Mercedes

Lasst Daimler sterben! – Gastbeitrag von Christoph Mause

Ein Rant auf die deutsche Automobilindustrie

Nach dem überraschend starken und ausgewogenen Konjunkturpaket der Bundesregierung muss sich nun die SPD Vorwürfe von Seiten der Gewerkschaft gefallen lassen, weil sie wohl eine Abwrack- bzw. Neuwagenprämie für die Automobilindustrie verhindert hat.

MAN-Konzernbetriebsratschef Staku Stimoniaris wird mit der Aussage zitiert, dass sich die SPD Spitze fragen sollte, ob sie noch die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertritt.

Angesichts soviel Dreistigkeit muss man die Gewerkschafter zurückfragen, ob sie noch ernsthaft die Interessen ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertreten? Oder ob sie – eingepackt in gut bezahlte Aufsichtsrats- und Gewerkschaftsposten – inzwischen lieber zur Klasse der Vollversager der deutschen Industrie halten, die seit Jahren auf dem weltweit technisch und wirtschaftlich höchstem Niveau jammern, aber in Wahrheit nichts hinbekommen.

Die Automobilindustrie hat viel für unser Land getan. Jahrzehntelang war der Automobilbau neben dem Maschinen- und Anlagenbau einer der Treiber der deutschen Wirtschaft. Deutsche Automobilingenieure waren (und sind) weltweit hochgeachtet und ein wesentlicher Grund für den exzellenten Ruf der deutschen Ingenieurskunst.

Noch immer ist die Automobilbranche mit einer riesigen Zulieferindustrie einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Der Mythos jedoch, dass jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland vom Auto abhängt, ist schon lange als Unsinn entlarvt worden. In Deutschland sind Stand heute wahrscheinlich ca. 850.000 Menschen irgendwie in der Automobilindustrie beschäftigt. Das sind natürlich trotzdem eine Menge Arbeitsplätze und daher macht uns diese Branche auch massive Sorgen.

Aber vor allem macht uns diese Branche deswegen Sorgen, weil ihre Manager und Vorstände es seit Jahrzehnten unterlassen, ihre Unternehmen zukunftsorientiert auszurichten.

Elektromobilität? Fehlanzeige. Tesla, Hyundai und andere teilen den Markt inzwischen unter sich auf. Wasserstofftechnologie? Langes Rumgelaber über die Mega-Zukunftstechnologie. Inzwischen mehr oder weniger beerdigt. Hyunda, Honda und Toyota haben derweil Modelle am Markt. Fahrassistenzsysteme? Inzwischen benutzen die meisten Menschen lieber ihr iPhone als die komplizierte Technik ihrer Automobile. Ein Tesla-Verkäufer hat sich mir gegenüber einmal kringelig gelacht, als er mir das 17“ Display des Modell S erklärte mit dem Hinweis, dass Daimler in der S-Klasse gerade stolz das 5“ Display eingeführt habe.

Andere Idee? Kopfschütteln. Ah nee – wir haben den Diesel wieder einmal neu erfunden. Und nochmal 50 PS auf unser 450 PS Top-SUV aufgelegt.

Die beste Idee, die unseren Automobilmanagern in den vergangenen zwei Jahrzehnten gekommen ist, war es, die Abgaswerte ihrer überdimensioinierten Verbrennungsmotoren über ein geschicktes Softwaremanagement zu faken.

Noch 2015 hat der so gefeierte Daimler CEO Zetsche in einem Interview mit der Welt am Sonntag gesagt „…wir haben lange Erfahrung im Automobilbau, wir haben das Auto erfunden. Und Erfahrung ist in einem so komplexen Geschäft wie dem Automobilbau mit entscheidend. Wer dort neu einsteigt, hat die nicht.“

Man fragt sich ernsthaft, wie jemand mit so wenig Grips CEO einer deutschen Automobil-Ikone werden konnte? Wäre der Mann in meinem Unternehmen angestellt gewesen, hätte ich ihn achtkantig gefeuert.

2020: Die deutsche Industrie liefert das nächste Vollversagen und stellt den gefeierten Streetscooter ein – niemand aus der Automobile-Industrie findet sich, der dieses Fahrzeug weiter unterstützen möchte.

Die besten Ingenieure kommen inzwischen nicht mehr aus Deutschland, sondern aus China oder den USA. Die deutschen Top-Experten sind inzwischen abgewandert – zu vielversprechenden Startups, zu den Googles und Apples und natürlich zum großen Herausforderer Tesla. Menschen wie Sebastian Thrun arbeiten lieber für Gewinner, als für Verlierer.

Schon heute ist Tesla an den Börsen annähernd gleich viel wert wie BMW, Daimler und VW zusammen. Und Apple könnte sich die drei deutschen Automobilstars aus den Barrücklagen leisten und hätte immer noch genug Geld für weitere Späße übrig.

Und die deutsche Automobilindustrie? Schreit nach Abwrackprämien.

Elon Musk hat gleichzeitig – wie zum Hohn – seine Rakete zur ISS geschossen. Auch das ein Kapitel, in dem sich das Daimler-Management nicht mit Ruhm bekleckert hat.

Welche Schande für unser Land, für die deutsche Ingenieurskunst und welche Demütigung für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die seit Jahren jeder Re-, Um- und Neustrukturierung geduldig mittragen, Lohnverzicht üben und jede noch so blöde Idee des Managements unterstützen. Und während die Chefs mit ihren Millionenboni in ihren Fincas auf Mallorca immer noch glauben, dass sie echt super Manager sind, werden die normalen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beim Jobcenter Schlange stehen.

Die freie Marktwirtschaft, die gerade von unseren Industrievertretern gerne hochgehalten wird, wenn es um Vertragsfreiheit, Gehälter und Boni geht, diese Marktwirtschaft ist kein Candy-Land zum Aussuchen. Der Markt, der angeblich alles regelt, wird auch die deutsche Automobilindustrie regeln, wenn sie sich nicht anpasst. Unternehmen, die Managern Millionen zahlen aber den Anschluss an den Markt verlieren, sind überflüssig und werden (müssen!) vom Markt verschwinden. 

Gewerkschaften, die lieber Solidarität mit den Vorständen zeigen und deren einzige Idee es ist, nach Staatshilfen zu rufen, verraten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sie vertreten, und werden genauso vom Markt verschwinden wie die Konzerne.

Jeder Gewerkschafter, der sich ernsthaft Sorgen um die Arbeitsplätze der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer macht, wäre gut daran beraten, den Vorständen und Managern der Unternehmen täglich in den Allerwertesten zu treten und endlich die viel zu lange überfällige und notwendige Transformation des deutschen Automobilbaus einzufordern.

Derweil in München: Drei junge Studenten haben inzwischen 13.000 Vorbestellungen für ihr E-Auto Sion bekommen, dessen Entwicklung sie überwiegend über Crowdfunding finanziert haben. Und wie es aussieht, haben sie auch 50 Millionen Kapital eingesammelt (ein Witz für ein amerikanisches Startup!), um endlich in die Produktion zu gehen. Soviel zur Analysekompetenz des Herrn Zetsche.

Lassen wir Daimler endlich in Ruhe sterben und investieren wir unsere Steuergelder lieber in Zukunftsbranchen und junge innovative Unternehmen wie Sion.

Und Hut ab vor der SPD-Führung, dass sie die Abwrackprämien verhindert hat. Es gibt Menschen und Unternehmen, die unser Steuergeld besser gebrauchen können.

Zum Gastautor: Christoph Mause (52) stellt sich selber so vor: Vater, Musiker, Unternehmer, wohnhaft mit Frau und zwei Söhnen nahe Düsseldorf. Vater und Großvater waren Bergleute.

Bildquelle: Pixabay,Bild von pasja1000, Pixabay License

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Hiermit sind alle Beiträge und Faktensammlungen gezeichnet, die gemeinsam von unserer kleinen Redaktion recherchiert, geschrieben und verantwortet werden.


'Lasst Daimler sterben! – Gastbeitrag von Christoph Mause' hat 56 Kommentare

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    8. Juni 2020 @ 14:11 Kai Ruhsert

    Dumm nur, dass
    1.) Elektroautos den heutigen Status ausschließlich dank direkter oder indirekter Subventionierung erreicht haben (wo diese wegfällt, bricht die Nachfrage sofort zusammen)
    2.) die Subventionierung von Elektroautos noch 20 bis 30 Jahre lang de facto nichts anderes bedeuten wird, als den Absatz fossilen Stroms zu fördern.
    Es hat sich halt keiner vorstellen können, dass dieser Unfug tatsächlich eine derart wirkungsmächtige, politische Unterstützung erhalten würde.
    Das ist kein Plädoyer, jetzt die Autoindustrie zu pampern. Jedoch: Elektroautos zu fördern (welche bei korrekter Anwendung des Zusatzstrommix für die Klimabilanz die Treibhausgasemissionen eher erhöhen), sparsame Verbrenner hingegen nicht – das allerdings ist eine so bodenlose Dummheit, dass ich die Wut der Gewerkschafter sehr gut verstehen kann.

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      10. Juni 2020 @ 10:35 Jorgo

      Der Autor hat noch nicht erkannt,wo die unlösbaren Schwachpunkte der E-Mobilität liegen. E-Autos werden immer ein Nischenprodukt bleiben. Abgesehen davon dienen sie auch nicht dem Umweltschutz.Aber Anhänger einer Religion haben leider keinen Realitätssinn mehr.

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      19. September 2020 @ 12:36 Michael

      Der deutsche Strommix hat heute schon einen sehr hohen Anteil an EE, somit unterstützen E-Autos NICHT den Absatz des fossilen Stroms.
      Und es geht in der Diskussion nicht darum, die Sparsamkeit von Verbrennern in Frage zu stellen, sondern das, was bei einer Verbrennung erzeugt wird, Ruß, Stickoxide usw.
      E-Autos sind nicht die Lösung für alle unsere Umweltprobleme aber sie lösen sicherlich einige Probleme besser und eher als Verbrenner.

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        21. September 2020 @ 13:50 Kai Ruhsert

        „Der deutsche Strommix hat heute schon einen sehr hohen Anteil an EE, somit unterstützen E-Autos NICHT den Absatz des fossilen Stroms.“
        Das ist einer der am weitesten verbreiteten Denkfehler über die Elektromobilität.
        Zusätzliche Stromnachfrage (wie von Elektroautos) kann jedoch nur von regelbaren, also fossilen Kraftwerken gedeckt werden.
        Wer Elektroautos mit dem Strommix fahren möchte, muss den darin enthaltenen Ökostrom den bisherigen Verbrauchern rechnerisch entziehen oder die Ökostromquote für alle senken.
        Das war Anlass für den Titel dieses Beitrags: Haltet die Ökostromdiebe!
        ( https://derelektroautoschwindel.wordpress.com/2020/06/16/haltet-die-okostromdiebe/ )

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    9. Juni 2020 @ 13:56 Axel

    Was soll man dazu sagen. Ist halt eine Meinung. Nur spiegeln Meinungen oft nicht die Realität wider, die dann doch komplexer ist, als es den Anschein macht. Mal nur ein Beispiel von vielen:

    Streetscooter. Zum Elektrozeitalter gehört eben doch mehr, als ein günstiges Fahrzeug auf die Beine zu stellen und ein bisschen rumfahren zu lassen. Technische Mängel, zu wenig Reichweite usw. sorgten dafür, dass das Konzept nicht wirklich konkurrenzfähig war. Wäre es das gewesen, hätte sicher einer der weltweiten Konzerne zugeschlagen, als es angeboten wurde. Wieso also unterstützen, wenn man es selbst (nachweislich) besser kann?

    Elektro ist die Zukunft, aber die nahe Zukunft gehört auch weiterhin den Verbrennern. Daher sollte man der Autoindustrie bei ihrer Transformation doch nicht mehr Steine in den Weg legen, als notwendig. Die Kaufkraft, die verloren geht, wenn diese Wertschöpfung wegbricht, geht weit über die 850.000 Arbeitsplätze hinaus.

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      10. Juni 2020 @ 12:46 Christoph Mause

      Wieso also unterstützen, wenn man es selbst (nachweislich) besser kann?

      Ok. Wo ist bitte die Antwort der deutschen Automobilindustrie auf den Streetscooter? Die Post hat vergeblich um ein emissionsfreies Zustellfahrzeug gebettelt. Fehlanzeige. Nicht labern. Machen.

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        10. Juni 2020 @ 20:26 Axel

        Es war zur damaligen Zeit einfach noch nicht praktikabel. Wieso ein halbgares Produkt auf den Markt bringen. Heute gibt es u.a. den eSprinter von Mercedes. Nicht gelabert, gemacht. Und nun?

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      12. Juni 2020 @ 14:25 Lukas Virnich

      Betrachtet man kurz die Fakten: Primärenergieverbrauch 2400TWh pro Jahr. Davon heute 300TWh regenerativ im Inland erzeugt. Für “ All electric“ wären wahrscheinlich heute schon 2000 TWh nötig. Wo sollen die herkommen. Strom lässt sich nicht besonders gut transportieren (1% Verlust pro 100km). Es wird keine Stromtrassen aus Südafrika oder Saudi-Arabien geben. Die Energie wird Deutschland chemisch gebunden erreichen. Eine Verstromung, um damit Akkus zu laden, die dann ein Batterie-elektrisches Fahrzeug antreiben, ist wirkungsgradtechnisch nicht optimal.
      Wenn sie also eine Lösung für 1700TWh regenerative Energie haben, erläutern sie diese doch kurz.

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        14. Juni 2020 @ 14:55 Christoph Mause

        > Wenn sie also eine Lösung für 1700TWh regenerative Energie haben, erläutern sie diese doch kurz.

        Das wäre doch einmal ein schönes Betätigungsfeld, wo man die 27 Milliarden Gewinne aus 2019 für einsetzen könnte. Oder?

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        17. Juni 2020 @ 19:02 Stefan

        Wo die herkommen? Vor allem vom Energieverbrauch der Verbrenner-Infrastruktur. Alleine das was Raffinerien und die Pumpeb fier Pipelines an strom verbrauchen, reicht fast schon aus fuer Elektomobilitaet.

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          17. Juni 2020 @ 20:25 Kai Ruhsert

          „Alleine das was Raffinerien und die Pumpeb fier Pipelines an strom verbrauchen, reicht fast schon aus fuer Elektomobilitaet.“
          Ich danke Ihnen dafür, diese inzwischen schon recht alte Urban Legend zu repetieren. Das ist nämlich ein schönes Beispiel dafür, wie Elektroautofans sich nicht die geringste Mühe geben, die Quellen für ihre Behauptungen zu überprüfen.
          Schauen Sie doch mal auf der Website dieses kompetenten Energieberaters nach (und dort finden Sie verlässliche Quellen, dessen können Sie sicher sein):
          „Der Stromverbrauch für die Herstellung von Benzin wird in einer Ökobilanz mit 2,8% (0,02767 TJ/TJ) beziffert. … Es ist bemerkenswert, welche abenteuerlichen Behauptungen basierend auf dubiosen Quellen so oft zitiert und geglaubt werden. Oft nannten mir die Elektroautofans mitreißende Videos als „Beleg“. Das zeigt einmal mehr, wie wenig man solchen Videos glauben darf. Man muss immer Quellen einfordern und nachprüfen, bevor man außergewöhnlichen Behauptungen Glauben schenken darf. Dass es keine seriösen Seiten gibt, wo die 1,6 kWh/l stehen, hätte den Gläubigen zu denken geben sollen.“
          https://sedl.at/Umweltirrtuemer/Stromverbrauch_Raffinerien

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    9. Juni 2020 @ 16:21 Peter Bodes

    Selten dass jemand soweit neben den realen Bedingungen gelegen hat. Wir können Sie nur solche Gastkommentare zulassen. Sie gefährden damit den Wirtschaftsstandort Deutschland. Der Gastkommentar übernimmt das allgemeine Bashing gegenüber der Automobilindustrie ohne die wichtigen Hintergründe zu beleuchten. Deutschland kann nur überleben, wenn wir unser geistiges Kapital einsetzen um verlässliche Technik weltweit zu vertreiben, dazu gehören auch Autos. Der Abstand zu anderen Ländern ist eh schon eingeschmolzen. Dieser Gastkommentar löst kein einziges Problem aber schafft richtig gefährliche Ansätze für den Fortbestand von unserem Wohlstand eventuell sogar Existenz als Wirtschaftsland. Wir haben nichts anderes!

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      10. Juni 2020 @ 12:27 Christoph Mause

      Das ist ja nun mal nicht richtig. Die Automobilindustrie ist gerade einmal für 2% der Arbeitsplätze verantwortlich (wenn man es ganz weit fast, sind es knapp 4%) und für knapp 5% der Bruttowertschöpfung. Wir haben also noch ein wenig andere Eisen im Feuer.
      Abgesehen davon, geht die Autoindustrie nicht zugrunde, weil ich eine Polemik schreibe, sondern weil die Konzernchefs seit Jahren schlechte Leistungen liefern. Die Liste ist so lang, dass es beängstigend ist. Trotzdem bekommen die Herren fette Boni, Gehälter und Pensionen und wir subventionieren mit unseren Steuergeldern fleissig weiter. Weil die ja so wichtig für unseren Standort sind. Elon Musk hat Tesla mit weniger Geld aufgebaut, als die deutschen Konzerne jetzt im Zuge des Abgasskandals an Strafen und Schadensersatz etc. zahlen müssen.

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        10. Juni 2020 @ 20:31 Axel

        Das ist ein Trugschluss. Elon Musk hat
        1) keine Altlasten zu finanzieren und konnte daher auf der grünen Wiese beginnen.
        2) starke Investoren hinter Tesla stehen.

        Wenn man bedenkt, wieviel Geld Tesla bisher verbrannt hat, dann wird dies auch sehr deutlich. Mit unseren Steuergeldern wird jeder Unsinn subventioniert, das ist klar. Man kann das Management in Frage stellen und da gibt es genug Kritik. Jedoch ist gerade der Übergang in die Elektrowelt sowie auch die Diesel-Thematik politisch getrieben.

        Bitte auch nicht vergessen, dass es nicht mit den Arbeitsplätzen getan ist. Wer heute arbeitslos wird, weil das Werk schließt, kann morgen eben nicht mehr zum Italiener um die Ecke essen gehen. Viele Regionen leben von den Steuern und Gehälter dieser Konzerne.

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          14. Juni 2020 @ 14:58 Christoph Mause

          > Wenn man bedenkt, wieviel Geld Tesla bisher verbrannt hat,

          Das kann man ja bei einem börsennotierten Unternehmen in der Bilanz nachlesen: 7 Milliarden bislang. Das ist soviel, wie VW alleine an Strafen bislang bezahlt hat. Dafür hätte VW auch auf der grünen Wiese einen Tesla-Wettbewerber aufbauen können.

          Mit welchem Grund sollte der Übergang in die Elektro-Welt politisch getrieben sein? Meine Sie Politiker haben Interesse daran deutsche Konzerne zu schädigen? Eher ist wohl das festhalten am Verbrennungsmotor (inkl. Dienstwagenbesteuerung, Dieselsteuern etc.) politisch getrieben.

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            16. Juni 2020 @ 08:12 Axel

            Das ist doch absurd. VW ist ein Großkonzern mit jahrzehntelangen Verpflichtungen und Aktionären, die ein Stück vom Kuchen abhaben wollen. Glauben Sie wirklich, VW hätte um 2003 (Gründung von Tesla) seinen Aktionären klarmachen können, dass man die nächsten Jahre 7 Milliarden „abzwackt“, um sie in ein Elektro-Startup zu stecken? Ganz so einfach funktoniert die Welt dann doch nicht. Eines muss man Musk hoch anrechnen – er hat Visionen.

            Und selbstverständlich ist der Übergang hin zu Elektro politisch getrieben. Bedenkt man die Förderungen, die EU-Grenzwerte (die mit Verbrennern nicht einzuhalten sind) sowie den öffentlichen Druck (F4F), so lässt sich das kaum abstreiten. Aber damit sage ich nichts darüber aus, ob diese Entwicklung positiv oder negativ ist.

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    9. Juni 2020 @ 16:37 Rainer Peters

    Dem kann ich nicht zustimmen. Was mir mehr Sorgen bereitet ist die Tatsache das in Deutschland alles kaputtgeredet wird. Statt das wir uns mal über unsere Leistungen freuen wird jeder kleinste Fehler in der Medienwelt zerrissen. Anders in den USA. Musk wird hochgelobte obwohl er noch nichts verdient hat. In Deutschland undenkbar. Die Milliarden die Tesla bisher verbrannt hat werden vermutlich in 10 Jahren noch nicht eingefahren. Wenn so die Deutsche Autohersteller arbeiten würden ….. unvorstellbar. Wahrscheinlich alle Pleite. Warum funktioniert das in USA??? Darüber muss man sich Gedanken machen. Deutsche Medien tuen ihr übriges. Und zu spät sind die Deutschen Hersteller auch nicht!
    Meiner Meinung nach genau auf den Punkt. Wer hätte der die bisherigen hunderttausende E-Autos kaufen sollen? Das ist auch wieder eine über die Medien verbreitete Meinung. Um Gründe läuft vieles Gut und Richtig. Nur der durchschnittsdeutsche will das gar nicht wissen. Deswegen werden in Deutschland meistens schlechte Nachrichten verbreitet damit die Medien präsent bleiben und verdienen. Da schließt sich der Kreis.

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      10. Juni 2020 @ 10:35 Haya100

      Logisch das hier einige rumheulen, wurden ja voll erwischt. Der Beitrag ist sowas von aus der Seele des normal Arbeitenden Volkes geschrieben. Endlich mal einer der den Versagern in die Suppe spuckt. Doch eins ist sicher niemand in dieser Branche bescheisst so gut wie einige von den in Führungsposition sitzenden Top Managern unserer Nation. Es wird Zeit dieses verstärkt sichtbar zu machen damit die endlich Sonntags Brötchen holen lassen müssen.

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      10. Juni 2020 @ 12:33 Christoph Mause

      Tesla hat bis 2019 kumuliert ca. 7 Milliarden Verlust eingefahren. Zum Vergleich: VW allein hat knapp 7 Milliarden für die Strafen und Verbindlichkeiten des Abgasskandals zurückgelegt. Die realen Kosten dafür werden diese Summe wahrscheinlich um ein vielfaches überschreiten. Wer redet jetzt alles schlecht? In den wichtigsten Kernmärkten hat Tesla inzwischen Daimler und BMW bei den Oberklasselimousinen auf die Plätze verwiesen.

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        10. Juni 2020 @ 20:23 Axel

        Es ist doch klar, dass Tesla im Oberklassen-Limousinen-Bereich (wobei man das Model S eher mit der E-Klasse vergleichen sollte) wildert. Die Leute haben viel Kohle und da ist ein Elektroauto ein Statussymbol. Nur ist dieser Markt so langsam gesättigt, das Model S verkauft sich nicht mehr so gut. DIe Leute tendieren eher zum Model 3, was das Model S kanibalisiert. Das spricht alles dafür, dass es weniger um Luxus, sondern eher um Elektro ging – das Model S war eben das erste konkurrenzfähige Elektroauto. Wenn man Elektro wollte, musste man Tesla kaufen. Und genau das ändert sich in den nächsten Jahren. Dann wird man sehen, wie sich der Markt entwickelt.

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          13. Juni 2020 @ 17:33 Axel

          Das Model 3 kanibalisiert vor allem die Mittelklasse von BMW (3er), Mercedes (C) und Audi A4. In praktisch allen relevanten Ländern sind die Verkaufszahlen des Model 3 höher als die dieser Fahrzeuge, teilweise sogar aller drei zusammen. Das git auch für Länder ohne spezielle Förderung für E-Autos wie z. B. der Schweiz. Es braucht also keine E-Auto Fürderung für Tesla.
          Wobei die Erfolge des E-Tron in Norwegen auch noch vor allem auf eine desaströse Preispolitik zurückzuführen sind.

          Es ist also wirklich allerhöchste Zeit, sich mal zu überlegen, was die deutsche Automobilindustrie dem entgegenstellen will. Sonst gehen die Arbeitsplätze in die USA (und nach Berlin).

          Bisher hat man sich auf SUV gestützt, aber auch das wird jetzt schwieriger. Und die Konkurrenz für Tesla wird weitestgehend in China gesehen.

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            14. Juni 2020 @ 00:34 Axel

            Das ist zwar ein valider Punkt, da fließen jedoch noch 2 weitere Faktoren mit ein:
            1) Die Absatzzahlen für Limousinen sind generell rückläufig, die für SUV steigen. Das Model 3 stemmt sich gegen diesen Trend, weil es, anders als die Verbrenner, über einen USP verfügt (-> Elektro). Denn
            2) das Model 3 bietet für Fans von Elektrofahrzeugen zum ersten Mal in dieser Preisklasse ein attraktives Angebot. Offenbar wechseln viele Käufer zudem von „nicht Premium“ auf das Model 3 (laut Tesla waren das etwa 60%). Kannibalisiert werden hier also zu einem gewissen Teil auch die Fahrzeuge der Volumenhersteller. Weiterhin gibt es kaum ein Konkurrenzprodukt und der Markt ist noch nicht gesättigt (anders als beim Model S und X). Die Erfolge des eTron, u.a. in Norwegen, sowie auch der anderen Elektrofahrzeuge, zeigen daher in meinen Augen deutlich, dass es hier schlichtweg an Alternativen mangelt.

            Warum man Tesla den Limousinenmarkt völlig überlässt, kann ich aber auch nicht so ganz nachvollziehen. Ich würde mich vielmehr über eine elektrische C-Klasse, einen elektrischen 3er oder einen Audi A4 freuen, als über die 10te Version eines SUVs. Diese sollten sich aufgrund ihrer Form ja auch wunderbar eignen (Tesla macht es vor).

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    9. Juni 2020 @ 16:59 AB

    Zitat:“… als er mir das 17“ Display des Modell S erklärte mit dem Hinweis, dass Daimler in der S-Klasse gerade stolz das 5“ Display eingeführt habe“
    Seit wann korreliert die Größe des Displays mit der Qualität des Autos positiv?
    Tesla hat noch nie dauerhaft Geld verdient. Nur in einzelnen Quartalen, aber es gab nie ein Jahresüberschuss.
    Zu Sion: Haben sie mal recherchieret wieviele Start-ups es im Automobilsektor gibt? Haben sie jemals im Alltag eins davon auf der Straße gesehen? Im Automobil reicht es nicht einen Prototypen vorzustellen. Profitabler Massenbau und After-Sales-Service sind deutlich wichtiger. Das ist was Dr. Zetsche gemeint hat.
    13.000 Vorbestellungen sind ein Erfolg. Die Frage ist, ob das Unternehmen 1) die Lieferung hinbekommt und 2) durch den Bau dieser Wagen Geld verdienen wird oder nur die Investoren auf goldene Zeiten in (weiter) Zukunft verweisen wird.

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      15. Juni 2020 @ 13:43 Stefan

      Haben Sie schon mal einen Tesla gefahren und bedient? Ich will mein Radio nicht über ein Tablett steuern, wobei ich währenddessen andere Dinge nicht mehr sehe.
      Das Tesla-Konzept ist interessant, aber vor allem eins: Billig. Usability ist für mich was anderes.
      Als Autofahrer würde ich mich ärgern, wenn mir jemand statt eines übersichtlich gestalteten Armaturenbretts, so einen Tablett-Scheiß anbieten würde.

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    10. Juni 2020 @ 11:06 Geht klar

    Diese tesla Verliebtheit einiger Schreiberlinge macht das Auto nicht unbedingt besser. Deutsche Autos sind immer noch klasse bezogen auf die vier Modelle die Tesla im Programm hat. Und wer wird bei diesen gerade niedrigen Benzinpreisen auf elektro umstellen. Hinzu kommt das Reichweiten Problem, und die wetterbefingte Leistungseinbruch bei Minusgraden. Die Akkus sind und bleiben ein Problem, die rekuperation liegt bei 20%. Der Akku ist nach ca 1000 ladezyclen zu erneuern. Es ist auch keine Kunst elektro Autos zu bauen, sie sind deutlich einfacher im Aufbau als verbrenner. Falls Deutschland sich rein für elektrisch entscheidet, wäre das ein Nachteil aufgrund der hohen Exporte in Ländern, die keine elektro Antriebe fördern. Ausser Acht lassen sollte man d e antrieb nicht, und solange warten bis der Speicher vernünftige Ergebnisse zeigt.

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      10. Juni 2020 @ 12:57 Christoph Mause

      Ich finde Tesla ein vollkommen überteuertes Auto mit misearbler Qualität. Daher kann man mir keine „Tesla-Verliebtheit“ unterstellen. Wir fahren einen Hyundai KONA Electric als Hauptauto. 450km Reichweite – selbst im Winter zuverlässig 400km. Das Reichweitenproblem ist eine Erfindung der PR-Abteilungen der Verbrennerkonzerne. Die Akkus sind auch kein Problem, wie Langzeittests inzwischen bewiesen haben. Abgesehen davon, hätte die deutsche Industrie ja auch schon mal bessere Akkus entwicklen können – oder? Haben alle angelehnt – trotz versprochener staatlicher Subventionen. Was die Exporte angeht: Immer mehr Länder haben klare CO2 Richtlinien oder Elektromobilitätsstrategie (z.B. China), was der deutschen Industrie massiv Probleme bereitet. Derweil ziehen andere an uns vorbei.

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        10. Juni 2020 @ 13:28 Hans Dampf

        Bereits darüber nachgedacht, wieviel Energie und Materialien für den Bau von Akkus aufgewendet werden muss? Waren Sie bereits in Chile und haben sich den Abbau von Lithium oder Kupfer angeschaut? Wer das gesehen hat, will kein eAuto mehr. (Punkt) Und ein weiterer entschiedener Nachteil: Sollten eAutos aus ihrer Nische steigen, wird das Problem der Ladeinfrastruktur in Großstädten nicht gelöst sein. Ich halte es für nicht lösbar. Da muss so viel Kupfer verlegt werden, dass die „ach so grüne und tolle“ Umweltbilanz des eAutos dahin ist. Die Verwertung gebrauchter Zellen klammere ich hier aus. Die viele propagierte eMobilität im ihrer jetzigen Form kann mMn nicht mal aus Brückentechnologie betrachtet werden.
        Und ein Auto für 100.000 Euro wie es tesla verkauft ist qualitativ Galaxien von der belächelten 5 Zoll S Klasse entfernt. Interieur, Spaltmaße allgemeine Haptik… Da bleibt tesla nur noch der versenkbare Türgriff und den wird Daimler demnächst auch einführen.
        Der Firmenwert von Tesla basiert nicht auf realen Werten, sonder aus Twitter Nachrichten eines größenwahnsinnigen Visionärs. Nichtsdestotrotz bewundere ich Musk dafür, was er in den letzten Jahren geschafft hat. Das muss man anerkennen und wenn Tesla nicht die Luft ausgeht, sind sie in weniger als 10 Jahren vll. da wo die deutsche Automobilindustrie ist und verdient auch Geld mit seinen Autos.

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          14. Juni 2020 @ 15:01 Christoph Mause

          https://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/tesla-model-3-ingenieure-finden-unbequeme-wahrheit-im-auto-a-1210541.html

          Es wäre übrigens für die so wahnsinnig innovative deutsche Ingenieurskunst doch mal eine Aufgabe das Batteriethema sinnvoll zu lösen. Leider wollte keiner der deutschen Konzerne eine Batteriefertigung hier im Lande aufbauen.

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            16. Juni 2020 @ 08:19 Axel

            Sie verwechseln Batteriefertigung mit Zellfertigung. Erstere ist längst in Betrieb (Daimler betreibt z.B. ein Werk in Kamenz).

            Letzteres muss gut überlegt sein, da die Investitionen massiv und die Know-How-Anforderungen groß sind. Aktuell geht man den Weg über Kooperationen. Entweder über Beteiligungen, oder indem man sich ausländische Hersteller ins Land holt (CATL baut z.B. ein Werk in Deutschland). Kann man vertreten..

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        15. Juni 2020 @ 13:40 Stefan

        VW hat halt mal nachgerechnet und festgestellt, dass sie wenn sie ihre Jahresproduktion auf elektrische Fahrzeuge umstellen würden, die weltweite Jahresproduktion von (ich glaube, es war Lithium) aufkaufen müssten.
        Elektro ist nett als Nische für einzelne. Aber es ist nicht tauglich für die Masse an Fahrzeugen, die heute verkauft werden. Weder technisch, noch wirtschaftlich, noch ökologisch. Das wird sich erst ändern, wenn wir in der Lage sind, kostengünstig ökologisch Strom zu erzeugen und zu speichern. Leider ist dazu keine Technik verfügbar oder sichtbar. Kernfusion kann das vielleicht irgendwann mal werden. Speichertechnik ist auch noch nicht so weit. Und da geht es nicht um Entwickeln, sondern um Forschen. Mit „einfach mal machen“ und „7 Milliarden in die Hand nehmen“ ist das halt nicht zu machen.

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    10. Juni 2020 @ 12:17 Ralf Blümel

    Es erscheint das der Autor ein erhebliches Problem mit der deutschen Automobilindustrie hat.

    Das amerikanische Hersteller wie Tesla in puncto Lithium / Ionen Akkutechnologie die Nase weit vorn haben ist offensichtlich.

    Deutsche Hersteller haben allerdings möglicherweise erkannt das Batterie Betriebene, oder und diese Akkutechnologie einen Übergang zu einer anderen Technologie ( Feststoffakku, Brennstoffzelle etc ) darstellt.

    Es macht kaum Sinn zu versuchen zb Tesla dort einholen zu wollen, vielmehr arbeitet man offensichtlich lieber an der nachfolgenden Technologie anstelle sich an einer Übergangstechnologie abzuarbeiten.

    Was Streetscooter anbetrifft ist es doch so,
    diese Fahrzeuge waren schon technisch veraltet als sie auf dem Markt erschienen.
    Wer in dieser Fahrzeugklasse mit einem Fahrzeug antritt,
    das auf einem Rahmen mit aufgesetzter
    Karosserie setzt, während andere Hersteller selbsttragende Karossen billiger anbieten,
    hat abgesehen vom Antrieb,
    etwas falsch gemacht.

    Das wäre dann so als hätte VW versucht den Käfer in der heutigen Zeit gewinnbringend zu verkaufen.

    Zum anderen ist die Steuerliche Förderung der Elektromobilität unsozial,
    es kann doch nicht Sinn und Zweck sein,
    das ein Sozial schwächer aufgestellter Steuerzahler, der/ die niemals auch mit Förderung im den Bereich kommen wird sich ein E – Auto zu kaufen,
    das Elektroauto eines Besserverdieners mit Bezahlen muss.

    Anstelle die Elektromobilität medial zu verherrlichen sollte man dieses Thema nüchterner betrachten.

    Denn:
    Fällt diese staatliche Förderung der E – Autos weg,
    bricht dieser dadurch künstlich erzeugte Markt hier in Deutschland zusammen.

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      10. Juni 2020 @ 13:03 Christoph Mause

      1. Streetscooter – das ist das, was wir Deutschen noch nicht verstanden haben: Technische Überlegenheit ist kein Garant für ökonomischen Erfolg. Der Streetscooter ist ein pragmatisches Automobil zu geringen Kosten, dass seinen Zweck erfüllt. Die Geschichte geht aber anders: Die Post hat verzweifelt mit allen deutschen Automobilherstellern gesprochen um ein emissionsfreies Fahrzeug für die Zustellung zu bekommen. Fehlanzeige und Ablehnung. Wo waren da die anderen Hersteller mit ihren „selbsttragenden Karosserien“, die sie billiger anbieten?

      2. Steuerliche Förderung der Elektromobilität. Nun – finden Sie die steuerliche Förderung der automobilen Oberklasse in Deutschland sozial? Die kostet nach den Berechnungen des Umweltbundesamtes ca. 3.1 Milliarden jährlich (E-Auto-Prämie 2019 ca. 300 Millionen). Und das ist nur ein kleiner Teil der versteckten Subventionen. https://www.tagesschau.de/faktenfinder/autoindustrie-subventionen-101.html

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        13. Juni 2020 @ 13:55 Torx

        Interessant, dass Sie immer wieder Streetscooter anführen. Ihr Kommentar stammt vom 08.06.2020. Bereits am 28.02. hat die Eigentümerin von Streetscooter, die Deutsche Post AG, veröffentlicht, das keine neuen Bestellungen mehr getätigt werden und die Produktion der Fahrzeuge bis Mitte des Jahres eingestellt wird. Die seit langem erfolglose Suche nach einem neuen Partner und Investor soll jedoch noch fortgesetzt werden. Das hochgelobte „Wir-zeigen-es-den-etablierten-Autoherstellern“-Fahrzeug ist also nachweislich gescheitert weil es nicht wirtschaftlich herzustellen und zu betreiben ist – und das, obwohl die Deutsche Post AG als respektabler Großflottenbetreiber sicher weiß, wie dies effizient zu bewerkstelligen ist.

        Weiterhin sind die von Ihnen angeführten 7 Mrd. Kosten, die Volkswagen durch die Dieselaffäre zu zahlen hatte, zuvor von Volkswagen auch verdient worden – mit eben jenem klassischen Verbrennergeschäft. Tesla wird dagegen quersubventioniert, staatlich protegiert und durch immer wieder neue spektakuläre Ankündigungen von Elon Musk als eine Art „Schneeballsystem“ betrieben.

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    10. Juni 2020 @ 23:42 Klaus Dieter Lambert

    Sehr guter Artikel. Die Gegenargumente schon tausend mal gelesen. Heute hat die Tesla Aktie die 1.000 Dollar Marke durchbrochen. Und das wird noch weiter gehen. Aber die Kritiker sollten ruhig die Papiere von Daimler kaufen. Müssen ja tierisch unterbewertet sein.

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      11. Juni 2020 @ 15:19 Axel

      Natürlich hört man die Gegenargumente immer wieder, das liegt daran, dass sie valide sind. An der Börse wird aktuell viel Fantasie gehandelt und durch das viele freie Kapital steigen gerade Wachstumswerte ins Unermessliche (auch „dummes Geld“ genannt). Fundamental gibt es dafür aktuell keine Rechtfertigung.

      Man kann diesen Artikel übrigens auch kritisieren, ohne in Daimler zu investieren.

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        12. Juni 2020 @ 13:51 Klaus Dieter Lambert

        Es besteht keine Korrelation zwischen der Anzahl der Nennungen von Argumenten und ihrer Validität. Technologie wird nun mal anders bewertet als das Biegen von Blechen.

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          13. Juni 2020 @ 00:36 Axel

          „Es besteht keine Korrelation zwischen der Anzahl der Nennungen von Argumenten und ihrer Validität“? Das haben Sie richtig erkannt! Diese Feststellung wirft natürlich auch wieder ein ganz eigenes Licht auf die ständig wiederholte Behauptung, die Deutsche Autoindustrie wäre ein unfähiger Haufen, der technische Entwicklungen komplett verschläft (sinngemäß). Ganz nebenbei bemerkt, ist die Anzahl der Nennungen der „tausend mal gelesenen“ GEGENARGUMENTE ja auch nur eine Folge davon.

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      11. Juni 2020 @ 16:17 Kai Ruhsert

      „Die Gegenargumente schon tausend mal gelesen.“
      Respekt für diese überzeugende Gedankenführung!

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      15. Juni 2020 @ 13:58 Stefan

      Der Preis einer Aktie ist kein Maß für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens. Es waren schon andere Aktion teuer und hinterher billig. Stand heute ist mit dem Besitz von Aktien der GLAUBE verbunden, dass irgenwann einmal über viele Jahre ein Gewinn entsteht, der die Aktien per Dividende zurückzahlt.
      Bis dahin, ist es ein Schneeballsystem, bei dem sich der Wert der Aktie nur daraus speist, dass zunehmend mehr Menschen die Aktie kaufen wollen, also „GLAUBEN“ wollen. Das ist eine Spekulationsblase. Alle „spekulieren“ darauf, dass es gut geht.
      Im übrigen sind es die Milliardäre, die ihr Geld in solche Unternehmen pumpen, die mit dem gleichen Geld auch Einfluß auf die Politik nehmen (vor allem in den USA) Steuergelder in diese Richtung zu lenken.

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    12. Juni 2020 @ 13:53 Klaus Dieter Lambert

    Herr Mause hat hervorragend geantwortet. Muss ich hier nicht wiederholen.

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    12. Juni 2020 @ 15:39 Markus .Backfisch

    Sehr geehrter Herr Mause,

    ich möchte kurz feststellen, dass alle Personen, die Sie in Ihrem Rant behandeln über Geld wie Heu verfügen dürften. Da sind Sie also in einer aussergewöhnlichen Stratosphäre unterwegs, ihr persönliches Space X also. Dagegen ist ja auch prinzipiell nichts einzuwenden, wenn man auf das Heck seines Spaceships nicht einen SPD-Aufkleber anbringt.
    Gewerkschaften bestehen aber nicht nur aus Ihren Funktionären, sondern zum Großteil aus Ihren Mitgliedern, das sind meist Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die jeden Tag mit bester Absicht, vollkommen motiviert, pflichtbewusst und bestenfalls mit Freude ihre Arbeit erledigen. Nach Ihrer Aussage sind diese Menschen in der deutschen Automobilindustrie umzingelt von Taugenichtsen und überbezahlten dreisten Arschkriecherschwachköpfen. Nicht ganz ihre Wortwahl, aber so kam es zumindest bei mir an. Mit anderen Worten, das einfache Volk kann in der deutschen Automobilindustrie plockern wie es will, geführt von diesen Vorständen, kontrolliert von diesen Aufsichtsräten wird das sowieso nichts.
    Eigentlich möchte man, wenn Sie hier so ließt ja gleich die Großaktionäre fragen: “Wie bescheuert seid ihr eigentlich euer Geld solchen Vollpfosten anzuvertrauen?”
    Offenbar sind auch die deutschen Investoren bescheuert. Wie sagt man so schön, wer die Band bezahlt, der bestimmt auch was gespielt wird.
    Dann lassen Sie sich darüber aus, dass niemand den Streetscooter bauen wollte. Vielleicht haben die Eierköpfe doch tatsächlich gedacht, was ist, wenn keiner mehr diese Band bezahlen möchte. Was ist eigentlich aus dem Streetscooter geworden? Wo sind die Investoren, wo die Kunden, wo der Profit? Puff hat es gemacht und hat sich in Rauch aufgelöst.
    Die Arschkriecherbande der Gewerkschaftsbosse ist ja auch nichts für Sie. Die Mitglieder der Gewerkschaften sind offenbar zu dämlich fähige Leute mit Eiern in der Hose auf diese Posten zu wählen.
    Gehen Sie eigentlich davon aus, dass die Menschen in Deutschland überhaupt in der Lage sind eine gescheite politische Vertretung für sich zu wählen?

    DIe Erfolgsgeschichten, die Sie zitieren kommen aus den USA, Korea, Japan. Tickt dort das Kapital anders? Schleppt man dort den Ballast der sozialen Marktwirtschaft nicht mit sich rum? (Sind Sie eigentlich ein Fan dieser?) Eierkopfdichte nicht so hoch? Welche makroökonomischen Tendenzen machen diese Erfolgsgeschichte möglich?

    Mich würde zudem Interessieren, wo Sie dem lachenden TESLA-Verkäufer begegnet sind. So viele gibt es davon wohl nicht, da TESLA über das Internet vertreibt. In Düsseldorf am Füße der Königsallee? Also dort, wo die meisten, also weder Gewerkschaftsgrößen noch Vorstände, eher staunen und nicht kaufen.

    In Ihrem Artikel machen Sie sich um ca. 850.000 namenlose Beschäftige kurz sorgen und verschwenden einen Großteil der Zeilen auf, wenn ich das so sagen darf, Menschen aus Ihren Kreisen. (Ich meine, die die von sich behaupten, dass sie es geschafft haben.)
    Die Subventionen hätten einigen vielleicht mehr Zeit verschafft. Vielleicht auch dazu geführt, dass sich viele Menschen weniger Sorgen machen müssen.
    Was sagen Sie mir, wenn ich Sie frage, ob die SPD eigentlich noch meine Interessen als Arbeitnehmer vertritt? Finden Sie das dann auch unverschämt? MIch hat noch kein Vorstand gebeten ihm in den Arsch zu kriechen, genaugenommen habe ich noch nicht einmal einen Vorstandshintern zu Gesicht bekommen.
    Betriebsratsvorsitzende werden im übrigen von der Belegschaft einer Unternehmung gewählt. Ist so ein Gesetzdings. Für mich ist das in Ordnung, wenn der gewählte Vertreter diesen Diskurs für mich führt. Für Sie auch?

    Hochachtungsvoll

    Markus Backfisch

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      14. Juni 2020 @ 15:30 Christoph Mause

      Sehr geehrter Herr Backfisch,

      vielen Dank für Ihren Kommentar.

      > “Wie bescheuert seid ihr eigentlich euer Geld solchen Vollpfosten anzuvertrauen?”
      Aus Aktionärssicht ist ja das Vorgehen des Managements ja vollkommen korrekt. Schließlich haben VW, BMW und Daimler im letzten Jahr 27 Milliarden Euro verdient. Daimler schüttet heuer 60 Cent je Aktie aus. Da ist man als Aktionär natürlich ersteinmal zufrieden.
      Ich glaube der wesentliche Unterschied zwischen dem Daimler-Management und Herrn Musk ist, dass letzterer eine Vision hat. Und mit dieser Vision ist er angetreten, die Welt der Mobilität gegen alle Widerstände zu ändern. Die Vision des Management von deutschen Autombilherstellern scheint sich (von außen betrachtet), auf die Bottom-Line und Dividenden zu konzentrieren.

      > Was ist eigentlich aus dem Streetscooter geworden? Wo sind die Investoren, wo die Kunden, wo der Profit?
      Der Streetscooter hätte mit Beteiligung der deutschen Automobilindustrie ein Erfolgsmodell werden können. Aber leider passte das wohl nicht ins Konzept. Das die Post das Projekt einstellt, liegt ja wohl auch nicht daran, dass das Projekt gescheitert ist, sondern dass die Post sich selber nicht als Automobilhersteller versteht und daher versucht hat das Unternehmen (leider erfolglos) zu veräußern.

      > In Ihrem Artikel machen Sie sich um ca. 850.000 namenlose Beschäftige kurz sorgen und verschwenden einen Großteil der Zeilen auf, wenn ich das so sagen darf, Menschen aus Ihren Kreisen.
      Dann haben Sie in meinem Artikel wohl einen anderen Subtext gelesen, da ich das so nicht nachvollziehen kann. Meine Sorge gilt einzig und alleine den Beschäftigen. Wenn diese irgendwann einmal ihren Job verlieren sollten (was ich wirklich nicht hoffen möchte), so ist dass nicht die Schuld der SPD und schon garnicht meine. Dann ist das die Schuld der Menschen, die diese Unternehmen nicht rechtzeitig auf die tiefgreifende Transformation und Disruption vorbereitet haben, vor der wir gerade stehen.

      > Für mich ist das in Ordnung, wenn der gewählte Vertreter diesen Diskurs für mich führt. Für Sie auch?
      Ja – absolut. Ich muss aber ehrlicherweise sagen, dass ich zu wenig von Gewerkschaften verstehe, da ich aus einer weitgehend gewerkschaftsfreien Branche komme. Man hört aber oft, dass auch anglo-amerikanische Manager das Modell der deutschen Mitbestimmung schätzen. Soetwas würde mich allerdings immer ziemlich hellhörig machen.
      Ich bin ein großer Verfechter der sozialen Marktwirtschaft (weil Sie gefragt hatten). Ich glaube aber nicht, dass Kapital und ArbeitnehmerInnen per se das gleiche Interesse haben. Genauso wenig wie ich glaube, dass es einen „Trickle-Down-Effekt“ gibt, wenn man die Steuern für Reiche senkt.
      Wenn ich mir im Zuge der Diskussion um die Neuwagenprämien für die Automobilindustrie die Aussagen einiger Gewerkschafter anschaue, dann frage ich mich, welche Interessen die nun verfolgen. Die der Beschäftigen, oder die der Unternehmen?

      Lassen Sie mich hier noch eine Sache hinzufügen: Angesichts von 27 Milliarden Gewinn in 2019, Staatshilfen einzufordern und sich zu echauffieren, dass die Politik keine Neuwagenprämie auflegt und zu behaupten die SPD vertrete nicht mehr die Interessen der ArbeiterInnen, halt ich ehrlich gesagt für ziemlich dreist. Vor allem im Angesicht des Umstandes, dass es ganz andere Branchen gibt, die momentan Unterstützung verdient hätten (…von den im Vergleich zu einem Daimler-Mitarbeiter lachhaften Gehältern in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen einmal ganz zu schweigen).

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    13. Juni 2020 @ 17:00 Frank Lenzner

    An den vielen unterschiedlichen Reaktionen sieht man, dass der Autor offensichtlich einen Nerv getroffen hat. Ich persönlich bin der Meinung, dass die (sachliche) Debatte notwendig ist – und ich glaube auch nicht, dass Daimler sterben wird 😉
    Ich sehe eine grundsätzliche Herausforderung für unsere Gesellschaft. Angenommen, es gibt eine mehrheitlich Akzeptanz in den Industrienationen für die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Klimaveränderung: Dann wäre es wichtig einen gesellschaftlichen Konsens herbeizuführen, bis wann man spätestens klimaneutral sein will (muss). Alle Aktivitäten und speziell die Förderung mit Steuermitteln muss darauf auszurichtet sein.
    Wenn wir beispielsweise bis 2050 (wobei manche sagen, das ist zu spät) klimaneutral werden wollen, dann müssen jetzt die Weichen gestellt werden.
    Ein Beispiel: Heutige Neuzulassungen mit Verbrennungsmotor haben durchaus Auswirkungen auf die nächsten 20 oder noch mehr Jahre. Oder will man den Autokäufern, die heute oder bis 2030 ein Auto kaufen, den Betrieb dieses Autos 10 Jahre später verbieten? Auch wenn das Auto aus heutiger Sicht hocheffizient ist, so ist es doch nicht klimaneutral.
    Ich bin kein Autoexperte – aber eventuell gibt es neben Batterie und Wasserstoffauto noch Lösungen, wie man die heutigen Verbrenner zukünftig mit (klimaneutralem) synthetischem Kraftstoff betreibt auch ein kostengünstiges Konzept zur Umrüstung !Upgrade 😉 entwickelt, das in den Neuwagen von heute durch Modulbauweise schon vorentwickelt ist – etc.
    Es wäre doch wirtschaftlicher Unsinn den größten Teil des heutigen Autobestandes in den nächsten 2 – 3 Jahrzenten zu verschrotten, weil die Autos nicht umrüstbar sind. Die Autos in ein paar Jahren einfach nach Afrika und Co zu exportieren, löst das Klimaproblem nicht.
    Die deutschen Autokonzerne, die ihren heutigen Neuwagenkunden ein solches Upgrade garantieren können, sollten dann auch mit Steuergeldern gefördert werden.
    Ansonsten schaffen wir weder 2050, geschweige dann früher, klimaneutral zu werden – befürchte ich.
    Um allen Anfeindungen vorzubeugen: Es handelt sich hier um meine ganz private Meinung und ich hänge auch keiner Religion an. Allerdings akzeptiere ich die Erkenntnisse der Wissenschaft und habe Enkelkinder, denen ich eine gute Zukunft wünsche.

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      14. Juni 2020 @ 00:50 Axel

      Ich finde eine sachliche Debatte immer sinnvoll. Das bedeutet, dass man weder Tesla religiös verehrt, noch den Untergang der Deutschen Automobilindustrie feiert. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen.

      Synthetische Kraftstoffe werden in der Regel deshalb abgelehnt, weil die Energieeffizienz schlecht ist (10%-15% Well-to-Wheel, im Gegensatz zu 70%-80% bei BEV). Dennoch bin ich Ihrer Meinung, dass es durchaus Anwendungsbereiche gibt. Wir retten nicht das Klima, nur weil Europa und die USA auf BEV umstellen. Gerade in bisher wenig entwickelten Staaten könnten solche Kraftstoffe übergangsweise zum Einsatz kommen. Immerhin kann man ohne größere Investitionen in die Infrastruktur eine komplette Bestandsflotte auf „CO2-Neutral“ umstellen, sofern die notwendige Energie regenerativ erzeugt wird. Link dazu: https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/alternative-antriebe/synthetische-kraftstoffe/

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      14. Juni 2020 @ 06:37 Kai Ruhsert

      „Allerdings akzeptiere ich die Erkenntnisse der Wissenschaft“ …

      Das ehrt Sie. Leider muss man aber sehr darauf achten, welchen Wissenschaftlern man glaubt. Es könnte nämlich sein, dass diese für Institute arbeiten, welche sich auch zukünftig für staatlich geförderte Forschungsprojekte zur Durchsetzung der Elektromobilität empfehlen möchten.
      Warum E-Autos in Wahrheit noch für Jahrzehnte keine bessere Klimabilanz haben werden, ist ganz leicht zu verstehen:
      * Die Stromerzeugung aus regenerativen Energien läuft praktisch immer mit der maximal möglichen Leistung
      * Überschussstrom tritt nur temporär und lokal auf (die Lösung dafür lautet bessere Veteilung, nicht mehr Verbrauch)
      * Kommen neue Stromverbraucher hinzu, können diese nur von fossilen Kraftwerken versorgt werden
      * Fallen Stromverbraucher weg, regeln fossile Kraftwerke ihre Leistung herunter
      Wer neue Stromverbraucher wie Elektroautos subventioniert, fördert also den Absatz fossilen Stroms.
      Wollen Sie das?

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        16. Juni 2020 @ 22:04 Klaus Dieter Lambert

        KAI KUHSERT Das ist eine völlig sinnfreie Argumentationskette. Es wird zukünftig nur noch regenerativen Strom geben mit intelligenter Verteilung und Zwischenspeichung (sog. Smart-Grids).

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          17. Juni 2020 @ 07:27 Kai Ruhsert

          „Es wird zukünftig nur noch regenerativen Strom geben mit intelligenter Verteilung und Zwischenspeichung (sog. Smart-Grids).“

          Smart-grids helfen Lastspitzen zu entschärfen und so den Bau zusätzlicher Spitzenlastkraftwerke für Elektroautos zu vermeiden, können aber keinen Strom produzieren. Solange die Residuallast von fossilen Kraftwerken zu tragen ist, bedeutet jedes Elektroauto mehr fossile Stromproduktion.

          Ein paar aufgeschnappte Stichwörter fallen zu lassen, genügt nicht, um dieses Problem gedanklich zu erfassen. Wenn Sie in eigenen Worten erklären können, wann für eine Klimabilanz der Durchschnitts- und wann der Maginalstrom relevant ist, dann haben wir eine Gesprächsgrundlage.

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      14. Juni 2020 @ 11:44 Kai Ruhsert

      „Es wäre doch wirtschaftlicher Unsinn den größten Teil des heutigen Autobestandes in den nächsten 2 – 3 Jahrzenten zu verschrotten, weil die Autos nicht umrüstbar sind.“

      Das ist keineswegs wirtschaftlicher Unsinn, sondern weltweit übliche Praxis. Nach dieser Zeit sind die Autos verschlissen und technisch veraltet.

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      14. Juni 2020 @ 15:37 Christoph Mause

      Hallo Herr Lenzner,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Auch ich möchte Daimler nicht sterben sehen!

      Ich finde Ihren Kommentar sehr richtig. Es geht um eine grundsätzliche Herausforderung für unsere Gesellschaft. Das ist nicht damit getan, dass wir (zum wiederholten Male) die Autoindustrie mit Prämien subventionieren. Ich würde mir sehr wünschen, dass unsere heimische Automobilindustrie Antworten auf diese dringenden Zukunftsfragen liefert. Und ich würde mich sehr freuen, wenn wir auch in 30 Jahren noch große Mobilitätskonzerne in Deutschland hätten.

      Mich ärgert nur, dass das Management dieser Konzerne alle (!) Trumpfkarten in der Hand hat und nicht mehr daraus macht. Stattdessen ruft man allenthalben nach Förderung und Subvention.

      > An den vielen unterschiedlichen Reaktionen sieht man, dass der Autor offensichtlich einen Nerv getroffen hat.
      …Sie haben noch nicht gesehen, was ich alles in der Mailbox und auf meinem Anrufbeantworter hatte 🙂

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    15. Juni 2020 @ 14:29 Anonym

    Hallo zusammen,
    ja, der Autor hat wohl wirklich den Nerv getroffen. Und nicht nur den. Er hat nach meiner ganz persönlichen und nicht auf Fakten basierenden Meinung sogar genau ins schwarze getroffen. Ich arbeite in der Autobranche. Im einem Bereich in dem die Innovationen der nächsten Jahre entwickelt werden und wir bringen nix davon wirklich in Serie. Warum? Weil die interne und externe Politik dagegen steht. Entweder kannibalisieren wir die eigenen Bereiche in der Firma => „ab in die Schublade“ oder wir kannibalisieren unsere guten Kunden => „ab in die Schublade“ oder wir gefährden diesen oder jenen oder dies oder das oder sonst eine etablierte Wirtschaft oder es gibt niemand der das vermarkten will oder wir labern es halt einfach zu tote => „ab in die Schublade“. So tolle Ideen… manche auch schon bereits von den Menschen oben erwähnt.
    Eine weitere, ganz persönliche, eigene Erfahrung aus meiner langjährigen Tätigkeit in genau dieser Branche in China: Jeder dieser Hersteller (und es gibt dort wirklich viele) will auf die westlichen Märkte. Und die werden das machen. Nicht nur, weil sie stark subventioniert sind, sondern auch weil sie besser und besser werden. Die Gründe und die dazugehörige Diskussion mal ausklammernd, aber wir sehen ja, dass das bereits passiert. Mit Produkten, die für immer mehr Leute attraktiv sind.
    Daher ist für mich die einzig sinnvolle Förderung die, die neue Technologien fördert. Den nicht mehr vorhandenen Vorsprung der Autoindustrie in Deutschland anvisiert und die Marktdurchdringung erhöht. Nur so können wir technologisch in Zukunft weiter mitreden, nicht als e-Fuel-Raffinerie-Standort, sondern als Automobil-Standort.

    Ach, noch was… Ich freue mich über die E-Auto Förderung noch aus einem weiteren Grund. Ich werde mein 10 Jahre altes Benzinfahrzeug ersetzen. Durch einen kleinen Honda e und eine Solaranlage auf dem Dach. Damit bin ich sowas von Öko und hab ein technisch tolles Fahrzeug. Alternative wäre der NIO ES8, aber den gibt´s leider noch nicht in Deutschland. Hätte gerne auch was Deutsches gekauft… aber da gibt’s ja nix.

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      16. Juni 2020 @ 20:03 Kai Ruhsert

      „Damit bin ich sowas von Öko …“
      Nö, sind Sie nicht. Das glauben Sie nur so lange, bis irgendwann der Groschen fällt und Ihnen auffällt, dass es ökologisch sinnvoller wäre, es bei der zusätzlichen Sromerzeugung zu belassen und mit dieser Leistung Fossilstrom aus dem Netz zu drängen – statt den Strom in einem Elektrospaßmobil zu verfahren und so die potentielle Treibhausgasverringerung wieder zunichte zu machen.

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    17. Juni 2020 @ 11:03 Fabian Krämer

    In den meisten Kommentaren sieht man hier wieder die typisch deutsche, dumme Mentalität…
    So auf die Art!!!
    Ohhh nein ein Problem… das geht so nicht, wir lassen es bleiben!
    Ohhh nein ein Problem… was die Änderung und Lösung kostet erstmal Geld und ich mache nach 6 Monaten immer noch kein Gewinn??? Das geht garnicht… wir lassen es bleiben!
    Ohhh nein ein Problem… Wie jetzt? ICH soll was ändern? Nein, das geht garnicht… Hilfe Staat, Hilfe ich bin unfähig Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen!

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      17. Juni 2020 @ 17:19 Kai Ruhsert

      „…die typisch deutsche, dumme Mentalität…“

      Um ihre Wortwahl aufzugreifen: Ich fände es ziemlich dumm, aus Klimaschutzgründen eine Technik einzuführen, die dem Klima nichts nützt.
      Sie verstehen nicht, was ich damit meine? Dann lesen Sie bitte jetzt den Text über die Greenwashing-Studien.

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    20. Juni 2020 @ 16:13 Simon

    Sehr geehrter Herr Mause,

    ihre Meinung teile ich nicht, weil ich denke dass Sie sich nicht besonders viel mit der Automobilindustrie auseinander gesetzt haben. Der schnellste Weg eine Firma in den Bankrott zu treiben, ist es, wenn Sie ihren Kunden vorschreiben möchten, was sie zu machen oder zu lassen haben. Ich bin es auch ehrlich gesagt leid, ständig zu hören: „Daimler/BMW/Audi/VW haben den E-Trend verschlafen!“. Nein. Die haben abgewartet. Einige Punkte dazu: Die Zulassungszahlen von Elektroautos waren ewig im Keller und eine absolute Randnotiz in der Industrie. Auch als Tesla schon den Markt mit dem Model S „aufgerollt“ hat. Trotz dem „Trend“ müssen E-Autos immer noch über Prämien in den Markt geschoben werden, weil die Autos sonst offenbar nicht genug Abnehmer finden. Sorry, aber das ist kein Trend. Google sagt heute sind Deutschland bei ~3.5% der Fahrzeuge elektrisch unterwegs. Aber doch nur weil diese blöden Autobosse wie Dinosaurier auf SUVs gesetzt haben! Ja, haben Sie. Finde ich auch nicht gut, ich mag die Dinger auch nicht. ABER: Sie werden gekauft ohne Ende. Die Leute wollen die Dinger haben. Und zwar unbedingt unbedingt unbedingt. Keine Firma sagt dann: „Ok, das will der Kunde haben und obwohl ich damit eine super Marge verdienen würde, biete ich das nicht an.“ Am Ende bestimmt der Kunde, was entwickelt und produziert wird. Und das waren in den letzten Jahren definitiv nicht Elektroautos. Verschiedene Hersteller haben da „Testballons“ steigen lassen. z.B. BMW mit dem i3, oder Daimler mit dem Smart electric, oder 2013 mit dem elektrischen e-SLS (siehe auch „Deutsche Accumotive“, eine 100% Daimler-Tochter). Haben aber alle eher bescheidene Resonanz der Käufer gefunden. Seit 2019 kann man beim BMW i3 sehen, dass mal so langsam Fahrt reinkommt. 2019 wurden knapp 10.000 in Deutschland zugelassen. Dieser Höhenflug war ein Viertel, was in der gleichen Zeit an BMW 1ern zugelassen wurde. Und das war ein schlechtes Jahr für den 1er, wegen Modellwechsel.

    Die „Trend“ zur Elektromobilität wird in erster Linie über CO²-Grenzwerte gesetzt. Die Politik bestimmt, dass wir in Zukunft weniger CO² ausstoßen sollen. Das ist nicht beliebt, aber notwendig. Und im Gegensatz zur Industrie steht es auch der Politik zu, den Leuten vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben. Bislang wurden die Grenzwerte über verschiedene Maßnahmen am Verbrenner umgesetzt: Start-Stopp, Segeln, Zylinderabschaltung, andere Brennverfahren, usw usf. Und ökonomisch ist das auch die richtige Entscheidung. Warum eine komplette Technik beiseite legen, die man bereits gut kennt, zu der man Know-How im Hause hat, weltweit den Benchmark darstellt und die kompletten Produktionsanlagen leicht umstellen kann? Inzwischen sind die Grenzwerte so scharf, dass diese Strategie nicht weiter verfolgt werden kann. Also kommen jetzt Hybride und elektrifizierte Antriebsstränge. Daimler hat jetzt einen EQC in den Markt geschossen, in der Nutzfahrzeugsparte den eCanter, die konzerneigene Evobus den elektrischen Citaro. Smart gehört ebenfalls zum Konzern und bietet seit diesem Jahr keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr an. Ob die Kunden am Ende diese Produkte haben wollen? Ich schätze das wird dieses und nächstes Jahr zeigen. Wenn man etwas die News verfolgt, werden noch einige weitere Produkte bald folgen, die dann fertig entwickelt wurden. Finanziert wurde all diese Projekte mit den Gewinnen aus den Verbrennern. Denn obwohl das parallel entwickelt und aufgebaut wurde, hat Daimler permanent Geld verdient und Dividenden bezahlt. Ich hoffe jedenfalls, dass die Produkte dann auch wirklich gekauft werden. Idealerweise, weil die Kunden sie haben wollen, und nicht weil sie von der Politik dazu gezwungen werden.

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    1. Juli 2020 @ 07:49 Alina

    Es krankt ja nicht nur Daimler sondern auch VW und andere. Seit 15 Jahren sich gegen den Fortschritt gewehrt. Dafür muss man bestraft werden.

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