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Home Kultur Buchbesprechungen

Von der Roman-Utopie zur Corona-Realität

Petra Kappe Von Petra Kappe
12. April 2020
Finnwal

Einsamkeit ist Lesezeit. Einige Tage lag „Der Wal und das Ende der Welt“ unangetastet da. In diesen Zeiten eine Weltuntergangsgeschichte zu lesen, war vermutlich keine gute Idee. Die täglichen Nachrichten liefern Schrecken schon im Übermaß. Als aber der unterhaltsame und erbauliche Leseproviant zur Neige ging, griff ich schließlich doch zu dem gut 450 Seiten langen Roman von John Ironmonger und eine seltsame Leseerfahrung begann.

Die Parallelen zu dem, was unsere Wirklichkeit gerade ausmacht, sind frappierend. Bis in Details, die mit dem Corona-Virus in unseren Alltag gekommen sind, verblüfft der britische Autor mit seiner vor fünf Jahren veröffentlichten Fiktion. Die deutschsprachige Ausgabe erschien 2019.

Viel ist von Lieferketten die Rede, von Infektions- und Sterblichkeitsraten, von Ansteckungsgefahr und Inkubationszeit. Selbst das Toilettenpapier, das in Corona-Zeiten zum Inbegriff des Mangels geworden ist, taucht als Klopapier in den zu hamsternden Vorräten auf.

Viel ist auch vom Kapitalismus die Rede, von den wirtschaftlichen Implikationen der Globalisierung, von Abhängigkeiten und Exzessen, Spekulanten, Raubrittern und Plünderern. Dem Egoismus jedoch, der als zentrales Wesensmerkmal der Menschen und ihres nach Wachstum gierenden Wirtschaftssystems gilt, setzt der 1954 geborene Autor den Zusammenhalt und die Solidarität entgegen.

Die Realität verändert das Lesen. Von Seite zu Seite wächst das Staunen über die Parallelen und darüber, dass eine Pandemie, wie wir sie gerade erleben, schon vor Jahren denkbar war. Inzwischen wissen wir von wissenschaftlichen Szenarien, die ähnliche Gefahren beschrieben haben. Wir wissen eine Menge über die Spanische Grippe, SARS und – wenn auch nicht genug – über Covid19.

In das Staunen mischt sich beim Lesen immer wieder die Frage, wie hätte dieser Roman noch vor wenigen Wochen auf mich gewirkt? Hätte mich die Geschichte von Joe Haak gepackt, der nicht von ungefähr Jonas heißt und an die biblische Geschichte von Jona und dem Wal anknüpft, die ähnlich auch im Koran zu finden ist?

Auf diese Fragen gibt es keine Antwort mehr. Und die zuversichtliche Sicht auf den Menschen, der in der Krise menschlich bleibt (oder wird), der seinen Egoismus hinter die Verantwortung für die Gemeinschaft zurückstellen und über sich hinauswachsen kann, wie es auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Osteransprache formuliert hat, diese Sicht ist vorerst ein Hoffnungswert.

Joe Haak jedenfalls wird vom Zocker einer Londoner Investmentbank zu einem selbstlosen Überlebensretter. Ein Finnwal spuckt ihn an den Strand eines Dorfes in Cornwall. Die Dorfgemeinschaft rettet erst ihn, später den Wal, dann rettet Joe das Dorf über die Wochen eiserner Quarantäne, und als Weihnachten naht, rettet der Wal das Dorf und das Nachbardorf, und die ganze Welt ist gerettet. Zusammenhalt hat geholfen, die Grippepandemie zu überstehen. Das Ende der Welt ist nicht gekommen. Wie es weitergeht und was die Welt aus der überwundenen Krise lernen wird, bleibt offen.

Roman. Aus dem Englischen von Tobias Schnettler und Maria Poets. S. Fischer Verlag. Frankfurt a. M. 2019. 22 Euro.

Bildquelle: Pixabay, Bild von Sarah Richter, Pixabay License

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Tags: BuchbesprechungCoronaDer Wal und das Ende der WeltJohn IronmongerPandemieUtopieVirus
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