Für traditionelle Clubs könnte es böse Überraschung geben

Die erste Hälfte der laufenden Bundesligasaison ist beendet, und eine ganze Reihe der Clubs werden die fast sechswöchige Winterpause  sehnlichst erwartet haben, um zwingend notwendige Reparations-, Regenerations- und/oder Verstärkungsmaßnahmen in Angriff nehmen zu können.

Unbestritten ist sicherlich, dass der Meisterschaftstitel an den FC Bayern vergeben ist; mit 11 Punkten Vorsprung, bei sage und schreibe nur vier Gegentoren in 17 Spielen (welch ein Armutszeugnis der gegnerischen Mannschaften!), dazu das gegenüber den Bayern eindeutig reduzierte, zu häufig  schwankende Leistungsvermögen der Verfolger – wer möchte da am 25. nationalen Titel des FC Bayern zweifeln!? Der Punktevorsprung wird sich wieder auf rund 20 Punkte belaufen, da muss man kein Hellseher sein.

Bei den von Anfang an am Ende der Tabelle befindlichen traditionellen Clubs wird es am Ende der Saison für den einen oder anderen sicherlich eine böse Überraschung geben; ich denke da in erster Linie an Hertha BSC, Hamburg und auch Mainz 05, während Dortmund sich in der Winterpause endlich erholen wird.

Auffällig ist, dass bei Eckstößen kaum ein Verein die Torpfosten besetzt, diese taktische Variante gilt als nicht mehr zeitgemäß. Als Begründung wird angeführt, dass die Spieler im Strafraum zur Raumabsicherung effektiver eingesetzt werden können. Das ist aber so zweifelhaft wie unverständlich, da doch die abwehrende Mannschaft bei Eckstößen ohnehin fast vollständig im Strafraum versammelt ist und sich gegenseitig auf die Füße tritt. Und wie kann es dann möglich sein, dass nach einem Eckstoß  immer wieder Angreifer per Kopf mehr oder weniger ungehindert an den Ball kommen und Tore erzielen? Jüngeres Beispiel: Naldo vom VfL Wolfsburg, dem das in Dortmund und im Spiel gegen den FC Köln gelang; aber es ließen sich noch viele andere anführen.

Auf der anderen Seite ist es völlig unstrittig und per Video belegbar, dass z.B. das Tor von Naldo gegen den FC Köln nicht gefallen wäre, wenn ein Verteidiger am „langen“ Pfosten gestanden hätte.

Also wenn schon die Pfosten nicht besetzt sind, dann darf auch kein Angreifer zum Kopfball kommen und schon gar nicht ungehindert.

Es fällt auch auf, dass diese Kopfbälle sehr oft aus einer Entfernung von 5-6 m oder auch weniger zustande kommen. Wo bleibt da das klärende, konsequente, mutige Herauslaufen des Torwarts, die doch alle um die 1,90 m groß sind und den Vorteil des erlaubten Gebrauchs der Hände haben? Auch das ist völlig aus der Mode gekommen, lieber wartet man tatenlos auf der Linie ab, wo die Abwehrchancen bei Kopfbällen aus so kurzer Entfernung gegen Null gehen, zumal wenn dann noch die Pfosten nicht besetzt sind

 

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Hartmut Schmidt

Der Autor war Fußballspieler, Trainer und Schiedsrichter. Heute analysiert Schmidt die deutsche Bundesliga und den DFB-Pokal mit einem scharfen Blick auf die Leistung der Unparteiischen.


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