Covidioten
Vereint im Hass gegen die Gesellschaft: Covidioten, Esoteriker, Impf-Gegner, Anhänger von Alternativ-Medizin, Verschwörungstheoretiker, Rechtsradikale

Demos gegen Corona-Beschränkungen – Der Staat ist auch für unerträglich Doofe da

20 000 Frauen und Männer haben am vergangenen Samstag in Berlin gegen die Beschränkungen durch Regeln demonstriert, die während der Covid- 19 Pandemie einzuhalten sind. Bis aufs organisierte Bandenwesen war wohl dabei alles vertreten, was Gesetze und Verordnungen während Ausnahmezeiten ignoriert.
20 000. Ob unter denen sich welche befunden haben, die mit Covid-19 Viren angesteckt worden waren, ist nicht bekannt. Es ist auch nicht bekannt, ob und wie viele nach den Demos angesteckt in Auto oder Bahn gestiegen sind. Möglich ist das, vielleicht sogar wahrscheinlich.
Im schlimmen Fall erkranken diese, im noch schlimmeren Fall geben sie ihre Viren an andere weiter. Das ist das Ergebnis von gesetzwidrigem, nicht zu rechtfertigendem Verhalten.
Auch in diesen Fällen finanzieren die Solidargemeinschaft der Kassen- Mitglieder und die Steuerzahlenden die Ausgaben für die Behandlung: ambulant, stationär, nachstationär, die Rehabilitation, Krankengeld.
Niemand von denen würde dann sagen: Hört mal, ich habe mir das selber zuzuschreiben, ich zahl das auch. Niemand. Die meisten könnten das ja auch nicht. Die Erkrankten würden selbstverständlich in Anspruch nehmen, was medizinisch erforderlich ist. Auf die Frage: Können sie das auch bezahlen, sie haben ihre Erkrankung ja auch mutwillig herbeigeführt, würden sie protestierend reagieren. Sie würden sich zwecks Protest keinen metallenen Strahlen- Abwehrschirm aufsetzen; auch keine Reichskriegsflagge schwenken. Sie würden darauf bestehen, dass die Solidargemeinschaft für sie löhnt.
Das ist unter zivilisierten Leuten auch richtig so. Das unterscheidet uns am Ende eben von diesen Strahlendeppen und braun Träumenden.
Aber muss das auch das Ende vom Lied sein? Wäre es nicht möglich, ja sogar im Sinne der Covid-19 Leugner und Leugnerinnen vernünftig, dass diese Leute vor Beginn ihrer Demo unterschreiben:
„Da ich weiß dass es das Virus nicht gibt, erkläre ich hiermit dass ich jede Behandlung die der Bekämpfung von COVID-19 dienen soll, ablehne.
Name und Unterschrift,
Adresse Telefonnummer oder I-mail-Adresse“
Nein, sagen sie jetzt. Das geht nicht. Und warum nicht, wenn ich fragen darf? Ich meine, es gibt ein praktisch uneingeschränktes Recht auf Selbstbestimmung! Doch nicht! Wieso? Der Staat schützt auch unerträglich Doofe vor sich selber. Na so was.

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Klaus Vater
Über  

Redakteur 1972 und bis 89 in wechselnden Redakteursaufgaben. 90 bis 99 wiss. Mitarbeiter der SPD-Bundestagsfraktion, Büroleiter Dreßler, 2000 Sprecher Bundesarbeitsministerium, dann des Bundesgesundheitsministeriums, stellv. Regierungssprecher; heute: Publizist, Krimiautor, Lese-Pate.


'Demos gegen Corona-Beschränkungen – Der Staat ist auch für unerträglich Doofe da' hat einen Kommentar

  1. Avatar

    11. August 2020 @ 11:55 Beate Kalmbach

    Blödheit ist schwer zu nehmen, Fiesheit noch schwerer. Ich verstehe manches Aufbegehren, nicht aber den Zeitpunkt und nicht die Form. Und mich regt auch dies ewige Gerede vom Aufwachen auf. Ich für meinen Teil habe auch vor Corona nicht geschlafen, und ich sehe den Staat und seine Institutionen jetzt nicht anders als vorher – differenziert.
    Demos muss es geben dürfen, aber der Protest gegen die Versuche zu spalten und Unfrieden zu säen muss auch spürbar bleiben. Und manche kruden Gedankengänge muss man öffentlich demontieren.
    https://beatekalmbach.home.blog/2020/08/09/unter-verschwoerern/
    https://beatekalmbach.home.blog/2020/05/14/widerstand/

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