Papst Franziskus

Papst on the Road: Besuch bei den Brüdern im Nebel eher unwahrscheinlich?

Nun scheint ja die NRW-SPD ihr Oster-Thema gefunden zu haben: Kommt der Papst ins Land zwischen Rhein und Ruhr oder kommt er nicht. Der SPD-Landtagsabgeordnete Markus Weske hat eine entsprechende Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt, nachdem Ministerpräsident und CDU-Vorsitzender Armin Laschet im Oktober vergangenen Jahres anlässlich eines Besuch beim Oberhaupt der Katholiken (und –innen) wohl gefragt hatte, ob man mit einem Besuch rechnen könne; vielleicht zu den Veranstaltungen, die an 17 00 Jahre jüdischen Lebens im römischen Reich deutscher Nation und dann im späteren Deutschland erinnern?
Aufmerksame Leser der Zeitung wissen, dass Papst Franziskus bereits mehrfach im Verlauf er letzten Jahre eingeladen worden ist, die Bundesrepublik Deutschland zu besuchen: Von der katholischen Kirche, vom damaligen Bundespräsident Gauck, der Evangelischen Kirche (zum Lutherjahr), von der Bundeskanzlerin und wahrscheinlich wird man unter den Einladern seit 2014 auch den einen oder anderen mit dem Parteibuch Bebels finden.

Er ist aber nicht gekommen. Vielleicht denkt er sich, was soll ich in diesem reichen Land? Im Domradio war jedenfalls am 20. Mai 2020 zu vernehmen: „Was soll der „Papst der Armen“ in einem der reichsten Länder der Welt?“ Er sei bisher auch deswegen nicht gekommen, weil er „angeblich….nicht so richtig wusste, was er in Deutschland soll. Papst Franziskus ist der Papst der Ränder.“ So also das Domradio, der Deutschlandfunk der Katholiken sozusagen. In der katholischen Stimme kam der Vatikankorrespondent der Herder Korrespondenz Lucas Wiegelmann zu Wort: In einem Telefongespräch zwischen Kanzlerin und Papst im Mai 2020 sei auch die Einladung- Besuch- Frage angesprochen worden. Der Vatikan habe dazu nichts verlautbart, aber die Bundesregierung durch eine „schmallippige Pressemitteilung“ verlautbart, der Papst sei gebeten worden Deutschland zu besuchen, sobald das angesichts der die Corona- Krise wieder möglich sei.

Was hat er denn da wieder gemacht, der Armin aus Aachen, der MP? Ein wenig dicke Lippe riskiert? Außenpolitik gespielt? Aber deswegen „Kleine Anfragen“? Ist das nicht irgendwie peinlich? Mich erinnert die ganze Geschichte mit: kommt er oder nicht, was ist gesagt worden an Heinrich Bölls Satz: „Was soll aus dem Jungen bloß werden?“

Bildquelle: Christoph Wagener, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia

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Klaus Vater
Über  

Redakteur 1972 und bis 89 in wechselnden Redakteursaufgaben. 90 bis 99 wiss. Mitarbeiter der SPD-Bundestagsfraktion, Büroleiter Dreßler, 2000 Sprecher Bundesarbeitsministerium, dann des Bundesgesundheitsministeriums, stellv. Regierungssprecher; heute: Publizist, Krimiautor, Lese-Pate.


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