Öffentlich-rechtliche Medien - Symbolbild

AZUBIs bei der ARD: Sparen für die Intendanten

Als ich las, dass die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland. (ARD) Imageprobleme habe, da habe ich  mir gesagt: Wenn das so ist, solltest du unterschreiben. Unterschreiben wie gut es uns mit der ARD geht. Und: Wo kann ich mich anstellen, um zu unterschreiben?

Denn ich bin ja dafür, dass öffentlich-rechtliche Sendeanstalten – die ARD – ordentlich ausgestattet sind, um ordentlich wirtschaften zu können; damit die Bürger des Landes – auch die –innen, die alteingesessenen und die neuen, die jungen wie die alten, große wie kleine durch die Öffentlich-Rechtlichen richtig gut informiert werden über die wichtigen allgemeinen Dinge. Sie sollen so gut informiert sein, dass sie nicht nur Bescheid wissen, sondern sich eigene Urteile bilden können!!  Ich denke an die tollen Ratesendungen! Was man da nicht alles erfahren kann? Ist doch toll, zu wissen, wann Maikäfer-Jungen geschlechtsreif werden. Und dann sind die Öffentlich-Rechtlichen sind ja auch noch Hauptarbeitgeber der „Comedians“ in Germany!

Also: Dafür sein! Nicht den Ohnemichel spielen. Daher wird es Niemand ärgern, wenn ich einige, klitzekleine  Wünsche habe. Oder eher Fragen.   

Das erste – ein guter Rat: Verwechseln sie bitte die ARD nicht mit einer  Partei. Die die eine Partei hat ein ffff im Namen, die Öffentlich- Rechtlichen ein rrrr.

Zweitens: Hört auf mit dem Neiden. Die ARD hat eben ausgeschrieben mehr Buchstaben als zum Beispiel die Amtsbezeichnung „Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland“ lautet. Daher verdienen Direktoren oder – innen dieser Rundfunk- Anstalten ja auch fast so viel wie die Bundeskanzlerin, nämlich in der Spitze 19870 € jeden Monat.

Die Kanzlerin, also ein „Leader oft the free World“ bekommt 1 2/3 von B11 und demnach rund 20 000 € im Monat plus Ortszuschlag und Aufwandsentschädigung. Sie verbindet mit den Direktoren folgendes: Die eine ist „Leader oft the free World“; der andere „Leader oft the free Word“. So schließen sich die Kreise. Ebend, wie Diether Krebs zu sagen pflegte..

Unter dem Stichwort Ausbildende in der ARD finde ich allerdings etwas, was mir nicht gefällt. Muss ich schon sagen: 764 € im ersten Ausbildungsjahr pro Monat. Zum Vergleich: BAföG Höchstsatz 861 €. Ein Chemielaborant im 1. Ausbildungsjahr bringt es auf  966 € (west). Und der Tarifvertrag öffentlicher Dienst  Pflege weist für das erste Ausbildungsjahr  ein monatliches Entgelt von über 1000 € aus.

Könnte es denn sein, dass einige Hühner lachen und die Bären von Berlin jodeln, wenn über die Vergütung in der ARD  geredet wird, weil´s für die AZUBI der Sender im Vergleich nichts Üppiges gibt?

Frauen und Männer, die in den Anstalten als Redakteure anfangen, bekommen im ersten Jahr 3681 € auf die Kralle. Sie können im Verlauf  von  20 Jahren auf  10728 € steigen. Nicht schlecht, Herr Specht und der klopft ja bekanntlich sehr ordentlich auf Holz.

Eine Grundschullehrerin,  die ihr Bestes für die Enkel gibt, erhält 3770 € im ersten Jahr. Aber bei der ist Schluss mit 6500 €, nämlich als Schulleiterin  eines Gymnasiums.  Mehr ist nicht. Pfeifen nun die Schweine   angesichts der massigen Differenz zur leitenden Redakteurin von über 4000 € im Monat?

Hinweise darauf, was freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Lohn- und Gehaltsbereich  der ARD erhalten, finde ich nicht in der Übersicht. Schade. Interessiert mich nämlich brennend. Ich kenne einige, die nicht so glücklich sind mit dem, was die ARD springen lässt. Von denen hörte ich, wer sich ein wenig sachkundig machen möchte, könne auf Ver.dis „WDR- Dschungelbuch“ zurückgreifen. Das sei nicht mehr ganz taufrisch, aber immer noch aufschlussreich. Mit Unterschreiben wart ich doch noch ein wenig, eilt auch nicht, denn Enten lassen sich ja bekanntlich Zeit.

Bildquelle: Pixabay, Bild von Markus Winkler, Pixabay License

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Klaus Vater
Über  

Redakteur 1972 und bis 89 in wechselnden Redakteursaufgaben. 90 bis 99 wiss. Mitarbeiter der SPD-Bundestagsfraktion, Büroleiter Dreßler, 2000 Sprecher Bundesarbeitsministerium, dann des Bundesgesundheitsministeriums, stellv. Regierungssprecher; heute: Publizist, Krimiautor, Lese-Pate.


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