Junger Arzt

JUNGE MEDIZINER AN DIE CORONA-FRONT!

Die Corona-Krise beherrscht nahezu die gesamte Welt. Auch bei uns blicken alle auf die täglichen Zahlen der neu Infizierten und der Toten. Gefragt sind die Expertisen der Virologen, Epidemiologen, und Mediziner sowie vor allem auch der Politiker. Solange ein wirksamer Impfstoff nicht zur Verfügung stehen wird, müssen andere Wege beschritten werden. Vor allem geht es um die radikale Begrenzung des Ansteckungsrisikos, um ärztliche Hilfen sowie um Erste Hilfe für die Wirtschaft und Gesellschaft. Niemand weiß heute, wie es weitergehen, wie lange die Virus-Plage anhalten und welche Folgen zu bewältigen sein werden.

Es fehlt an Material und Menschen!

In den Kliniken und ärztlichen Praxen wird um Leib und Leben der infizierten Patienten gekämpft. Fast überall tun sich Defizite auf. Es fehlt an Masken, Schutzkleidung, Betten auf Intensivstationen und anderes Material. Ärzte, Krankenschwestern, Pflegerinnen und Pfleger sowie viele andere Helfer arbeiten bereits am Anschlag. Das Personal im Medizinbetrieb ist inzwischen schon weit über die normalen menschlichen Kräfte hinaus eingespannt.

Junge Mediziner einsetzen!

Während eine Reihe von Firmen, die bislang Autos oder Textilien produziert haben, nun in Zeiten der Corona-Not an die Fertigung von Schutzmasken und -Kleidung sowie Atemgeräten gehen, herrscht insbesondere ein großer Mangel an medizinischem Personal. Dabei gehen nahezu alle Fachleute davon aus, dass frühestens Ende April der Höhepunkt der Krise erreicht sein wird. Schon wird deshalb überlegt, ältere Ärzte oder Mediziner aus anderen Bereichen für den Einsatz in Krankenhäusern zu mobilisieren oder gar zwangsweise zu verpflichten. Dabei weiß inzwischen jeder, dass gerade die Gruppe der Älteren zu den besonders stark Gefährdeten zählt. Deshalb sind diese Senioren-Mediziner gewiss nicht die besten Helfer an der Corona-Front.

4.000 zusätzliche Ärzte gewinnen!

Auf der Suche nach der besseren Alternative hat gerade der Medizinische Fakultätentag (MFT) eine hervorragende Empfehlung gegeben. Studierende der Medizin, die im Mai/Juni diesen Jahres den Dritten Abschnitt der ärztlichen Prüfung zu absolvieren hätten, sollten für die ärztlichen Tätigkeiten eingesetzt werden. Diese dritte Prüfung ist ohnehin nur der mündliche Teil des Examens; lediglich 0,2% der Studenten besteht ihn nicht. Bundesweit wären jedoch rund 4.000 zusätzliche medizinische Kräfte sofort zu mobilisieren. Diese Ausnahmeerlaubnis müsste der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf den Weg bringen – nämlich mit einer entsprechenden Änderung der Bundesärzteordnung. Danach könnten die zuständigen Behörden der Länder über den Antrag der Studierenden auf Erteilung zur vorübergehenden Ausübung des ärztlichen Berufs entscheiden. Die Not ist hier Gebot! Und schnelle Hilfe ist gerade für den Kampf gegen den Corona-Virus im gesamten medizinischen Bereich die beste Hilfe. Jedes Zögern ist geradezu unverantwortlich. In anderen Staaten haben die Politiker eine solche Ausnahmegenehmigung längst umgesetzt, um mit der epidemischen Entwicklung fertig zu werden.

Bildquelle: Pixabay, Bild von Fathromi Ramdlon, Pixabay License

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Friedhelm Ost

leitete die ZDF Wirtschaftsredaktion, bevor er unter Helmut Kohl Regierungssprecher und schließlich CDU-Abgeordneter im Bundestag wurde. Heute ist Ost weiter als Journalist und in der Politik- und Wirtschaftsberatung tätig.


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