Fußball

Zur Philosophie einer Nullnummer

Der arme Jogi Löw! – Der Mann hat übrigens einen richtigen Vornamen, einen schönen gar, der bis Ende der sechziger in deutschen Landen zu den häufigen Vornamen zählte: Joachim, also Joakim, ein hebräischer Königs- Name, der in etwa bedeutet: auf Gott gegründet. Und dieser arme Mensch, der auf eine Kurzform reduziert wird, die aus der Molkereiwirtschaft stammen könnte, liest und hört nun über sich: Im Verein hätte man längst die Notbremse gezogen. Von einem Haufen desorientierter  Millionäre unter seiner Führung ist die Rede und davon, dass man ihm den Stuhl vor die Tür stellen sollte.

Schweinsteiger hat sich zu Wort gemeldet, Klinsmann hat etwas gesagt und – natürlich Lothar Matthäus. Nun frag ich Sie: Was mögen wir eher – „Jogi“ oder „Schweini“ oder etwa „Loddar“?  Ist „Loddar“ auf Gott gegründet? Ne.

Ich fürchte nur, darauf kommt es nicht mehr an, denn  der Jogi hat eine Fußball-Elf auf den Platz gestellt, die 0 zu sechs gegen die Auswahlmannschaft  Spaniens verloren hat. Der Finanzminister würde nun sagen: Wummm!

Aber: Nationale Auswahlmannschaften können und dürfen verlieren. Malta und Luxemburg lassen ihre Auswahlmannschaften ja auch immer wieder gegen andere antreten – sogar gegen Jogis Mannen – und verlieren. Und dennoch geht in Luxemburg die Welt nicht unter. Ich seh´ schon, sie fangen an rot anzulaufen.

Luxemburg ist nicht dasselbe wie wir? Ach so. Geht das jetzt wieder los? Nun bleiben Sie mal schön da sitzen und gaaanz ruhig. Als ehemaliger Jugendtrainer (FC Blau-Weiß Friesdorf) verstehe ich sowieso mehr  als sie von der Materie! Sie glauben, wenn Sie mal von der Raute gehört und zugeguckt hätten, wie auf einem Display Spieler rot umkringelt und dann Pfeile erzeugt wurden, dann hätten Sie es drauf. ….Ruhe! Ich bin dran. Ich kann auch anders!

Männer! Habt ihr auch das Länderspiel der Deutschen gegen die  Spanier gesehen! Furchtbar. Fuuurchtbar! Dieser Jogi! Ich fass es nicht. Es war schon ein schwerer Fehler, das Erste einzuschalten. Bin dann später auf DAZN umgestiegen.  Dieser Tom Bartels quatscht einen dumm und doof zu statt über das Spiel zu berichten. Man merkt, dass der keine Ahnung hat.

Sie merken also: ich kann auch anders!

Jedenfalls konnte ich das ständige Gerede des ARD- Berichterstatters Bartels mit seinen Bemerkungen über Spitznamen spanischer Spieler („Rodri“) und über die Befindlichkeit von Goretzka oder über den Spieler Max mit den dazu gehörigen Superlativen nicht mehr hören. Die Berichterstattung des bezahl-Senders war  nüchterner, sparsamer, sie ließ schlicht und einfach Zeit, um ungestört einen eigenen Eindruck  zu entwickeln. Ja, diese Berichterstattung der ARD ist lästig, störend, unangebracht. Wer das nicht glaubt, der sollte sich aus der Konserve ein Länderspiel der siebziger oder achtziger  Jahre anschauen: Purer Genuss!

Ja, also zum  Spiel.  Die spielen doch alle irgendwie gleich. Die hetzen die gegnerischen Spieler schon in deren Hälfte wie die Irren, jagen denen wenn´s geht den Ball ab, sodass die blöd gucken, spielen zurück und wieder steil oder diagonal nach vorn, auf die Flügel oder in die Spitze und Wumm! Konnten die Spanier eben besser.

Na ja, sechs zu Null muss nicht sein. Wann spielen die wieder? Im März erst! Wieder mit so einem  Labberkopp am Mikro?  Dann wird das nix.  

Bildquelle: Pixabay, Bild von Comfreak, Pixabay License

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Klaus Vater
Über  

Redakteur 1972 und bis 89 in wechselnden Redakteursaufgaben. 90 bis 99 wiss. Mitarbeiter der SPD-Bundestagsfraktion, Büroleiter Dreßler, 2000 Sprecher Bundesarbeitsministerium, dann des Bundesgesundheitsministeriums, stellv. Regierungssprecher; heute: Publizist, Krimiautor, Lese-Pate.


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