Politik

Manhattan Transfer ein Passagierbahnhof in Harrison, New Jersey (USA)
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Wiedergelesen: John Dos Passos: Manhattan Transfer

Um die Zerrissenheit der amerikanischen Gesellschaft oder ein Phänomen wie den Trumpismus  zu verstehen, ist es hilfreich, hin und wieder einen der großen Gesellschaftsromane zu lesen. Der Roman Manhattan Transfer von John Dos Passos (1896 – 1970) ist ein solcher. Er schildert aus der Perspektive zumeist kleiner Leute den Existenzkampf ums Überleben in der Großstadt…

Nolde Museum Seebüll
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Die Enttäuschung einer Generation – der grosse Emil Nolde war keiner von den Guten

Vor wenigen Tagen wurden im Bundeskanzleramt in Berlin zwei Gemälde des deutschen Expressionisten Emil Nolde (1867 – 1956) abgehängt. Als Grund sickerte durch, das habe mit der politischen Vergangenheit des Künstlers zu tun. Am 11. April 2019 berichtete die Süddeutsche Zeitung groß über neue Forschungserkenntnisse, die ein ganz anderes Licht als das gewohnte auf Noldes…

Traktionsbatterie im Egger-Lohner-Elektromobil, Baujahr 1899
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Sauber geht anders – über den Einfluss politischer Leitlinien auf die Qualität wissenschaftlicher Arbeit – Teil 2

In Teil 1 hatten wir Merkwürdigkeiten in einem Papier des Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) analysiert. In Teil 2 klären wir eine zentrale Frage: Woher kommt der Ladestrom für Elektroautos? Die Gesamtheit aller Kraftwerke (ob regenerativ, nuklear oder fossil) ist in einer Art Produktionsverbund zusammengeschlossen, dem öffentlichen Stromnetz. Eine seriöse CO2-Bilanz des E-Autos als…

Theo Waigel
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„Ehrlichkeit ist eine Währung“ eine wahre Autobiographie!

  „Wieder eine Politiker-Biographie!“ mögen viele bei der Meldung, „Theo Waigel hat seine Autobiographie veröffentlicht“, denken.  Achtzig Jahre auf 328 Seiten zwischen zwei Buchdeckeln.  Auch der Zeitpunkt zehn Tage vor seinem 80. Geburtstag passt. Also alles wie schon öfter gehabt. Doch schon der Titel „Ehrlichkeit ist eine Währung“ sollte den geneigten Leser neugierig machen.  Geht…

Schreckgespenster
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Ein neues Bodenrecht muss her! 

Enteignet wird längst… …so überschrieb „SpiegelOnline“ den Bericht über eine Debatte, die seit dem letzten Wochenende ausgebrochen ist. NRW-Ministerpräsident Laschet warnt vor dieser Debatte, als ob schon durch sie noch weniger Wohnungen gebaut werden würden als ohnehin. In mehreren Großstädten demonstrierten Zehntausende für das Recht auf Wohnen und gegen fast unbremsbare Mietpreissteigerungen. Logisch, dass in…

Flüchtlingslager von Überlebenden des Völkermords in Ruanda
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Eine Landschaft des Grauens – Über den Völkermord in Ruanda Teil 2

Die Monate April und Mai 1994 waren fürchterlich im Grenzgebiet von Zaire und Ruanda, in der Gegend rund um Goma. Etwas Unvorstellbares hatte sich ereignet: nördlich, südlich, westlich der Stadt hausten 1,2 Millionen Kriegsflüchtlinge aus Ruanda. Es gab keine Lebensmittel, kaum Wasser, keine Straße, keine Abwasserkanäle, keinerlei Verkehrsmittel. Die Menschen siechen dahin, sterben. Die Leichen…

Hausbesetzungen in Berlin der 80er Jahre
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Enteignung und das Grundgesetz

Selten so gelacht – kein Vorwurf bleibt denen erspart, die es wagen,  zum Thema Mietwucher das Wort „Enteignung“ auch nur auszusprechen. Besonders tut sich dabei der FDP-Vorsitzende Lindner hervor, der unmittelbar den Sozialismus à la DDR heraufziehen, dafür  aber die Freiheit von dannen ziehen sieht. In dem Vorsitzenden der Grünen, Habeck, vermutet er einen besonders…

Nyamata Gedenkstätte
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Um uns die Toten – Über den Völkermord in Ruanda

„Ich erwachte im Morgengrauen des 8. April durch den Krach von schwerem Gewehrfeuer auf. Der Mob war wieder auf der Straße, Schüsse wurden aus der ganzen Stadt gemeldet. Teile der Regierungstruppen und der Gendarmerie hatten sich am Vortag dem Wüten der Präsidentengarde und der Interahamwe angeschlossen. Alle UN – Standorte beherbergten Tausende angsterfüllter Ruander,“ erinnert…