• Über uns
  • Freund*innenkreis
  • Verein
  • Autor*innen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Archiviert
  • Contra AfD
Samstag, Juni 6, 2026
Blog der Republik
Advertising
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Blog der Republik
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Politik

WOCHENMARKT: Vom Verlust des „Kölschen Gefühls“ und der preußischen Verantwortung für Massentourismus im Dom

Norbert Bicher Von Norbert Bicher
6. Juni 2026
Wochenmarkt, Zeichnung: Wolfgang Schieffer (Waldmaler.de)   

Die Aufregung ist groß. „Das Herz von Köln schlägt nicht mehr gratis“, trauerte der Stadtanzeiger, als bekannt wurde, dass der Besuch im Dom demnächst einen Preis hat. Zwölf Euro Eintritt für alle (Kinder ausgenommen),  die das berühmte Weltkulturerbe am Rhein nicht als Betende aufsuchen, sondern als Staunende oder Touristen besichtigen wollen.

Über Monate hatte das Domkapitel beraten, sah aber keine Möglichkeit mehr, das bekannteste Bauwerk Deutschlands, eines der berühmtesten Gotteshäuser der Welt, ohne die Zahlung  von Eintrittsgeldern erhalten zu können. Die „ewige Baustelle“ verschlingt Geld, viel Geld. Mehrere Millionen im Jahr. Allein die Arbeit der Dom-Schweizer und die Reinigung kosten täglich über 40 000 Euro. Zehntausende Besucher am Tag hinterlassen in dem meist besuchten Bauwerk der Welt ihre Spuren.

Alle Appelle, alle Bitten um Spenden, alle Ideen um originelle Unterstützung für den Dom reichten nicht. Zwar werben viele regionale Unternehmen und Initiativen mit dem Dom als Logo für ihre Produkte und ihre Attraktivität, aber kosten lassen wollen sie sich diese Werbung wenig bis nichts.

Die Not der Verantwortlichen ist also groß. Unbestritten. Aber zwölf Euro sind ein stolzer Preis. Für Touristen aus aller Welt, die das gotische Kunstwerk einmal im Leben bestaunen wollen, zu verschmerzen. Die Kölner jedoch finden, dass ein Gang in den Dom Minuten des Innenhaltens sind, für sie ein Lebensgefühl. Ob sie gläubig sind oder nicht, der Dom gehört zu ihnen wie der Rhein oder ein Kölsch.

Vielen geht es wie dem bekannten Kölner Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff. Er gehe manchmal spontan in den Dom, sagte er dem Kölner Stadtanzeiger. Das sei kein klassischer touristischer Besuch, aber auch kein Beten im strengeren Sinne. Letzteres soll in Zukunft ja kostenlos bleiben.

„Der Dom“, schrieb ein Leser der Zeitung, „ist mehr als nur ein Bauwerk – er ist zentraler Bestandteil des ‚Kölschen Gefühls‘. Daher darf dieser Sakralbau, diese Jahrhundertealte Wallfahrtstätte und das Grabmal der Heiligen Drei Könige nicht durch ein Eintrittsgeld entweiht werden.“

Eine etwas kuriose, aber nicht von der Hand zuweisende Begründung für die auch durch den Over-Tourismus entstandenen Probleme der Dom-Erhaltung hat Domdechant Robert Kleine parat. Das Wahrzeichen der Stadt steht einfach an der falschen Stelle. Direkt neben dem Bahnhof sei er ein Einfallstor für jeden, der in die Stadt kommt. Kleine schwärmt von der idyllischen Lage des wunderbaren Bamberger Doms, der für Touristen und Pilger erst durch eine Wanderung zum Hügel am Rande der Bamberger Altstadt erreichbar ist.

Die direkte Lage neben dem Hauptbahnhof:  Das ist die späte Rache der Preußen an den oft widerborstigen Rheinländern. Denn als sich der Preußenkönig Wilhelm IV. Mitte des 19. Jahrhunderts entschloss, die Fertigstellung des Doms zu unterstützen, formulierte er eine Bedingung: neben dem Zeichen kirchlicher Macht müsse in unmittelbarer Umgebung als Monument der weltlichen preußischen Macht der Bahnhof mit der Zufahrt über die Hohenzollernbrücke gebaut werden. „Ich wünsche mir“, so der Preußenkönig, „in geradliniger Achse direkt auf den Dom zufahren zu dürfen.“

So umstritten die jetzige Eintrittsgebühr sein mag: die Kölner wissen wenigstens, wer für das Dilemma ursprünglich verantwortlich ist.  Preußens Herrscher haben ihnen den weltweiten Massenandrang auf ihr Stück Heimat eingebrockt.

Der Kölner Literatur-Nobelpreisträger Heinrich Böll (1917–1985) hat es schon immer gewusst. Er schätzte den Kölner Dom nur bedingt. Denn,  so wird Böll zitiert: „Der Dom, wie wir ihn heute kennen, ist doch ein Produkt von preußischem Machtstreben. Seine Fertigstellung sollte eine Duftmarke der Hohenzollern zur Beherrschung des rheinischen Territoriums sein.“

Bildquelle: Zeichnung vom Niehler Wochenmarkt: Wolfgang Schieffer (Waldmaler.de)

Print Friendly, PDF & EmailAusdrucken/PDF erstellen:
Teilen Sie diesen Artikel:
Instagram
Vorherigen Post

Welch eine Schmach in der UNO – Man fühlt sich erinnert an 1978 in Argentinien

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaut mal hier

  • Justizskandal im Sauerland: Das von Charlotte Merz, Ehefrau von Bundeskanzler Friedrich Merz, geleitete Amtsgericht erließ einen rechtswidrigen Durchsuchungsbeschluss gegen eine junge SPD-Frau 08.09.2025
  • Geschichtsrevisionismus: Basteln an der „zweiten Geburt“ 15.4.2025
  • Leak zu Zwei-Klassen-Struktur beim BSW - Sahras Knechte 22.2.2025
  • Sätze aus dem Wahlprogramm der AfD - und was sie bedeuten 18.2.2025
  • Kulturbegriff der AfD : Aufgeladen mit völkischer Ideologie 5.2.2025
  • Das Spiel der Lobbyisten und Politiker: Erik Ahrens – Ein tiefer Fall innerhalb der rechtsextremen Netzwerke 23.1.2025
  • Petition: Finger weg von unserer Demokratie, Herr Musk 3.1.2025

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 2.961 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

Werbung

[the_ad id="27291"]

Letzte Kommentare

  • Dr. Johannes Klotz bei Maschinen, die klüger werden als ihre Erbauer — und warum das keine Science-Fiction mehr ist. Gastbeitrag von Axel Fersen und Karl Hans Bläsius
  • Richard Fischels bei Liebe Israelis!
  • Roland Kusterer bei Liebe Israelis!
  • Philipp bei Kanzlertausch? Berliner Gerüchte Wüst gegen Merz?

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 2.961 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

  • Trending
  • Comments
  • Neueste
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

18. März 2024
Alice Weidel, Elon Musk und Esel, Screenshot Tik Tok

ARD-Wahlarena – Weidels Lügen sind Methode

18. Februar 2025
Feigenblatt

Alice Weidel: Das lesbische Feigenblatt und das Familienbild der AfD

1. Januar 2025
Screenshots von TikTok_Accounts aufgestachelter Bauern oder AfDlern oder anderen "Empörern"

Aufruf zur Bauerndemo in Berlin, AfD-Anhänger und andere Rechtsextreme mobilisieren.

24. Oktober 2024
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

Screenshot ARD-Mediathek zur Sendung von Caren Miosga

Talk bei Miosga: Die Entlarvung der Sahra Wagenknecht

Kriegszerstörungen in der Ukraine

Ukraine: Verantwortungsbewusstes Handeln statt gefährlicher moralischer Überheblichkeit

Mauer in der NS-Ordensburg Vogelsang mit NS-Adler im Mauerwerk

Lasst Höcke regieren!

Wochenmarkt, Zeichnung: Wolfgang Schieffer (Waldmaler.de)   

WOCHENMARKT: Vom Verlust des „Kölschen Gefühls“ und der preußischen Verantwortung für Massentourismus im Dom

6. Juni 2026
Boxendes Känguru mit am Boden liegenden Boxer

Welch eine Schmach in der UNO – Man fühlt sich erinnert an 1978 in Argentinien

5. Juni 2026
Scrabble "Equity"

Liebe Israelis!

4. Juni 2026
Grafik "Rüstungsausgaben des Bundes 2026-2030

Aufrüstung auf Pump, Sparen beim Rest – für mehr Sicherheit? Gastbeitrag von Arno Gottschalk

3. Juni 2026

BLOG DER REPUBLIK

Blog der Republik

Kategorien

  • Allgemein
  • Buchbesprechungen
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Politik
  • Wirtschaft

Kategorien

  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte

Schlagwörter

AfD CDU Demokratie EU Frieden Merz NoAfD Rechtsextremismus Ukraine wehrhafte Demokratie

© 2026 Blog der Republik.

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!

© 2025 Blog der Republik