Bundeswehr

Die Bundeswehr – Es mangelt nicht nur an Material, vor allem auch an Führung!

Wenn Sie, geschätzte Leserin, geschätzter Leser das merkwürdige und diskriminierende Wort „Mongowerkstatt“ googlen,  erscheint als Quelle hierfür die TAZ. Und wenn Sie die Worte „Affen mit Trisomie 21“ googlen, wird ebenfalls die TAZ als Quelle genannt. Die Zeitung bezieht sich auf Äußerungen eines Offiziers der Bundeswehr während einer Veranstaltung, die – so die TAZ eine „Weiterbildung“ gewesen sein soll. Die Äußerungen dieses Soldaten im Wortlaut: „Bin ich hier in einer Mongowerkstatt? Ihr seid Affen mit Trisomie 21“. Am vergangenen Dienstag war im Deutschen Bundestag zu erfahren war, dass es sich um einen Major der Bundeswehr handelt. Der Vorgang entstammt dem Jahresbericht  des tüchtigen Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels, eines früheren sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten.

Mit dem Wort „Mongowerkstatt“  sind Werkstätten für behinderte Menschen gemeint, die Worte „Affen mit Trisomie 21“ sind auf Menschen mit Down Syndrom gemünzt.

Der widerliche Vorgang spielte am Dienstag eine Rolle im Bundestag, weil die frühere Bundesgesundheitsministerin und jetzige Abgeordnete Ulla Schmidt, wissen wollte, ob die Bundesverteidigungsministerin Kramp- Karrenbauer ein Beförderungsverbot von zwei Jahren für diesen Major und ein gekürzter Sold für ein Jahr für ausreichend erachte. Die Ministerin versprach, sich die schlimme Angelegenheit noch einmal genau anzugucken.

Für die frühere Ministerin ist das unbefriedigend. Denn bei dem Offizier handelt es sich um einen Major, der in der Bundeswehr nach den Grundsätzen der inneren Führung führen soll. Derartige Äußerungen sind das Gegenteil von innerer Führung und sie belegen, dass jemand, der behinderte Menschen als „Affen mit Trisomie21“ bezeichnet, ungeeignet ist, Soldatinnen und Soldaten zu führen. Sold-Kürzung reicht da nicht. Der Mann kann Schrauben sortieren, Bundeswehr-Parkplätze bewachen oder an der Pforte Besucher nach dem Ausweis fragen – an der Spitze einer  Bundeswehreinheit hat so jemand nichts zu suchen. Post Scriptum: einen Namen zu diesem Mann am falschen Platz sucht man vergebens.

Bildquelle: Pixabay, Bild von boo_ist_online, Pixabay License

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Klaus Vater
Über  

Redakteur 1972 und bis 89 in wechselnden Redakteursaufgaben. 90 bis 99 wiss. Mitarbeiter der SPD-Bundestagsfraktion, Büroleiter Dreßler, 2000 Sprecher Bundesarbeitsministerium, dann des Bundesgesundheitsministeriums, stellv. Regierungssprecher; heute: Publizist, Krimiautor, Lese-Pate.


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