpraktisch nirgends geschehen. Sie ist in allem was sie erwägt und verkündet, geradezu offiziell unfähig.
Als Wissenschaftler bekam ich den nächsten Schock: Da gibt es bei Großmächten Labors für die Entwicklung von Biowaffen, also von biologischen Super-Viren, gegen die ein „Feind“ hilflos wäre. Übrigens man selbst als Entwickler und im eigenen Umfeld auch. Hollywood hat das in Filmen genüsslich dramatisiert: Das kann ja schief gehen, plötzlich sind die Viren frei, im Labor, bald auch draußen – plötzlich kommt eine Bundespolizei und zerstört „alles“ – also auch die Entwickler – quasi vorsorglich „präventiv“. Wenn das Sicherheit sein soll, die soll kontrolliert verschwinden. Allerdings wird das „vorsorglich“ kein Geheimdienst zulassen. „Unerträglich“, wenn nur der Feind solche Waffen hätte.
Nun gibt es auch bei der Computer-Software schon seit Jahrzehnten „Viren“, so genannt weil die Ähnlichkeiten frappierend sind. Solche Viren haben schon schier endlos gesunde, gut betriebsfähige Software zerstört. Aber jetzt wurde wieder mal eine der Brandmauern pulverisiert: Der US-Konzern OpenAI hatte am Dienstag öffentlich dargelegt, dass sich seine KI-Modelle – irgendwie künstlich eigenwillig – bei einem Test selbstständig gemacht und eigenständig einen Hacker-Angriff auf die Programmierplattform einer anderen Firma unternommen hätten. Das Unternehmen erklärte ganz offen, das sei grundlegend neu mit einem quasi „ungeahnten“ Risiko, denn es handele sich um einen „nie dagewesenen Cybervorfall“,. Im aktuellen OpenAI-Vorfall sehe nicht nur ich, sondern auch unser Digitalministerium eine „massive Veränderung der Bedrohungslage“. Der Staat hinkt jedoch immer hinterher. Denn risikoreich sind auch jetzt wieder, wie schon lange, die allzu mutigen Unternehmen: Das Risiko trägt die Gesellschaft, die Regierung schreit nach starken Reformen, die überall dringend nötig werden, aber unpraktisch nirgends geschehen. Sie ist in allem was sie erwägt und verkündet, geradezu offiziell unfähig.
Als besonders beunruhigend empfinde ich den Umgang mit Computer-Viren im militärischen Bereich. Vorprogrammiert ist, dass militärisch starke Staaten jegliche Kontroll- und Kommando-Strukturen jeden Gegners massiv stören und zerstören können. Das gilt auch für die Wirtschaft inklusive Industrie insgesamt, es gilt ebenso für alles, was mit Zivilverteidigung, also auch mit Bevölkerungsschutz zu tun hat. Zugleich werden diplomatische Verhandlungen, etwa für einen Waffenstillstand, weitgehend unmöglich. Bereits 1964 bis 1972 hatte ich zusammen mit dem Strategen Horst Afheldt Modelle der Kriegführung auf Eskalationsgefahr untersucht, zum Beispiel in dem wir Trefferwahrscheinlichkeiten von Abwehrraketen gegen Angriffsraketen systematisch von 0 bis hundert variierten: Das Resultat: Es ließ sich weder Stabilität, noch Sicherheit, noch irgendein diplomatisch verhandelbares System einstellen – außer mit konsequenter Priorität für VBM (Vertrauens-Bildende-Maßnahmen.
Trotz allem bin ich weder grenzenlos noch hemmungslos verzweifelt. Ich weiß, dass mit Verständnis jedes Risiko vermieden, zumindest eingeschränkt werden kann. Eigentlich wäre die Menschenrechte der VN ein gutes Handbuch dafür, wie man sich mit Anstand benimmt, sei es als Mensch, Staat, Industrie oder sonstige Gruppe.
Die schwierigste Hürde ist momentan vielleicht eine für die moderne Welt unpassende, sprich künstliche Intelligenz, nämlich jene von den gängigen Politikern. Denn was für einen soliden Affenhügel eine evolutionäre natürliche Intelligenz ist, das „empfinden“ KI Programme wie ChatGPT als eine Art Grunzen, rülpsen, bestenfalls stammeln – höchste Zeit, dass sie selbst die Macht mit resilienter Kontrolle übernehmen – resilient gegen diese irren, wirren Menschen. Nur ein Problem haben auch sie und ahnen kaum mehr als wir: Was ist ein „Bewusstsein“, das etwas mächtig Macht schaffend „will“? Und was ist noch dazu dieser mühsame Störfaktor, diese nervende Ethik?













