Der Umgang mit Flüchtlingen ist peinlich

Die Welt ist aus den Fugen geraten und Millionen sind auf der Flucht, Tausende strömen nach Deutschland, um hier Schutz zu suchen, Unterschlupf zu finden, ein Dach über dem Kopf zu erhalten, um etwas zu trinken und zu essen zu bekommen. Um zu überleben. Eine schwierige Situation auch für NRW, keine Frage, weil die Zahl der Flüchtlinge explodiert ist. In so kurzer Zeit kann man keine Unterkünfte schaffen, die einen gehobenen Standard eines Hotels haben. Aber die Plätze, die wir den Gästen anbieten, sollten sauber sein, über Toiletten und Waschräume verfügen, diese Plätze sollten kontrolliert werden, und die, die sie kontrollieren, müssen Übergriffe verhindern helfen, dafür sorgen, dass es ein friedliches Miteinander gibt. Diese Menschen müssen Mitmenschlichkeit zeigen, sie haben eine große soziale Aufgabe. Ein ensprechendes polizeiliches Führungszeugnis oder Ähnliches muss sie als dafür qualifiziert ausweisen. Man kann das nicht einfach delegieren, damit es weiter delegiert wird,man darf nicht das Risiko eingehen, dass irgendwelche Leute sich hier als Hilfssheriffs aufspielen. Und dass es wie in Essen und in Burbach und wo auch immer sonst noch zu Übergriffen gekommen ist, dass diese Wachleute Menschen zu Boden gestoßen und ihnen die Füße auf den Kopf gedrückt haben, ist ein Skandal, der untersucht werden muss.

Die Schuldigen müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Diese armen Menschen kamen zu uns und suchten Schutz und einige von ihnen erfuhren glatt das Gegenteil. Das muss das ein Nachspiel haben für alle Beteiligten und streng, sehr streng untersucht werden, ohne Rücksicht auf Ämter oder Parteien oder Personen. Dass so etwas bei uns passiert, im Land an Rhein und Ruhr, hätte ich mir nie vorstellen können. Die Bilder und Berichte sind schockierend, abstoßend das Verhalten der Menschen, die ihren Aufgaben nicht gerecht geworden sind, sondern ihre Rolle missbraucht haben. Es macht einen fassungslos. Die Ministerpräsidentin von NRW, Hannelore Kraft, hat sich geschämt für das, was da passiert ist. Dem kann man nur zustimmen. Dabei darf man es nicht belassen. Es darf nicht sein, dass Flüchtlinge in ihrer großen Not zu uns kommen und wir ihnen den Schutz nicht geben, den sie brauchen. Entschuldigungen werden nicht ausreichen. Dieser Skandal muss aufgearbeitet werden. Es darf nicht sein, dass das Ansehen dieses schönen Landes von einigen wenigen in den Schmutz gezogen wird.  Danach muss das Thema Flüchtlinge auf die Agenda, es muss ein Bundes-Thema werden mit allen Konsequenzen.

 

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Alfons Pieper

arbeitete als stellvertretender Chefredakteur und Berliner Chefkorrespondent für die WAZ. 2009 gründete Pieper den Blog "Wir in NRW". Heute ist er Chefredakteur des Blogs der Republik.


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