Mauer

Trump – Der transatlantische Feind

Ami go home, das war einmal ein Wahlspruch der extremen Linken in Deutschland. Doch wenn jüngste Meinungsumfragen nicht täuschen, ist dies inzwischen die vorherrschende Meinung hierzulande. Donald Trumps spontane Ankündigung, die amerikanischen Truppen aus Deutschland abzuziehen, weil sich Berlin weigert, auf die Ostseepipeline zu verzichten, die russisches Erdgas nach Europa transportieren wird. Überdies moniert der seltsame Herrscher im Weißen Haus den nach wie vor unzureichenden Verteidigungsbeitrag der Deutschen. Besserung immerhin ist zugesagt.

Trump scheint zu vergessen, dass Deutschland ein souveränes Land ist und kein Vasall. Es war eine Frechheit sondergleichen, dass der US-Botschafter in Berlin sich in deutsche Innenpolitik einmischte und auf diese Weise seine Karriere förderte. Vor allem aber schneidet sich die Administration ins eigene Fleisch. Die amerikanischen Einrichtungen in der Eifel machten Sinn. Von hier aus betrieben die USA ihre Nah- und Mittelostpolitik. Hier existiert ein Lazarett, in dem amerikanische Soldaten erfolgreich behandelt werden können. Der Weg in die USA ist viel zu weit.

In der Eifel lagern bis heute amerikanische Atomwaffen. Deutsche Piloten hätten sie im Fall des Falles in Richtung Russland zu befördern. Eine Vorstellung, die einem pervers vorkommt zu einem Zeitpunkt, da alle Welt der Toten und Verletzten der Atomwaffenangriffe von Hiroshima und Nagasaki gedenkt.

Deutschland verdankt den USA viel, und zwar nicht nur die erste funktionierende Demokratie auf deutschem Boden. Es waren die USA, die sich massiv für die deutsche Wiedervereinigung einsetzten, als europäische Länder wie Großbritannien, Frankreich und die Niederlande noch zögerten.

Trump und seine Republikaner werden das Gegenteil dessen erreichen, was sie anstrebten. Längst ist sichergestellt, dass die Ukraine ein Erdgas-Transitland bleibt. Überdies sind längst die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass im Notfall Deutschland Erdgas in die Ukraine liefern könnte. Europa kann jederzeit Erdöl aus Algerien beziehen. Warum dann Erdgas aus Amerika, das den Nachteil hat, den ökologischen Ansprüchen nicht zu genügen. Wo auch soll Erdöl aus den USA an Land gebracht werden? Norwegen, Dänemark und Schweden wehren sich dagegen, dass Skagerak und Kattegat befahren werden. Eine Havarie dort hätte schwerwiegende Folgen für den Umweltschutz.

So schlecht, wie man meinen könnte, waren die Beziehungen zur Sowjetunion und zu Russland nicht. Man erinnere sich nur an das Mannesmann-Röhrengeschäft. Mitten im Kalten Krieg bat die Sowjetunion den Stahlspezialisten von der Ruhr um Röhren, die in der Lage seien, Erdgas aus Sibirien in den europäischen Teil Russlands zu leiten. Und so geschah es denn auch. Es wirkte dies wie eine vertrauensbildende Maßnahme

Unvergessen ist bis heute, wie Konrad Adenauer nach Moskau reiste und diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion aufnahm mit der Folge, dass die letzten deutschen Kriegsgefangenen heimkehrten.

Deutsche NATO-Truppen sind, was Washington zu ignorieren scheint, durchaus in Osteuropa stationiert, allerdings nicht in Polen, was damit zusammenhängt, dass die Pis-Regierung einen deutschlandfeindlichen Ton anschlägt, der nach Auffassung Berlins deutschen Soldaten nicht  zuzumuten ist. Allerdings kassiert Polen beachtliche Summen aus dem EU-Haushalt, was heißt, auch aus deutschen Quellen, zur Verbesserung der Infrastruktur. Mit einem Teil dieses Geldes will Warschau die Stationierung amerikanischer Truppen in Polen finanzieren. Trump würde, was er am besten kann, nämlich Geld verdienen.

Verkehrte Welt, könnte man meinen. Vergessen wird darüber, dass Bundeswehrstreitkräfte zum Ausgleich in Litauen ihren Dienst versehen. Ist das denn nichts ? Die militärischen Einrichtungen, die im Laufe der Jahre in der Eifel und in Rheinland-Pfalz entstanden sind, werden auch in Zukunft weiter genutzt werden, und zwar zur Terrorbekämpfung in Afrika, so zum Beispiel in Mali, wo schon jetzt deutsche Soldaten stationiert sind. Die Vereinten Nationen in New York sind durchaus dankbar und greifen immer wieder gern auf deutsche Unterstützung zurück. Dass die USA ein verstörtes Verhältnis zur Weltorganisation haben, steht auf einem anderen Blatt. Ändern lässt sich daran offensichtlich nichts.

Bildquelle: Pixabay, Bild von Karsten Paulick, Pixabay License

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