Mönch und großes Holzkreuz

„Der liebe Gott sieht Alles“. Kein Trost – nirgends

„Hochwürden“ eingesperrt:

prächtig
glänzende
Klamotten,
heilig, heilig,
darin nur verkleidet,
ewiglich
so verkannt
der
sehnsüchtige Leib,
der
so böse verbannt
und
der
so elend verkommt,
so ganz irdisch.

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Die Theater-, Film- und Literaturkritikerin schreibt für diverse Zeitungen und arbeitet für den öffentlich rechtlichen Rundfunk. Sie promovierte über Erich Kästner, lehrte an der Universität Marburg, arbeitete als Dramaturgin und machte Dokumentarfilme für den WDR und andere ARD-Sender.


'„Der liebe Gott sieht Alles“. Kein Trost – nirgends' hat 3 Kommentare

  1. 28. Januar 2022 @ 14:20 Klaus Schweizer

    Geniales freches Gedicht.
    Glückwunsch an Frau Dr. Bäumler

    Antworten

  2. 29. Januar 2022 @ 22:51 Ralf Liebers

    Eine pointierte und wunderbar treffende Beschreibung des Leibes und seines „Ganges der Dinge“.
    Aber, was ist mit dem Geist, wo ist sein Platz in diesem Spiel? Ist es nicht der Geist von Hochwürden, der sich aufschwingt und dem Leib das prächtige Gewand überzieht, glaubend, nun sei seine Verderbtheit verhindert, nicht beachtend, dass er in diesem Leib wohnt?
    Der Geist von Hochwürden ist krank und wird mit dem „Gang der Dinge“ des Leibes mitgerissen. Er kann nicht entkommen, obwohl er dazu fähig wäre, wenn er nicht tricksen würde. Wenn er an seine Fähigkeiten glauben würde!

    Antworten

  3. 30. Januar 2022 @ 16:54 Jurek Büchner

    Ja, jede totalitäre Herrschaft braucht gefügige Untertanen. Entsprechend der unheilige Pakt: Der ZÖLIBAT unterdrückt das kraftvoll sinnliche Selbstbewußtsein, ersatzweise jede Menge Prunk, und Ehrfurcht von Seiten der beichtwilligen kleinen Sünder.

    Antworten


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