Ja – es war furchtbar und so traurig, dieser Anblick, das Tier mit seiner geschundenen Haut, diese zunehmende Durchlässigkeit von Leib und Seele. Sein laut hörbares schweres Atmen.
Sein Schmerz. Ob er wohl Angst verspürt? Das einsame Wesen, und niemand spricht mit ihm. Von Trost kann keine Rede sein.
Unser Mitleiden war und ist groß.
Hat er das verdient, dieses Säugetier des Ozeans, durch die klimatisch inzwischen ja auch durch Menschenhand verworrenen Meeresströme so in die Irre geführt worden zu sein?
Wahrscheinlich geschieht trotz all unserer Hoffnung auf sein Überleben kein Wunder, und unser Wal wird elend zu Grunde gehen.
Vor unser aller Augen.
Vor unser aller Augen?
Vor unser aller Augen – werden unzählige Menschen gequält, Tag für Tag und Stunde für Stunde, haben unermesslich viel Angst vor der Zerstörung, der sie hilflos ausgeliefert sind. Erleben das sinnlose Verzichten ihrer mühselig aufgebauten Existenz, erleiden Millionenfach entsetzliche Schmerzen, ihre Verzweiflung, sie kann erst aufhören in ihrem Tod – auch der ein Kampf, der nie ein freiwilliger sein wird.
„UND WOFÜR DAS ALLES?“
– fragte vor Wochen eine Ukrainerin im Anblick ihres zerschossenen Hauses, mit tonloser Stimme, jenseits aller Hoffnung, in die Kamera des deutschen Fernsehens.
Ja, und für uns Alle sichtbar.
Nein – ich weiß mir und uns keinen guten Rat, bis auf den vagen Wunsch, die durchdrehenden Herren der Welt mögen endlich mit ihrem irren Gemetzel aus lauter mächtiger Profitgier jenseits von humanem Mitfühlen endlich endlich aufhören, und alle Frauen der Welt bis dahin gemeinsam in einem wahren Sex – und Gebär Streik – sich heftig wehren gegen solchen toxischen Wahnsinn!
Ach ja – und unser Wal – er hat einen Namen. Er heißt „Butscha-Gaza“.














nachträglich noch zur eventuell nötigen Klärung:
Die turbokapitalistische Aufmerksamkeits-Industrie mit Milliarden-Profit weltweit überfrachtet unsere irritierbaren Gemüter vorrangig mit SUPERLATIVEN:
entweder mit putzig harmlosen Tierbildchen – und pinken zuckrigen Filmchen, oder mit schlimmsten Unfällen, oder mit brutaler Gewalt, mit skrupellosen Tätern…
Hauptsache neverending und nach dem fatal bewährten Verkaufsmotto aus dem Trump-Lager: „Flood the zone with shit.“
Ja, die User international so dermaßen mit prinzipienlosen Angebotsdrogen mental zuzuballern, dass keine humanistische Haltung mehr übrigbleibt.
Weder konstruktiv über die realen Ursachen unserer so gefährlichen Klimakrise, noch über die imperialen Motive der Kriegstreiber wird medial wirksam kritisch berichtet.
Insefern ist die trauige Geschichte vom verirrten Wal immerhin eine Möglichkeit, mal wieder sich in einem unverstörten Mitgefühl kollektiv einig zu sein, ohne sich durch ein konkret solidarisches Handeln des Widerstands irgendwo eingreifend zu engagieren!
so long Marianne Bäumler