Einbahnstrassenschild

Freie Bühne im Deutschlandfunk für Impfblödsinn

Während der vergangenen Tage habe ich mich über die Ratlosigkeit gewundert, die namhafte Menschen ergreift, wenn´s um die Frage geht: Impfen gegen die Infektion mit Corona-Viren oder nicht. Der Deutschlandfunk hat vorgestern dem stellvertretenden bayrischen Ministerpräsidenten Aiwanger fast 20 Minuten Zeit, Aufmerksamkeit gegeben während derer der Spitzenkandidat der Freien Wählerschaft für die Bundestagswahl seinen Blödsinn über die Impfungen loswerden konnte. Über die „Einheitsspritze“, über Nebenwirkungen, dass ihm „die Spucke weggeblieben“ sei, über Impfen mit einem seiner Meinung nach wenig tauglichen Impfstoff namens astrazeneca und so weiter. Aiwanger meinte, dass Abstand halten und Maske tragen sowie Hände desinfizieren eigentlich reichten.

Es muss doch möglich sein, dass sich die die namhaftesten Frauen und Männer aus Wissenschaft und Forschung, Fußball und Kirchen bzw. Religionen, aus den Bereichen Arbeit und Kapital, Exekutive und Legislative, Literatur und Philosophie zusammentun und auf wenige Sätze einigen, die lauten:

Liebe Bürgerinnen und Bürger, seid vernünftig, lasst Euch gegen die Gefahr und die Möglichkeit impfen, mit Corona Viren infiziert zu werden. Und wenn Ihr das nicht tut, weil ihr nicht an die Wirksamkeit glaubt, dann tut es Eurer Lebenspartner wegen, der Kinder zuliebe und damit Eure Eltern weiter leben.

Vertraut auch darauf, dass Eure gewählten Vertreter in den Parlamenten jede Einschränkung Eurer Bürgerrechte wieder bei Seite schieben, wenn die Gefahr der Erkrankung durch Corona Viren dauerhaft geschwunden ist.
Wir stehen mit unseren guten Namen für Gesundheit und Recht ein.
Oder ist die Zeit für eine solche Aktion vorbei? Es kann ja sein, dass der eine oder die andere meinen, wenn sie hören: Impfen ist die beste Lösung: Jetzt muss ich erst recht dagegen sein. Denen sollte gesetzlich verboten werden, über den Horizont hinaus zu reisen, denn da, wo der Horizont ist, hat die große Scheibe ihr Ende.

Bildquelle: Pixabay, Bild von Gerd Altmann, Pixabay License

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Klaus Vater
Über  

Redakteur 1972 und bis 89 in wechselnden Redakteursaufgaben. 90 bis 99 wiss. Mitarbeiter der SPD-Bundestagsfraktion, Büroleiter Dreßler, 2000 Sprecher Bundesarbeitsministerium, dann des Bundesgesundheitsministeriums, stellv. Regierungssprecher; heute: Publizist, Krimiautor, Lese-Pate.


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