Schiedsrichterpfeife

Betrug durch Schwalbe: Wo bleibt die Sperre für Timo Werner? – Andy Möller(BVB) musste einst pausieren und zahlen

Das Spitzenspiel an diesem 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga fand in Leipzig statt, wo der noch ungeschlagene RB den seit sieben Spieltagen unbesiegten FC Schalke 04 empfing. Am Ende gewann RB Leipzig durch ein Elfmetertor und ein Eigentor der Schalker etwas glücklich, aber nicht unverdient mit 2:1 und sicherte dem FC Bayern den 2. Tabellenplatz und der Liga die Spannung durch einen für die Meisterschaft immer ernster zu nehmenden Konkurrenten.

Aufreger nach 19 Sekunden

Den Aufreger des gesamten Spieltags lieferte das Spiel bereits nach 19 Sekunden, wobei wieder einmal der Schiedsrichter, in diesem Fall Bastian Dankert, eine unrühmliche Rolle spielte.

Schwalbe wie bei Andy Möller

Eine völlig unstrittige, spektakuläre Schwalbe des Leipziger Tim Werner „honorierte“ Schiri Dankert mit einem Strafstoß und der gelben Karte für den Schalker Torwart Fährmann. Natürlich ließ er sich auch von dem intensiven Protest der Schalker nicht umstimmen. Werner verwandelte den Elfer selbst zum 1:0. Sofort kamen Erinnerungen an die auch als Jahrhundert-Schwalbe bezeichnete Einlage des Dortmunders Andy Möller im Spiel gegen den Karlsruher SC am 13.4.1995 auf.

Schiri hatte gute Sicht

Bilder in den Medien zeigen, dass Schiri Dankert recht gute Sicht auf die Szene hatte, um so unverständlicher, dass er die Situation so falsch gesehen und beurteilt hat.

Wäre Seeler und Klose nicht passiert

Erzieherisches Einwirken im Sinne von sportlichem Fairplay vonseiten der Vereinsoffiziellen ist anscheinend nicht zu erwarten, wenn selbst Herr Rangnick, den ich anders eingeschätzt hatte, nach dem Spiel in einem Interview allen Ernstes behauptete, dass das keine Schwalbe und schon gar keine Absicht von Tim Werner war. Da wurde die Vasallentreue zum eigenen Spieler schamlos übertrieben. Da wundert man sich auch schon gar nicht mehr, dass der Spieler Werner nicht in der Situation und nicht mal nach dem Spiel die innere Kraft aufbrachte, seinen Fehler, die Schwalbe, zuzugeben, das ist dann wohl so wie im richtigen Leben. Auf der anderen Seite kann ich mir nicht mal vorstellen, dass das einem Spieler wie Uwe Seeler oder Miroslav Klose, um nur zwei „der anderen Sorte“ zu nennen, hätte passieren können.

Video-Beweis muss her

Wenn also schon die zum Teil grotesken Fehler der Schiris unvermeidbar sind, kann die damit verbundene sportliche und natürlich auch wirtschaftliche Ungerechtigkeit dadurch weitestgehend beseitigt werden können, das man sich endlich des Videobeweises bedient. Im vorliegenden Fall müsste zudem die DFB-Sportgerichtsbarkeit umgehend in Aktion treten, und den sportlichen Betrug des Spielers Werner, und nicht anders sind solche Schwalben zu bezeichnen, noch nachträglich ahnden. Der gerne in solchen oder ähnlichen Fällen zitierte Hinweis auf eine Tatsachenentscheidung geht an dem wirklichen Sachverhalt vorbei. Andy Möller ist übrigens damals nachträglich mit einer Sperre von zwei Spielen und 10 000 DM Geldstrafe belegt worden.

Bildquelle: pixabay, Clker-Free-Vector-Images, CC0  Public Domain

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Hartmut Schmidt

Der Autor war Fußballspieler, Trainer und Schiedsrichter. Heute analysiert Schmidt die deutsche Bundesliga und den DFB-Pokal mit einem scharfen Blick auf die Leistung der Unparteiischen.


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