• Über uns
  • Freund*innenkreis
  • Verein
  • Autor*innen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Archiviert
  • Contra AfD
Donnerstag, Februar 26, 2026
Blog der Republik
Advertising
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Blog der Republik
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Home Politik

Sprache ist der Schlüssel zur Integration

Petra Kappe Von Petra Kappe
20. Juni 2017
Welcome

Als vor zwei Jahren Züge und Busse immer mehr Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten in die deutschen Städte brachten, galt ein Gutteil des freiwilligen Engagements dem Angebot von Sprachkursen. Je schneller die Neuankömmlinge sich äußern und verstehen können, so die Motivation, desto besser gelingt die Verständigung.

Unbürokratische Lösungen waren wichtig, da die professionellen Angebote bei weitem nicht ausreichten und lange Wartelisten aufwiesen. Zu lange zum Nichtstun verdammt zu sein, wäre aber in mehrfacher Hinsicht schädlich. Die Sprachkurse dienten als sehr frühes Angebot zum aktiven Mittun auch dazu, dem Alltag eine Struktur zu geben, regelmäßige Kontakte in der neuen Umgebung zu pflegen und Lebensmut zu schöpfen. Nach Wochen der Flucht, Entbehrungen und Ungewissheit eröffneten die Deutschstunden eine Perspektive des Ankommens.

Geeignete Räume mussten gefunden werden, Papier, Stifte, Tafeln, Kreide und viele, viele Menschen, die sich aufs Unterrichten verstanden. Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen, Ausbilder und Übungsleiter, teils noch im Beruf, teils im Ruhestand, fanden sich bereit, regelmäßige Unterrichtseinheiten zu festen Zeiten anzubieten, schon nach kurzer Zeit das Angebot für Anfänger und Fortgeschrittene zu differenzieren, und den neuen Mitbürgern den Weg in die Gemeinschaft zu ebnen.

Wie funktioniert das Einkaufen, wo erhält man was, wie sind die Öffnungszeiten, welche Buslinie fährt wohin, wie bekommt man einen Arzttermin, wo sind Schulen, Kindergärten, das Schwimmbad, Spielplätze, die Stadtbücherei? Die Sprachvermittler sind zugleich Alltagslotsen, die einen unmittelbaren Eindruck von den Hürden erhalten, die den Weltenwechsel erschweren. Die vielen lebenspraktischen Dinge, in die Einheimische selbstverständlich hineinwachsen, stellen für die Zugereisten echte Herausforderungen dar. Auch das ist ein Lernprozess.

Ohne pädagogische Ausbildung dachte ich anfangs, da gibt es Berufenere als mich, als ich im Spätsommer 2015 meine ehrenamtliche Mitarbeit anbot. Doch es wurde dringend ein Angebot zur Alphabetisierung gebraucht; einige Flüchtlinge konnten nicht lesen und schreiben, sie hatten nie eine Schule besucht und sie konnten daher in den normalen Sprachkursen nicht zurechtkommen. Das wurde also zu meiner Aufgabe, zweimal die Woche je zwei Stunden, Buchstaben und Wörter, Ziffern und Zahlen pantomimisch, mit Bildern und Melodien gemeinsam erarbeiten.

Vieles war anfangs experimentieren und ausprobieren, denn während Verlage rasch neue Unterrichtsbücher für Deutsch als Fremdsprache auf den Markt brachten, gab es zur Alphabetisierung für Fremdsprachler zunächst keine fertigen Angebote. Handgemacht, unbeholfen, improvisiert, ein Prozess des Lernens auf beiden Seiten, selbstverständlich auch über Kulturen, Bräuche und religiöses Leben im Alltag. Die Adventszeit und Weihnachten, Silvester und Karneval, Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten reflektieren sich im Spiegel der anderen bewusster. Sie waren an den Hintergründen der Traditionen interessiert, die weit ins öffentliche Leben hinein prägend sind.

Mit dem Lernen ging allmählich ein Kennenlernen einher, junge Familien, alleinstehende Männer unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Lernbegabung, wohl auch unterschiedlich hinsichtlich ihres Ehrgeizes und der Disziplin, hinsichtlich ihrer Geschichten und Lebenslagen. Aus Afghanistan und Pakistan, Syrien, Irak oder Iran kommend, ließen sich die Wege ihrer Flucht auf Landkarten nachvollziehen, die genauen Umstände und individuellen Beweggründe blieben unausgesprochen.

Immer wieder gingen Teilnehmer in die regulären Sprachkurse und kamen neue Teilnehmer hinzu, oft auch solche, die alphabetisiert waren, sogar Fremdsprachen beherrschten. Sie nutzten das Angebot in der Notunterkunft dennoch, weil sie so viele Lerngelegenheiten wie möglich in Anspruch nahmen und es eine Abwechslung in ihrem tristen Alltag bedeutete. Sie dolmetschten für ihre jeweiligen Landsleute. Junge Mütter kamen, weil sie Kurse an entfernteren Orten nicht mit der Betreuung ihrer Kinder vereinbaren konnten. Kinder, die bereits zur Schule gingen, unterstützten ihre Eltern beim Lernen.

Rollen wechselten, Frauenbilder veränderten sich, Vorurteile auch. Ehemänner ermunterten ihre Frauen, zum Sprachunterricht zu gehen, Väter kümmerten sich derweil um die Kinder. In den 14 Monaten kam es im Unterricht nie zu Respektlosigkeit oder Geringschätzung gegenüber mir oder untereinander. Freundschaften entwickelten sich, es gab Einladungen zum Tee, bis heute grüßt man sich bei zufälligen Begegnungen in der Stadt und tauscht sich über die Neuigkeiten aus. Das sind persönliche Erfahrungen, die vielleicht nicht zu verallgemeinern sind. Sie bekräftigen aber, dass sowohl die ehrenamtliche Arbeit, als auch das gegenseitige Kennenlernen für beide Seiten bereichernd ist.

Bildquelle: pixabay, User Timisu,  CC0 Public Domain

Print Friendly, PDF & EmailAusdrucken/PDF erstellen:
Teilen Sie diesen Artikel:
Instagram
Tags: DeutschlandFlüchtlingeIntegrationIntegrationspolitikSpracheSpracherwerbWeltflüchtlingstag
Vorherigen Post

Zum virtuellen Wasser und Wasserfußabdruck. Teil 1

Nächster Beitrag

Kriminelles Chaos ist keine Folklore – Merkwürdiger Ausdruck der Freude aufs neue Jahr

Nächster Beitrag
Abgebranntes Feuerwerk und Böller

Kriminelles Chaos ist keine Folklore - Merkwürdiger Ausdruck der Freude aufs neue Jahr

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaut mal hier

  • Justizskandal im Sauerland: Das von Charlotte Merz, Ehefrau von Bundeskanzler Friedrich Merz, geleitete Amtsgericht erließ einen rechtswidrigen Durchsuchungsbeschluss gegen eine junge SPD-Frau 08.09.2025
  • Geschichtsrevisionismus: Basteln an der „zweiten Geburt“ 15.4.2025
  • Leak zu Zwei-Klassen-Struktur beim BSW - Sahras Knechte 22.2.2025
  • Sätze aus dem Wahlprogramm der AfD - und was sie bedeuten 18.2.2025
  • Kulturbegriff der AfD : Aufgeladen mit völkischer Ideologie 5.2.2025
  • Das Spiel der Lobbyisten und Politiker: Erik Ahrens – Ein tiefer Fall innerhalb der rechtsextremen Netzwerke 23.1.2025
  • Petition: Finger weg von unserer Demokratie, Herr Musk 3.1.2025

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.011 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

Werbung

[the_ad id="27291"]

Letzte Kommentare

  • Dr. Wolfgang Lieb bei Neue Realitäten – Deutschland braucht eine konzertierte Aktion. Gastbeitrag von Sigmar Gabriel und Matthias Machnig
  • Reinhard Riek bei Thüringen wieder als Mustergau? 100 Jahre danach: Parteitag der AfD in Erfurt
  • Elke Salewski bei Alle strafmündig, oder was?
  • Volker Brunell bei Kritik an Netanjahu hat mit Antisemitismus nichts zu tun – Und ist keine Israel-Feindschaft

UNSER NEWSLETTER

Abonnieren Sie unseren Newsletter und werden Sie einer unserer 3.011 Abonnenten.

Prüfen Sie Ihren Posteingang und den Spamordner, um Ihr Abonnement zu bestätigen.

  • Trending
  • Comments
  • Neueste
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

18. März 2024
Alice Weidel, Elon Musk und Esel, Screenshot Tik Tok

ARD-Wahlarena – Weidels Lügen sind Methode

18. Februar 2025
Feigenblatt

Alice Weidel: Das lesbische Feigenblatt und das Familienbild der AfD

1. Januar 2025
Screenshots von TikTok_Accounts aufgestachelter Bauern oder AfDlern oder anderen "Empörern"

Aufruf zur Bauerndemo in Berlin, AfD-Anhänger und andere Rechtsextreme mobilisieren.

24. Oktober 2024
Friedensdemo Bonn, Oktober 1981

Grüne und Krieg — Partei-Austritt des Gründungsmitglieds Ulfried Geuter

Screenshot ARD-Mediathek zur Sendung von Caren Miosga

Talk bei Miosga: Die Entlarvung der Sahra Wagenknecht

Kriegszerstörungen in der Ukraine

Ukraine: Verantwortungsbewusstes Handeln statt gefährlicher moralischer Überheblichkeit

Mauer in der NS-Ordensburg Vogelsang mit NS-Adler im Mauerwerk

Lasst Höcke regieren!

Windenergie

Die SPD verrät die Energiewende

25. Februar 2026
Mann schlägt sich Hand auf die Stirn, daneben stehen ein großes Ausrufezeichen und ein Fragezeichen, Symbolbild für Fehler oder Zweifel

Die sogenannte „Einigung“ zum sog. „Heizungsgesetz“

25. Februar 2026
Sigmar Gabriel

Sigmar Gabriel beim Politischen Frühschoppen in guter Form

25. Februar 2026
Putin und Trump beim Treffen in Alaska

Das große Versagen? Der Politik? Der Medien? Putin hat alle getäuscht und wir sind darauf reingefallen

24. Februar 2026

BLOG DER REPUBLIK

Blog der Republik

Kategorien

  • Allgemein
  • Buchbesprechungen
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Politik
  • Wirtschaft

Kategorien

  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Standpunkte

Schlagwörter

AfD CDU Demokratie EU Frieden Merz NoAfD Rechtsextremismus Ukraine wehrhafte Demokratie

© 2026 Blog der Republik.

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Alle Beiträge
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft & Medien
  • Kultur
  • Contra AfD – Für Demokratie. Jetzt!

© 2025 Blog der Republik