Roger Willemsen

Zum Tod von Roger Willemsen

Er hatte dieses Leuchten, dieses selten schöne Leuchten in seinen klugen Augen. Es überstrahlte sein Gesicht, seine Gestalt, das Leuchten ging über auf seinen Gesprächspartner, übertrug sich auf sein geneigtes Publikum. Auch wenn er so scharfsichtig seine analytischen Fragen stellte und scharfsinnig seine kritischen Erkenntnisse vortrug, auch wenn er Trauriges zu berichten wusste, und eine schöne Melancholie in seinem Gesicht aufschien – dieses Leuchten, es blieb. Es blieb, und es gab Kraft, eine Kraft, die beinahe körperlich zu spüren war, ein wesentlicher Wärmestrom.

Nun ist er gegangen, mit seinen 60 jungen Jahren, und wir bleiben fassungslos zurück. Ja, es scheint eine so selten deutliche Leere entstanden dort, wo immer er öffentlich präsent war, die Leute gar sein Staunen bestaunen konnten, wo seine geistreiche Prägnanz einem fast privat nahe kam. Roger Willemsen hat mit seinem global wirksamen Engagement, mit seiner regenbogenbunten Energie so Viele und Vieles erreichen können, er wird wie ein springlebendiger Leuchtturm auch in unseren zukünftig schwierigen Zeiten zumindest wie ein gütiges Echo unbedingt anwesend bleiben.

Wer in Rogers Sinne spenden möchte: www.afghanischer-frauenverein.de

Bildquelle: Wikipedia, blu-news.org – Roger Willemsen, C BY-SA 2.0

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Marianne Bäumler

Die Theater-, Film- und Literaturkritikerin schreibt für diverse Zeitungen und arbeitet für den öffentlich rechtlichen Rundfunk. Sie promovierte über Erich Kästner, lehrte an der Universität Marburg, arbeitete als Dramaturgin und machte Dokumentarfilme für den WDR und andere ARD-Sender.


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