Headset entscheidet das Spiel

Die meisten Mannschaften der 1. Fußball-Bundesliga machen deutliche Fortschritte auf dem Weg, eine ihrem Spielerpotenzial angemessene Form zu finden, das ist nach dem 3. Spieltag deutlich erkennbar. Wenig überraschend ist, dass sich die „üblichen Verdächtigen“ bereits schon wieder an der Spitze eingefunden haben: München, Leverkusen, Dortmund und dazu ist wohl auch Gladbach zu zählen. Gerade die letzten drei Mannschaften glänzen bereits unter Einbeziehung aller Mannschaftsteile durch eindrucksvollen Tempofußball. Bei Bayern München scheint diese Art des Fußballs nur mit Ribéry und/oder Robben möglich zu sein.

Wenig hilfreich sind bei Bayer Leverkusen die drei gelben Karten wegen Disziplinlosigkeiten und die wiederholten Schwalbenversuche von Kießling, da wird eine Menge Energie fehlgeleitet.
Schalke 04 glänzte nach anfänglichen guten zehn Minuten wieder durch Systemlosigkeit, eine lange Verletztenliste kann da nur bedingt als Entschuldigungsgrund herhalten. Trainer Keller setzt wohl wieder auf eine ähnlich erfolgreiche Rückrunde wie in der letzten Saison, und die Vereinsführung scheint sich an einer solchen hochriskanten Spekulation beteiligen zu wollen. Wenn das dann mal zumindest für die ersten drei Plätze nicht zu spät ist!?

Ein Wort noch zu Schiedsrichter Manuel Gräfe, der den Frankfurtern in ihrem Heimspiel gegen den Augsburger FC einen glasklaren Foulelfmeter versagte und es nach dem Spiel damit begründete, dass ihm der 4. Offizielle das strafstoßwürdige Vergehen wegen eines Ausfalls der Headset-Verbindung nicht habe mitteilen können. Welch eine erbärmliche Aussage! Der 4. Offizielle steht unzweifelhaft am weitesten weg vom Strafraum, deutlich näher befindet sich der Assistent an der rechten Linie und am nächsten zum Geschehen steht nun mal der Schiri selbst. Warum müssen der 4. Offizielle und seine technische Ausrüstung als Entschuldigungsgrund herhalten, wenn der Schiri nicht das sieht, was er schlichtweg sehen muss und was sicherlich alle im Stadion beobachten konnten?

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Hartmut Schmidt

Der Autor war Fußballspieler, Trainer und Schiedsrichter. Heute analysiert Schmidt die deutsche Bundesliga und den DFB-Pokal mit einem scharfen Blick auf die Leistung der Unparteiischen.


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