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Antisemitismus bis über den Tod hinaus – Und dass auch noch steuerbegünstigt!

Der gerichtsnotorische Holocaustleugner, Hitler-Bewunderer, Rechtsextremist und Reichsbürger- Anhänger Henry Hafenmayer ist dieser Tage in Berlin Stahnsdorf beerdigt worden. Er ist an einer Stelle beerdigt worden, auf welcher viele Jahre zuvor der  aus einer jüdischen Familie stammende und von den Nazis vertriebene Musikwissenschaftler Max Friedländer beigesetzt worden war. Die Umstände sprechen gegen einen Zufall.

Die Grabstätte für Hafenmayer war vom früheren Berliner NPD- Vorsitzenden Uwe Meenen erworben worden, nachdem zuvor der Wunsch abgelehnt worden war, Hafenmayer an einem zentral gelegenen Ort auf dem Stahnsdorfer Friedhof beizusetzen. Die Friedhofsverwaltung, die offenkundig über Hafenmayers Einstellungen zu dessen Lebzeiten informiert war, machte geltend, dass dort viele Tote jüdischer Herkunft und Glaubens lägen. So suchten Hafenmayers Anhänger die abseits gelegene  Stelle, an der Friedländer beerdigt worden war.

Dort steht auch noch der Grabstein Friedländers, allerdings während der Beisetzung Hafenmayers verhüllt. Das entspricht dem üblichen Vorgehen bei historischen Grabstätten. Der Friedhof insgesamt steht unter Denkmalschutz, der dann auch für Grabsteine gilt. Wir zu erfahren ist, hat die Friedhofsverwaltung nach der Beerdigung Hafenmayers Änderungen vorgenommen: „Das Friedhofspersonal entfernte politisch provokative Schleifen und Dekoration, eine Schärpe gehörte nicht dazu. Inzwischen sind alle Kränze beseitigt.“ Für das Netzwerk Tolerantes Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf (NTTKS) ist die Beisetzung Hafenmayers an dieser Stelle nichts anderes als eine Provokation. Wer sich umhört, der findet Hinweise darauf, dass der Friedhof der politischen Rechten durchaus bekannt ist. Dort fanden wegen der vielen beerdigten Militärs bereits sogenannte Heldengedenkfeiern statt. Der Friedhof  ist nicht nur letzte Ruhestätte Theodor Fontanes und Rudolf Breitscheids, sondern dort wurden auch Generale und Ultrakonservative beerdigt.

Nach einem Bericht des Blick nach rechts wurde für die Bestattungskosten für Hafenmayer gesammelt: „Henry starb mittellos und hat keine Verwandten, so dass für die erheblichen Bestattungskosten im Kameradenkreis gesammelt werden muss. Uns steht hierfür das Konto eines gemeinnützigen Vereins zur Verfügung“.

Es handelt sich um den 1992 gegründeten „Bund Frankenland e.V.“, eingetragen beim Amtsgericht Würzburg und mit Sitz in der Seelenbinderstraße 42, der Bundeszentrale der NPD. Die Geschichte der Beisetzung Hafenmayers enthält eine Botschaft. Die lautet: wir lassen euch Juden auch nach eurem Tod nicht in Ruhe. Ihr habt hier nichts zu suchen. Was dem letzten Willen des Judenhassers Hafenmayer entspricht.

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Klaus Vater
Über  

Redakteur 1972 und bis 89 in wechselnden Redakteursaufgaben. 90 bis 99 wiss. Mitarbeiter der SPD-Bundestagsfraktion, Büroleiter Dreßler, 2000 Sprecher Bundesarbeitsministerium, dann des Bundesgesundheitsministeriums, stellv. Regierungssprecher; heute: Publizist, Krimiautor, Lese-Pate.


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