In deutschen Einzelhandelsbetrieben wird nicht nur die diebische Selbstbedienung in Anspruch genommen. Die Waren werden an der Kasse nicht bezahlt. Vielmehr gibt es enorm viele Diebe in den Läden. Sie bedienen sich selbst ohne Bezahlung. Sie haben 2025 mehr als 3 % gegenüber dem Vorjahr geklaut; das sind mehr als 4,3 Mrd. €.
Vorsicht vor Klaufixen !
Das Diebesgut entfällt auf Kunden, Beschäftigte, Lieferanten und Service-Kräfte.
Im vergangenen Jahr war das der höchste Wert – immerhin fast 30 % mehr als vor 5 Jahren. Die Diebe in den Einzelhandelsbetrieben werden immer dreister: In vielen Fällen raten Sicherheitsfirmen, die in den Läden beschäftigt werden, sich vernünftig auszurüsten, um solche Ladendiebe zu stellen; einige Aufseher sind mit stichfesten Westen versehen.
Auf Kundendiebe entfielen Umsätze im Werte von rund 3,05 Mrd. €. Die Mehrwertsteuer wird auch hier nicht bezahlt. Ein Drittel davon wird organisierten Tätern zugeschrieben. Eigene Beschäftigte sind mit Schäden von 910 Millionen € zu beziffern. Schließlich entfallen rund 370 Millionen € auf Dienstleistungsfirmen, Putzfrauen, Handwerker und Lieferanten.
Die Händler verlieren durch die Diebstähle im Schnitt etwa 1 % ihres Umsatzes.
Das Handelsforschungsinstitut EHI macht den Verlust des Staates durch die Umsatzsteuer auf fast 1 Mrd. € aus.
Große Variation der Diebstähle
Je nach den Geschäften sind die gestohlenen Produkte unterschiedlich. Die Diebe bevorzugen vor allem teure Artikel, die sich leicht verstecken lassen. Ebenso spielt auch die Wiederverkäuflichkeit eine große Rolle. Für den Lebensmittelhandel sind bei den Klaufixern Tabakwaren, alkoholische Getränke, Rasierklingen, Kaffee, Energiedrinks und Parfümerieartikel beliebt. Bei den Drogerie-Märkten werden vor allem Babynahrung, Düfte und Lippenstifte entwendet. Im Bekleidungshandel finden die Diebe in erster Linie Schuhe,
T-Shirts, Hemden, Gürtel, Schals und Brillen sehr interessant. In den Läden für Unterhaltungselektronik sind Konsolen- und Videospiele sowie Smartphones mit Accessoires, Bluetooth-Kopfhörer, Druckerpatronen und Elektrokleingeräte die beliebtesten Diebstahlgeräte. Und bei den Baumärkten sind es akkubetriebene Elektromaschinen, hochwertige Handwerkzeuge, digitale Messgeräte, Akkus, LED-Leuchten, Armaturen und Installationsmaterial, die die Selbstbediener ohne Bezahlung an der Kasse mitgehen lassen.
Vielzahl der Diebe nicht angezeigt
Die Kriminalstatistik der Polizei hat 2025 mehr als 5 % Ladendiebstähle registriert, das sind insgesamt gut 383.000 Fälle. Knapp 50 % der Tatverdächtigen haben eine ausländische Staatsangehörigkeit.
Allerdings ist die Statistik nicht sehr aussagekräftig. Denn rund 98 % der Diebstahlfälle werden nicht erkannt und nicht angezeigt. Fachleute schätzen, dass etwa 25 Millionen Fälle unentdeckt bleiben. Viele Fälle werden von den Händlern nicht gemeldet, viele Firmen wollen sich den zeitlichen Aufwand ersparen.
Immerhin gibt der Einzelhandel rund 1,7 Mrd. € für Schulungen, Videoüberwachungen und Ladendetektive im Jahre 2025 aus. Zusammen mit dem Auswerten von Filmmaterial sind es insgesamt über 3 Mrd. €. Die Mehrzahl der Händler versucht in immer stärkeren Maße, dem Ladendiebstahl vorzubeugen.













