Anne Hidalgo

Frankreich wählte grün

 


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Hätte man es voraussehen können? Dass Straßburg, wo jahrelang die Rechte im Rathaus das Sagen hatte, hätte man noch  am ehesten nachvollziehen können. Seit die Rheinbrücke nach Kehl wieder geöffnet ist, kommen französische Besucher in ein Bundesland, in dem ein Grüner als Ministerpräsident seit Jahren regiert. In einer Reihe von Städten ist die Kommunalpolitik fest in grüner Hand. Aber sonst? Für Staatspräsident Macron und seine Partei, die „République en Marche“, war es eine herbe Niederlage. Erstaunlich niedrig war die Wahlbeteiligung. Denn viele Wähler blieben in Zeiten der Corona-Krise dann doch lieber zu Hause. Im ersten Wahlgang war es schließlich zu Ansteckungen gekommen. Ein Versagen der Verwaltung? Es wird dies jedenfalls untersucht.

Macron wird deshalb nicht scheitern, obwohl natürlich der Wahlsieg der linken Amtsinhaberin in der Haupstadt schmerzt. Die Sozialistin Anne Hidalgo, die in der vergangenen Wahlperiode wirklich nichts unterließ, sich die Autofahrer zu Feinden zu machen und Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß aus der Innenstadt zu verbannen. Im Wahlkampf versprach sie, 170 000 neue Bäume zu pflanzen. Das wirkte. Der Name Hidalgo weist auf spanische Vorfahren hin. In der Dankesrede an ihre Wähler erzählte sie voller Stolz ein Stück Familiengeschichte. Eltern und Großeltern seien aus der Diktatur Fancos geflohen. Derlei macht Eindruck.

Umso mehr muss es sie betroffen machen, dass in der katalanischen Grenzstadt Perpignan das rechtsradikale Rassemblement Marine Le Pens künftig den Bürgermeister stellt. Überragend war der Vorsprung nicht, aber immerhin. Der Vater Le Pen hatte im Algerienkrieg eine abscheuliche Rolle gespielt. Er ließ Schäferhunde auf islamische Gefangene hetzen und ließ diese dann verbluten. Es wäre dies ein Fall für das Kriegsverbrecher-Tribunal in den Haag gewesen. Aber nichts dergleichen geschah. Die Konzentrationslager tat er ab als „geschichtliche Nebensache“. Querkontakte hat Marine Le Pen in Deutschland mit der AfD. Wenn dies nicht zu denken geben muss! Macron wird die Zeichen der Zeit wohl richtig deuten. Er muss zwansläufig etwas tun für Klimaschutz, Umwelt und Biodervisität. Er hat in Daniel Cohn-Bendit auch schon einen sachkundigen Berater gefunden. Cohn-Bendit ist in Frankreich geboren und war einer der Wortführer, als die Studenten in Nanterre nahe Paris  1968 tagelang gegen Staat und Regierung  aufbegehrten. Präsident Charles de Gaulle ließ ihn in die Heimatstadt seiner Familie, nach Frankfurt, ausweisen. Ein Treppenwitz der Zeitgeschichte. Nun ist er als Experte gefragt.

Bildquelle: flickr, CC Jacques Paquier

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