• Über uns
  • Freund*innenkreis
  • Verein
  • Autor*innen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Archiviert
  • Contra AfD
Montag, Juni 15, 2026
Blog der Republik
Advertising
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Blog der Republik
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Politik

Der Bundeskanzler und die angeblich arbeitsfaulen Deutschen: Vorbild Schweiz?

Christoph Habermann Von Christoph Habermann
29. Mai 2026
Hängematte im Garten

Die Deutschen sollen mehr arbeiten. Seit Beginn seiner Amtszeit wiederholt Bundeskanzler Friedrich Merz diese Aufforderung immer wieder. Manchmal unterstreicht er sie mit der Behauptung, in der Schweiz arbeiteten die Beschäftigten 200 Stunden im Jahr mehr als in Deutschland.

Woher diese Zahl kommt, sagt er nicht. Woher auch immer sie kommt, aus der amtlichen Statistik Deutschlands oder der Schweiz kommt sie nicht.

Das deutsche Statistische Bundesamt gibt die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit im Jahr 2024 in Deutschland mit 34,3 Stunden an, in der Schweiz sind es 35,2 Stunden. Aufs Jahr gerechnet sind das etwa 42 Stunden mehr.

Das Schweizerische Bundesamt für Statistik gibt die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit für das Jahr 2025 in der Schweiz mit 32,3 Stunden an, also zwei Stunden in der Woche weniger als in Deutschland.

Schaut man sich die Arbeitszeiten in den europäischen Ländern an, stellt man fest: Am längsten arbeiten die Beschäftigen in den armen Ländern, am kürzesten in den reichen Ländern.

Ganz hinten bei Einkommen und Wohlstand, aber ganz vorne bei langen Arbeitszeiten liegen Bulgarien, Polen, Rumänien, Griechenland und Serbien.

Ganz vorne bei Einkommen und Wohlstand, aber ganz hinten bei den Arbeitszeiten liegen die Niederlande, Dänemark, Deutschland Norwegen und die Schweiz.

Das  hängt entscheidend an der unterschiedlichen Produktivität der Arbeit und an der unterschiedlichen Qualität der sozialen Sicherungssysteme. Dazu kommt der hohe Anteil von Teilzeit-Beschäftigten in den reichen Ländern.

Männer gehen in der Schweiz übrigens weiter mit 65 Jahren in Rente und Frauen ab 2028 auch.

Wenn der Bundeskanzler also meint, die Deutschen sollten so viel arbeiten wie die Schweizerinnen und Schweizer, dann muss er sich fragen lassen, warum sie dann nicht auch mit 65 Jahren in Rente gehen können.

Während der Bundeskanzler den Deutschen viel fleissigere Schweizerinnen und Schweizer als leuchtendes Beispiel vorhält, ist der Präsident  des Schweizerischen Arbeitsgeberverbands ganz anderer Meinung.

Auf die Frage in der „Neuen Zürcher Zeitung“ vom 23. Mai 2026, ob in der Schweiz alle grundsätzlich länger arbeiten sollten, antwortet Severin Moser: „Ja, natürlich. Wir als Gesellschaft.“

Dem Schweizer Arbeitgeber-Präsidenten ist das, was der Bundeskanzler für vorbildlich hält, bei weitem nicht genug. Offenbar gilt der Grundsatz: Egal, wie lange tatsächlich gearbeitet wird, nie wird lange genug gearbeitet.

Wieder einmal zeigt sich: Ginge es nach dem Willen der Arbeitgeber-Verbände und ihrer politischen Unterstützung, dann würden sie am liebsten die für sie jeweils günstigsten Regelungen aus allen Ländern miteinander kombinieren: Längere Arbeitszeiten, niedrigere Löhne, weniger Steuern und geringere Beiträge zur den sozialen Sicherungssystemen, gute öffentliche Infrastruktur und möglichst viel öffentliches Geld für die Unterstützung von Forschung und Entwicklung.

Was Arbeitgeber-Verbände sich als Schlaraffenland für Unternehmen vorstellen, liefe darauf hinaus, wirtschaftlichen und technischen Fortschritt nur einer kleinen Minderheit zugute kommen zu lassen. Die grosse Mehrheit derer, die das Bruttoinlandsprodukt erwirtschaften, die Güter herstellen und Dienstleistungen erbringen, ginge leer aus. Sozialen Fortschritt gäbe es nicht mehr.

Dass das auch für die meisten Unternehmen keine gute Zukunftsperspektive ergäbe, wissen die Klügeren in Unternehmen, in der Wirtschaftswissenschaft und auch einige in Wirtschafts-Verbänden. Die sind aber leider in der Minderheit.

Die Mehrheit hat noch immer nicht verstanden, dass Autos keine Autos kaufen und auch KI-Programme keine KI-Programme. Die Mehrheit tut auch weiter so, als seien Menschen nichts anderes als Arbeitskräfte, Produktionsfaktoren, die möglichst lange und möglichst günstig genutzt werden sollten.

Dass die Wirtschaft gerade wegen ihrer grossen Bedeutung dienende Funktion für die Menschen haben muss, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Tatsächlich ist es aber ein Ziel, das immer wieder und unter immer wieder neuen Bedingungen erkämpft werden muss.

 

 

 

 

 

Print Friendly, PDF & EmailAusdrucken/PDF erstellen:
Teilen Sie diesen Artikel:
Instagram
Vorherigen Post

Kanzlertausch? Berliner Gerüchte Wüst gegen Merz?

Nächster Beitrag

AfD – Kriminelles und Kurioses vom rechtsextremen Rand Update 46

Nächster Beitrag
Mottowagen zur AfD beim Rosenmontagszug in Düsseldorf, 16.2.2026

AfD – Kriminelles und Kurioses vom rechtsextremen Rand Update 46

Comments 1

  1. Philipp says:
    2 Wochen ago

    30.05.2026; DIE AUSSAGEN VON POLITIKERN
    Oft verwenden Politiker in ihren Reden falsches Zahlenmaterial. Sie verblüffen damit die Bevölkerung zu mal noch ein forsches Auftreten dazu kommt. Wenn dies mehrfach auftritt wird natürlich deren Glaubwürdigkeit in Frage gestellt. Diese Konstellation ist auch bei Merz zu verzeichnen. Auch sein Ausspruch der damalige Kanzler Scholz sei ein Klempner der Macht dürfte ihn jetzt auf die Füße gefallen sein. Solche Entgleisungen streichen keine Persönlichkeit heraus und sollten nicht auftreten.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaut mal hier

  • Justizskandal im Sauerland: Das von Charlotte Merz, Ehefrau von Bundeskanzler Friedrich Merz, geleitete Amtsgericht erließ einen rechtswidrigen Durchsuchungsbeschluss gegen eine junge SPD-Frau 08.09.2025
  • Geschichtsrevisionismus: Basteln an der „zweiten Geburt“ 15.4.2025
  • Leak zu Zwei-Klassen-Struktur beim BSW - Sahras Knechte 22.2.2025
  • Sätze aus dem Wahlprogramm der AfD - und was sie bedeuten 18.2.2025
  • Kulturbegriff der AfD : Aufgeladen mit völkischer Ideologie 5.2.2025
  • Das Spiel der Lobbyisten und Politiker: Erik Ahrens – Ein tiefer Fall innerhalb der rechtsextremen Netzwerke 23.1.2025
  • Petition: Finger weg von unserer Demokratie, Herr Musk 3.1.2025

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 2.956 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

Werbung

[the_ad id="27291"]

Letzte Kommentare

  • Heinz Kränzlein bei 30 Jahre Bahnreform: Wie Deutschland seine Bahn systematisch ruiniert hat
  • Philipp bei Liebe Israelis!
  • E. Merwes bei Liebe Israelis!
  • Dr. Johannes Klotz bei Maschinen, die klüger werden als ihre Erbauer — und warum das keine Science-Fiction mehr ist. Gastbeitrag von Axel Fersen und Karl Hans Bläsius

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 2.956 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

  • Trending
  • Comments
  • Neueste
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

18. März 2024
Alice Weidel, Elon Musk und Esel, Screenshot Tik Tok

ARD-Wahlarena – Weidels Lügen sind Methode

18. Februar 2025
Feigenblatt

Alice Weidel: Das lesbische Feigenblatt und das Familienbild der AfD

1. Januar 2025
Screenshots von TikTok_Accounts aufgestachelter Bauern oder AfDlern oder anderen "Empörern"

Aufruf zur Bauerndemo in Berlin, AfD-Anhänger und andere Rechtsextreme mobilisieren.

24. Oktober 2024
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

Screenshot ARD-Mediathek zur Sendung von Caren Miosga

Talk bei Miosga: Die Entlarvung der Sahra Wagenknecht

Kriegszerstörungen in der Ukraine

Ukraine: Verantwortungsbewusstes Handeln statt gefährlicher moralischer Überheblichkeit

Mauer in der NS-Ordensburg Vogelsang mit NS-Adler im Mauerwerk

Lasst Höcke regieren!

Logo des Erhard-Eppler-Kreis

Die Entscheidung über Leben und Tod darf keine Maschine treffen

15. Juni 2026
Schuhspuren im Schnee mit Abdruck FCK AfD, Screenshot Twitter

AfD – Kriminelles und Kurioses vom rechtsextremen Rand Update 47

14. Juni 2026
Wochenmarkt, Zeichnung: Wolfgang Schieffer (Waldmaler.de)   

WOCHENMARKT: Von dem Getuschel über neue SPD-Chefs und der verstörenden Verachtung für „Postkutschen“-Journalismus

13. Juni 2026
Bäume in einer zerbrochenen Glaskugel, Symbolbild für Umwelt- und Naturschutz

Mehr Pulverfass als Gipfel: G7-Treffen in Évian

13. Juni 2026

BLOG DER REPUBLIK

Blog der Republik

Kategorien

  • Allgemein
  • Buchbesprechungen
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Politik
  • Wirtschaft

Kategorien

  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte

Schlagwörter

AfD CDU Demokratie EU Frieden Merz NoAfD Rechtsextremismus Ukraine wehrhafte Demokratie

© 2026 Blog der Republik.

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!

© 2025 Blog der Republik