Arena in München in Regenbogenfarben, 2016

Fußball-Euro: Es geht um Geld, Macht, nicht um Werte -Deshalb keine Regenbogenfarben beim Kick gegen Ungarn

Das ist schon erbärmlich, was sich während der Europameisterschaft der Elite-Kicker abspielt. Was sich die UEFA leistet. Beim Spiel der deutschen Mannschaft am Mittwoch gegen Ungarn darf die Münchner Arena nicht in Regenbogenfarben erstrahlen. Das hat-dreimal dürfen Sie raten- entschieden: Genau, der autokratische und demokratiefeindliche ungarische Regierungschef Victor Orban. So weit sind wir jetzt schon in unseren Europa, dessen politische Führer in ihren Sonntagsreden immer wieder die angeblich so wichtigen Werte predigen. Aber wehe, es winkt jemand mit Geld, dann ist es schnell vorbei mit diesen so hohen Werten.

Der Antrag der bayerischen Landeshauptstadt, die Außenbeleuchtung des Bayern-Stadions, die sonst in rot-weißen Farben leuchtet, beim Kick der Deutschen gegen die Ungarn in den Regenborgenfarben erstrahlen zu lassen, wurde von der UEFA gnadenlos abgelehnt. Was als Zeichen von Toleranz geplant war, von Weltoffenheit, Integration und gegen Diskriminierung, darf nicht sein, weil es dem undemokratischen Machthaber im kleinen Ungarn nicht passt. Der fremdenfeindliche Orban, der rassistischem Gedankengut huldigt, darf jubeln. Das als Signal gegen die homo- und transsexfeindliche Haltung der ungarischen Regierung gedachte Spiel mit den Regenbogenfarben findet nicht statt.

Orban hatte die UEFA wissen lassen, dass Ungarn einspringen werde, falls es wegen Corona zu Problemen mit dem Endspiel in London kommen könnte. Er, der kleine Diktator, sieht das ja nicht so eng mit Corona. In Budapest garantiert Orban sogar ein volles Haus, das bringt Kohle, gute Stimmung, Jubel. Was zählen da schon Werte? Und dass der mächtige DFB hier etwas ändern würde, dass er mal Front machte für Toleranz, gegen Diskriminierung, das kann man nicht erwarten.

Bildquelle: Sinnbildner, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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Alfons Pieper

arbeitete als stellvertretender Chefredakteur und Berliner Chefkorrespondent für die WAZ. 2009 gründete Pieper den Blog "Wir in NRW". Heute ist er Chefredakteur des Blogs der Republik.


'Fußball-Euro: Es geht um Geld, Macht, nicht um Werte -Deshalb keine Regenbogenfarben beim Kick gegen Ungarn' hat einen Kommentar

  1. Avatar

    23. Juni 2021 @ 23:34 Marianne Bäumler

    kein Stress unter Demokraten wg. einem Streifen im bunten Symbol!

    Danke für Ihren Artikel, lieber Alfons Pieper.

    Der Regenbogen als weltweites Symbol eint die toleranten Menschen auch zum Wunsch nach Frieden für Alle!
    Kein wesentlicher Unterschied also wegen einem Streifen!

    Ich finde, – die Pazifisten sollten unbedingt mit den Sinnenfrohen WeltbürgerInnen gemeinsam und solidarisch auftreten, denn der natürlich bunte, so farbenfrohe Regenbogen an sich verbindet global zur menschenfreundlichen Toleranz!
    Bitte nicht auseinanderdividieren lassen, erst recht nicht von autoritären Antidemokraten, denen FriedensfreundInnen sowieso auch so schon suspekt sind wie die gleichgeschlechtliche Liebe, leider.

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