Waffen

Das Nachbeben der Wahl in den USA

Diese Wahl in den USA wird Europa und die Welt insgesamt noch lange beschäftigen. Schon wenige Minuten nach dem klar war, dass Donald Trump von der Mehrheit der Wähler/innen keine weitere Amtszeit eingeräumt werden würde, zeigte sich, was den USA blühen könnte. Das Trump Jr. den Nazipropagandaminister Joseph Goebbels zitierend den „totalen Krieg“ für den Fall einer Niederlage seines Vaters ankündigte, sekundiert von Trumps, und wiederholt von ihm seit Wochen verkündet, dass eine Wahlniederlage, nur mit Wahlbetrug erklärt werden könne. Beide Trumps zeigten damit, dass sie bereit sind, auch einen Bürgerkrieg anzuzetteln und in Kauf zu nehmen, und bereit zu sein, buchstäblich über Leichen zu gehen.

Das Waffenrecht der USA erlaubt es jedem, auch schwerste Waffen zur Verfügung zu haben oder käuflich zu erwerben. Die rassistische Rechte in den USA steht bereit und ist bis an die Zähne bewaffnet, bereit zuzuschlagen und den von Trump Jr. angekündigten „totalen“ Bürgerkrieg zu beginnen. Aber auch mit Trump als US-Präsident wäre das transatlantische Bündnis bei einer zweiten Amtsperiode alsbald nur noch als Scherbenhaufen zu besichtigen gewesen.

Das Beben, das Trump in der zerrissenen und tief gespaltenen Gesellschaft der USA ausgelöst hat, könnte stark genug sein und zum gleichen Ergebnis führen. Wenn es nicht gelingt, das Beben einzuhegen und Trump in seinen als Präsident der USA verbleibenden zwei Monate ruhig zu stellen, bis zur Inauguration von Joe Biden im Weißen Haus, wird viel davon abhängen, ob es ihm gelingt, seine auf Versöhnung und Respekt angelegte Haltung durchdringen zu lassen und die Feindschaft in der amerikanischen Gesellschaft mit freundlicher Nachbarschaft zu tauschen.

Bildquelle: Pixabay, Bild von WorldSpectrum, Pixabay License

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Uwe-Karsten Heye

Der Print- und Fernsehjournalist arbeitete unter Gerhard Schröder als Regierungssprecher bevor er als Generalkonsul nach New York ging. Heye ist Autor mehrerer Bücher und bloggt vor allem zu den Themen Rassismus und Antisemitismus.


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