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Home Politik

Ach Herr Kauder, wie schön, dass Sie sich ärgern

Alfons Pieper Von Alfons Pieper
24. Februar 2017
Böser Hund

„Von einem Herrn Schulz lassen wir uns nicht verdrängen“, poltert CDU-Fraktionschef Volker Kauder und macht deutlich, wie genervt die Christdemokraten angesichts anhaltender guter Umfragewerte des politischen Gegners sind. So, so, von einem Herrn Schulz.. Ganz schön arrogant, Herr Kauder. Klingt so wie: Was will denn dieser Mann aus Würselen? Wir, die Union, regieren schließlich mit Angela Merkel und werden das weiterhin tun. Und überhaupt: Die Wählerinnen und Wähler entscheiden, wer Ende September das Land regiert und nicht der Herr Kauder.

Selbstverständlich ist Martin Schulz noch nicht Kanzler. Das hat auch niemand behauptet. Der Weg ist weit, gewählt wird erst in sieben Monaten. Aber dazwischen werden Landtage gewählt, im Saarland, in Schleswig-Holstein und in NRW. Wenn sich der so genannte Schulz-Effekt weiter so auswirkt, kann das in dem einen oder anderen Fall spannend werden. Selbst in NRW scheint sich die Kampagne der CDU unter Armin Laschet gegen die SPD-geführte Landesregierung nicht zu lasten von Hannelore Kraft auszuwirken, sondern eher einem Eigentor zu gleichen. Bei der letzten Umfrage erreichte die NRW-SPD immerhin 37 Prozent der Stimmen, knapp unter dem letzten Wahlergebnis von 2012. Schlechte Daten für ein Land sind die eine Sache. Damit kennen sich die Bürgerinnen und Bürger an Rhein und Ruhr bestens aus und damit kommen sie auch sehr gut zu Recht. Aber dies dazu zu benutzen, das Land schlecht reden zu wollen, das mögen die Leute nicht. Sie leben eben gern in NRW. Das kann man so ähnlich nachlesen bei Johannes Rau.

Zurück zu Martin Schulz, gegen den die Union die Messer wetzt. Bestimmte Papiere sind wohl von langer Hand vorbereitet– man wollte etwas gegen den Kandidaten aus Europa in der Hand haben. Der frühere CDU-Generalsekretär Herbert Reul hat gesammelt und aufgeschrieben. Ob das was bewirkt? Es müsste schon handfest sein, ansonsten könnten das Rohrkrepierer werden. Wie es heißt, soll Reul nicht gerade zu den Freunden von Schulz zählen, höflich formuliert. Dabei Herr Reul, ist Rache ein Getränk, das man still genießen muss. Fragen Sie mal Joschka Fischer.

Und dass Martin Schulz im Falle einer Übernahme der Regierungsverantwortung von Änderungsplänen spricht, die Hartz-IV-Reformen sanieren will, wer will ihm das verdenken? Gerade die Hartz-Gesetze haben teils zur Spaltung der SPD geführt, Zigtausende von Mitgliedern haben deswegen die Partei verlassen. Diese Beweggründe hat sich Martin Schulz offensichtlich genauer angeschaut und würde im Falle eines Wahlsieges hier ansetzen. Auffallend ist, dass seit seiner Nominierung die SPD einen sensationellen Mitgliederzulauf hat. Auch der Zuspruch zur AfD scheint gebremst. Ein Wort zum Kanzler der Hartz-Gesetze, Gerhard Schröder: Der hat nach dem Ausscheiden aus dem Amt auf Kritik an der Agenda 2010 gesagt: „Weder bin ich Moses, noch sind das die zehn Gebote“. Was doch nichts anderes bedeutet, als diese Agenda im Licht der Entwicklung zu prüfen und zu korrigieren, wo es nötig erscheint.

Im ARD-Deutschlandlandtrend überholt die SPD die Union das erste Mal seit zehn Jahren. Auch das ist nur ein Signal, dass Schulz gewinnen könnte, nicht mehr als ein Stimmungstest. Und: Mancher Kommentator in der Hauptstadt und in Möchtgern-Hauptstädten wird sich künftig möglicherweise mit Festlegungen wie diesen zurückhalten: Kanzler wird er nicht. Das entscheiden auch die Wählerinnen und Wähler und nicht die Kommentatoren.

Bildquelle: pixabay, OpenClipart-Vectors, CC0 Public Domain

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Tags: BundestagswahlCDUKanzlerkandidatKauderMartin SchulzReulSchmutzkampagneSPDWahlkampfstrategie
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Comments 1

  1. Thomas Meier says:
    9 Jahren ago

    Diese erbärmliche Äußerung spiegelt sehr schön die Erbärmlichkeit des Herrn Kauder wieder.
    Wenn die CDU nach der Bundestagswahl so tolle bessere Politik machen will, warum tut’s sie dann nicht schon seit Jahren?
    Bitte gehen Sie endlich Herr Kauder! Und nehmen Sie den Herrn Altmeier bitte gleich mit!

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