Mann ohne Gesicht

Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften

Neulich las ich im Feuilleton einer Tageszeitung, dass große Werke der Weltliteratur wie etwa der Ulysses von James Joyce, Krieg und Frieden von Lew Tolstoi, Moby Dick von Herman Melville oder eben Der Mann ohne Eigenschaften zwar zum Bücherbestand vieler gehörten, die eine hohe  (kulturelle) Bildung genossen haben, jedoch niemals – zumindest nicht mehr als nur den Anfang – gelesen worden seien. So ging es lange Zeit auch mir. Nach wiederholten Anläufen habe ich immer wieder davor davor kapituliert, diesen großen Klassiker von Musil zu lesen. Im letzten Jahr war es dann so weit. Welch ein Glück, denn dieses enorme Werk (von insgesamt an die 2.000 Seiten) „muss“ man in seinem Leben (zumindest einmal) gelesen haben. Der „Gewinn“ in Gestalt einer kulturellen Bereicherung ist groß, und ich möchte mit dem Folgenden dafür ein wenig werben.

Der Roman hat, wie zu erwarten, viele Facetten und Themen, die es sich lohnte, behandelt und besprochen zu werden. Hier jedoch ist Konzentration und Fokussierung geboten, um nicht ins Uferlose oder ins reine Nacherzählen zu verfallen. Nach einer Betrachtung des historischen Kontextes, in dem der Roman entstanden ist und spielt, werde ich versuchen, dem titelgebenden Thema auf die Spur zu kommen: Was ist ein Mann ohne Eigenschaften?

Im Zentrum von Musils Hauptwerk, erstmals 1930 erschienen, steht der junge Intellektuelle Ulrich, der von der Tradition gleichermaßen geprägt ist wie von der Moderne. Tradition bedeutet die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, im Roman Kakanien genannt, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einem erodierenden Zustand des sich Überlebthabens und der Dekadenz befindet; Moderne, das ist der Gedanke an Demokratie und republikanische Staatsverfassung, getragen von einem selbstbewussten Bürgertum, das dem Adel die Vorherrschaft streitig zu machen gedenkt. Es ist die Wirklichkeit, welche die Möglichkeiten weckt, heißt es zu Beginn des Romans, wo es um die Herkunft von Ulrich geht, und welches kulturell-soziale Erbe er antritt. Gott macht die Welt und denkt dabei, es könnte ebensogut anders sein. Ulrichs Prägungen sind sowohl aristokratisch-konservativ wie bürgerlich, mit feudalen wie demokratischen Elementen versehen, oder: zwischen dem Gefühl der rastlosen Bewegung in Geschwindigkeiten und dem stürmischen Bedürfnis: Aussteigen! Abspringen! Ein Heimweh nach Aufgehaltenwerden, Nichtsichentwickeln, Steckenbleiben, Zurückkehren zu einem Punkt, der vor der falschen Abbiegung liegt! Hieran sieht man bereits, dass Musil seine Figuren, allen voran die Hauptfigur, nicht in Schwarz-Weiß malt, sondern in Zwischentönen, sie mit Ambivalenzen unter widersprüchlichen Umständen ausstattet. Ulrichs Herkunft beschert ihm, so heißt es weiter, das aristokratische Talent eines fast unbewußt, aber sicher wägenden Hochmuts, zum geistigen Adel zu gehören, getragen nicht vom materiellen Besitz und Stand, sondern vom Geist des aufstrebenden Bürgertums.

Ebenso schillernd und zwiespältig fällt die Charakterisierung der gesellschaftlich-politischen Zustände aus, wenn es etwa heißt: Es wurde klerikal regiert, aber man lebte freisinnig. Vor dem Gesetz waren alle Bürger gleich, aber nicht alle waren eben Bürger. Und nicht minder ironisch heißt es über die Landesbewohner, sie hätten nicht den einen sie kennzeichnenden, österreichischen Charakter, sondern mindestens neun Charaktere, wozu der Autor einen Berufs-, einen National-, einen Staats-, einen Klassen-, einen geographischen-, einen Geschlechts-, einen bewußten, einen unbewußten und vielleicht auch noch einen privaten Charakter zählt; er vereinigt sie in sich, aber sie lösen ihn auf. 

Wie der junge Ulrich zu seiner Zeit steht, kommt in der Zwiespältigkeit, die in diesem Zitat steckt, treffend zum Ausdruck: ‚Man kann seiner eigenen Zeit nicht böse sein, ohne selbst Schaden zu nehmen‘, fühlte Ulrich. Er war auch jederzeit bereit, all diese Gestaltungen des Lebendigen zu lieben. Was er niemals zustande brachte, war bloß, sie restlos, so wie es das soziale Wohlgefühl erfordert, zu lieben; seit langem blieb ein Hauch von Abneigung über allem liegen, was er trieb und erlebte, ein Schatten von Ohnmacht und Einsamkeit, eine universale Abneigung, zu der er die ergänzende Neigung nicht finden konnte. Es war ihm zuweilen gerade zumute, als wäre er mit einer Begabung geboren, für die es gegenwärtig kein Ziel gab.

Auch in seinem näheren Umfeld wird Ulrich als eine nicht greifbare Person wahrgenommen; so etwa von dem engen Freund Walter, der sich selbst als jemand mit Eigenschaften ansieht, die er bei Ulrich vermisst. Beim Versuch, sich über ihn ein Bild zu machen, kommt er zu dem Schluss, daß Ulrich nichts ausdrücke als dieses aufgelöste Wesen, das alle Erscheinungen heute haben. Wenn selbst die Nächsten zu diesem (Fehl-)Schluss neigen, liegt es nahe, dass Ulrich in dem, was er denkt und fühlt, ein Unverstandener ist, jedenfalls jemand, der nicht in die üblichen Schemata und Erwartungshaltungen seiner Zeit und seines Umfeldes passt. Dabei ist er alles andere als ein unbeschriebenes Blatt, sondern einer mit kritischem Urteilsvermögen, hohen Ansprüchen an sich selbst und seine Umwelt, gediegener Bildung und Geisteskraft, zugleich aber auch einer tiefen existentiellen Verunsicherung, die aus seiner Herkunft und seiner Verortung in der Zeit(geschichte) herrührt.

Schon im Jugendalter entwickelt Ulrich ein Konzept oder die Idee vom hypothetischen Leben, das ihm Möglichkeitsräume eröffnen soll, um sich gegen einengende Festlegungen und Beschränkungen zu  wappnen. Der Autor bescheinigt diesen Vorstellungen den Mut zum Wagnis, aus der unfreiwilligen Unkenntnis des Lebens geboren, denen etwas Rührendes und Erschütterndes anhaftet.

Ein spannendes Gefühl, zu irgendetwas ausersehen zu sein, ist das Schöne und einzig Gewisse in dem, dessen Blick zum erstenmal die Welt mustert. Und es ist Ausdruck eines Willens, sich nicht festzulegen und nicht festlegen zu lassen. Darum zögert er, aus sich etwas zu machen; ein Charakter, ein Beruf, eine feste Wesensart, das sind für ihn Vorstellungen, in denen sich schon das Gerippe durchzeichnet, das zuletzt von ihm übrigbleiben soll. Er sucht sich anders zu verstehen; mit einer Neigung zu allem, was ihn innerlich mehrt, und sei es auch moralisch oder intellektuell verboten, fühlt er sich wie einen Schritt, der nach allen Seiten frei ist, aber von einem Gleichgewicht zum nächsten und immer vorwärts führt.

Das also ist die Geburtsstunde des Mannes ohne Eigenschaften? Es sieht ganz danach aus, denn Musil lässt Ulrich mit zunehmender Lebenserfahrung und Reifung dieses Konzept des hypothetischen Lebens weiterentwickeln und ausfeilen – bis hin zum Gedanken des Ichbautriebs als einer Grundverhaltensweise. Vom Begriff der Hypothese ausgehend gelangt Ulrich zu dem des Essays; konstitutiv bleibt jedoch die Suche als immerwährender Versuch zu leben. Und das Leben selbst soll eines sein, das sich jenseits der Festlegungen im Bereich der Möglichkeiten bewegt, die es, in Abhängigkeit von den Umständen, zu erkennen und auszuschöpfen gilt.

Ungefähr wie ein Essay in der Folge seiner Abschnitte ein Ding von vielen Seiten nimmt, ohne es ganz zu erfassen. … Der Wert einer Handlung oder einer Eigenschaft, ja sogar deren Wesen und Natur erschienen ihm abhängig von den Umständen, die es umgaben, von den Zielen, denen es diente, mit einem Wort, von dem bald so, bald anders beschaffenen Ganzen, dem sie angehörten. 

Utopien sieht Ulrich als Möglichkeiten an, die zur Wirklichkeit werden könnten, sofern die Umstände sie daran nicht hinderten – was allerdings meist der Fall ist. Gemäß seiner Utopie des Essayismus ist der Mensch der Inbegriff seiner Möglichkeiten; dies zeige sich weniger in der kruden Realität, wo das Mittelmaß, die Normierung und die Verflachung vorherrschten, als vielmehr beispielsweise in der Psychiatrie, wo eine heitere Verstimmung aufgrund von Steigerungen, Übertreibungen etc. den Ton angäbe.  Essayisten sind für ihn Meister des innerlich schwebenden Lebens, ihr Reich liege zwischen Religion und Wissen, Intellekt und Lyrik. Kurzum: sie sind Heilige ohne Religion.

Ist Ulrich, so wie ihn Musil kennzeichnet, ein Phantast, ein Träumer? Wenn er all das vielleicht auch ist und mit seiner Figur ein Don Quichote des 20. Jahrhunderts geschaffen worden wäre, so geht sie in diesen Attributen jedoch keineswegs auf. Denn es ist derselbe Ulrich, der seine Ansichten unter anderem aus Studien im Gerichtssaal gewinnt, die ihm ein Bild des Lebens darbieten. Er und seine Freunde Walter und Clarisse verfolgen hier den Prozess gegen den Sexualmörder Moosbrugger, an dessen Ausgang das Todesurteil gegen diesen ausgesprochen werden wird.

Im Roman sind immer wieder ganze Kapitel diesem M. gewidmet, die insgesamt die Figur und ihr Schicksal hinreichend ausleuchten; stilistisch variabel: mal in Form der Selbstreflexion, mal berichtsförmig aus einer Beobachterperspektive; inhaltlich die biografische Genese vom Außenseiter zum Verbrecher nachvollziehend, mit all dem Schmerz, der Erniedrigung und Demütigung, die dazugehören, wenn man ins gesellschaftliche Abseits gerät. Was Ulrich an diesem „Fall“ fasziniert und welchen Stellenwert er in seiner Utopie des Essayismus hat, soll im Folgenden aufgespürt und nachgezeichnet werden – immer wieder aus dem Grund, dem vermeintlich eigenschaftslosen Mann auf die Spur zu kommen.

Musil führt die Figur des Moosbrugger von Beginn an so ein, dass ihr etwas Geheimnisvolles, ja Faszinierendes anhaftet, etwa wenn es heißt: Wenn die Menschheit als Ganzes träumen könnte, müßte Moosbrugger entstehen. Vor dem Hintergrund der Polarität von Wirklichkeit und Möglichkeit und den Räumen, die beide Sphären gerade in Ulrichs Denken einnehmen, gehört M. der irrealen Sphäre des Möglichkeitsraumes an, in der auch die Träume ihren Platz haben. Und das, obwohl wir es mit einem Delinquenten, ja einem Gewaltverbrecher zu tun haben, der sich vor Gericht zu verantworten hat. Da fragt man sich, was Ulrich mit dieser Figur verbindet.

Dieses fürchterliche Spiel der Gesellschaft mit ihren Opfern beschäftigte Ulrich. Er fühlte es in sich selbst wiederholt. Kein Wille zuckte in ihm, weder um Moosbrugger zu befrein, noch um der Gerechtigkeit beizuspringen, und das Gefühl sträubte sich wie das Haar einer Katze. Moosbrugger ging ihm durch etwas Unbekanntes näher an als sein eigenes Leben, das er führte; er ergriff ihn wie ein dunkles Gedicht, worin alles ein wenig verzerrt und verschoben ist und einen zerstückt in der Tiefe des Gemüts treibenden Sinn offenbart.

Wie ungewöhnlich diese Wahrnehmung Ulrichs ist, wenn er in Moosbruggers Existenz einen verborgenen Sinn, das Faszinosum des Unbekannten, ja Ungelebten verspürt, wird deutlich, wenn man das befreundete Paar Walter und Clarisse hinzuzieht, die zusammen mit Ulrich dem Prozess beiwohnen. Auch die Freundin fühlt sich bemüßigt, sich um den Angeklagten zu kümmern, wenn sie meint, man müsse etwas für Moosbrugger tun. Aber zwischen den Motiven Ulrichs und ihren liegen Welten. In Clarisses Augen verdient M. Beachtung, weil sie ihn für musikalisch hält; und dann verweist sie auf den Philosophen Friedrich Nietzsche, zu dessen Ehren in Kakanien ein Gedenkjahr veranstaltet werden soll; etwas ähnliches habe auch M. verdient, denn das Gemeinsame liege ihres Erachtens darin, dass beide geisteskrank seien. Auf den ersten Blick erscheint dieser Vergleich absurd oder selbst verrückt, wenn nicht auch hier – wie an unzähligen Stellen des Romans – eine Musil eigene Ironie im Spiele wäre.

Im Kapitel 59 wird nicht wie hier über Moosbrugger gesprochen, sondern aus seiner Perspektive selbst. Unter dem Titel Moosbrugger denkt nach ist zu erfahren, wie er über sein Leben reflektiert und seine aktuelle Situation als auf sein Urteil wartenden Sträflings empfindet.

Daß sein Abschied seiner würdig sein müsse, stand für ihn fest, denn sein Leben war ein Kampf um sein Recht gewesen. In der Einzelzelle dachte Moosbrugger darüber nach, was sein Recht sei. Das konnte er nicht sagen. Aber es war das, was man ihm sein Leben lang vorenthalten hatte. … ‚Recht,‘ dachte er so, als ob er mit jemand spräche, ‚das ist, wenn man nicht unrecht tut oder so, nicht wahr?‘ – und plötzlich fiel ihm ein: ‚Recht ist Jus.‘ So war es; sein Recht war sein Jus! … Er dachte ohnehin langsam, die Worte bereiteten ihm Mühe, er hatte nie genug Worte … Die Juristen konnten zwar besser reden als er und hielten ihm alles mögliche entgegen, aber von den wirklichen Zusammenhängen hatten sie keine Ahnung.

Aus dieser Selbstreflexion spricht die Würde des nach herrschenden Regeln und Gepflogenheiten Unterbemittelten, der allein sprachlich, in der Artikulation, denen gegenüber, die Recht sprechen, benachteiligt ist. Gleichwohl fühlt er sich nicht so subaltern, wie es den Bessergestellten vorkommen mag, wenn er sich auf seine Befähigung im Denken besinnt: Und in seinen großen Zeiten beachtete Moosbrugger gar nicht die Stimmen und Gesichte, sondern er dachte. Er dachte besser als andere, denn er dachte außen und innen. Und dann kommt ihm ein wahrhaft philosophischer Gedanke: Das Leben bildet eine Oberfläche, die so tut, als ob sie so sein müßte, wie sie ist, aber unter ihrer Haut treiben und drängen die Dinge…

An Stellen wie dieser kann eine Nähe zu Ulrichs Gedankengebäuden wie etwa denen vom Wirklichkeits- und Möglichkeitssinn sowie der Utopie des Essayismus ausgemacht werden. Auch seine kritisch-ambivalente wie ironische Sicht auf die Justiz und deren institutionelle Macht lassen solche Schlüsse zu.

Gerichtshöfe gleichen Kellern, in denen die Weisheit der Vorvorderen in Flaschen liegt; man öffnet diese und möchte darüber weinen, wie ungenießbar der höchste, ausgegorenste Grad menschlicher Genauigkeitsanstrengung wird, ehe er vollkommen ist.

Gleichwohl ist Ulrich nicht imstande, sich moralisch-ethisch vom Todesurteil, das das Gericht gegen Moosbrugger ausspricht, zu distanzieren. Er hadert mit einer entmutigenden Mischung von Grausamkeit und Erleiden auf Seiten des Verurteilten und der Mischung von Genauigkeit und Fahrlässigkeit bei der Urteilsfindung bzw. Rechtsprechung; beides ist ihm unangenehm. Was in Ulrich vor sich geht, sind immer wieder Abwägungen über den Wert einer Handlung oder einer Tat (wie etwa einem Mord) in Abhängigkeit von den Umständen, die sie umgeben, und den Zielen, denen sie dienen.

Das ist übrigens nur die einfache Beschreibung der Tatsache, daß uns ein Mord als ein Verbrechen oder eine heroische Tat erscheinen kann und die Stunde der Liebe als die Feder, die aus dem Flügel eines Engels oder einer Gans gefallen ist. Aber Ulrich verallgemeinerte sie. … Es entstand auf diese Weise ein unendliches System von Zusammenhängen, in dem es unabhängige Bedeutungen … überhaupt nicht mehr gab; das scheinbar Feste wurde darin zum durchlässigen Vorwand für viele andere Bedeutungen, das Geschehende zum Symbol von etwas, das vielleicht nicht geschah, aber hindurch gefühlt wurde, und der Mensch als Inbegriff seiner Möglichkeiten, der potentielle Mensch, das ungeschriebene Gedicht seines Daseins, trat dem Menschen als Niederschrift, als Wirklichkeit und Charakter entgegen.

Ulrich projiziert sein Gedankengebäude genauso auf die Figur und den Fall Moosbrugger im Besonderen wie auf seine Wahrnehmungen der Realität im Allgemeinen; M. ist dabei sowohl der krasse Gegensatz zu seiner eigenen Existenz als auch ein Musterbeispiel des Essayismus, wenn auch in tragischer Ausprägung.

Dass Musil diese Polarität als Gegenwelten, die gleichwohl miteinander verflochten sind, in den Roman so einbaut, kann dadurch motiviert sein, die Bestrebungen Ulrichs noch schärfer zu konturieren. Ein letztes  Zitat möge diese Vermutung  unterlegen: So saß (Moosbrugger) als die wilde, eingesperrte Möglichkeit einer gefürchteten Handlung wie eine unbewohnte Koralleninsel inmitten eines unendlichen Meeres von Abhandlungen, das ihn unsichtbar umgab.

Wenn es ein Bezugssystem zwischen Ulrich und Moosbrugger geben sollte, so wäre abschließend zu fragen, ob M. auch ein Mann ohne Eigenschaften sei und worin dieser sich von der Provenienz unterscheide, die Ulrich verkörpert. Dazu noch die folgende Stelle:

Moosbrugger ist Mann ohne Eigenschaften, weil er alle Eigenschaften hat und ist, Ulrich ist Mann ohne Eigenschaften, weil er weiß, er könnte jede beliebige annehmen. Moosbrugger ist »M. o. E.« im Indikativ, Ulrich »M. o. E.« im Konjunktiv, wirklicher Möglichkeitsmensch.

Alles klar?

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Dr. Petra Frerichs, Studium der Literatur- und Sozialwissenschaften, schreibt über Literatur (und Kunst), am liebsten gegen das Vergessen von guten alten Sachen.


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