Corona

ERSTE HILFEN GEGEN CORONA – Wir schaffen das!

Corona liegt wie Mehltau über großen Teilen der Welt, auch über unserem Land. Mit allen Kräften und Mitteln wird gegen das Virus gekämpft. Unser Gesundheitssystem ist herausgefordert wie nie zuvor. Ärzte, Krankenschwestern, Pflegerinnen und Pfleger leisten vielfach fast Übermenschliches. Die Neuinfektionen nehmen auch bei uns immer noch zu. Hoffnung macht, dass das Tempo des Anstiegs ein wenig nachlässt. Unsicher ist, ob die Kapazitäten für die intensivmedizinische Behandlung der virusinfizierten Patienten ausreichen werden. Noch fehlt es zudem an Materialien und Geräten, obwohl die Bundesregierung und die Länder alles versuchen, diese Defizite zu beheben.

GroKo-Kampf gegen Corona

Erste Hilfe steht überall obenan – für die Erkrankten und im Kampf gegen die Ansteckungsgefahr. Niemand kann heute sicher sein, ob der Höhepunkt dieser Corona-Krise nach Ostern oder erst viel später erreicht sein wird. Während die politisch Verantwortlichen hierzulande frühzeitig und kraftvoll gehandelt haben, wurde das Seuchenvirus in vielen anderen Staaten – in der USA, Großbritannien usw. geradezu fahrlässig von den Regierungen unterschätzt. Viele tausend deutsche Touristen, die in fernen Ländern gestrandet sind, haben nach dem deutschen Staat gerufen und wollten in die Heimat zurückgeholt werden. Angela Merkel und ihr Berliner Team genießen inzwischen wieder großes Vertrauen. In Krisenzeiten schart sich das Volk hinter den Regierenden – auch viele, die noch vor kurzem die GroKo zum Teufel jagen wollten.

Nun wird die CDU-,CSU- und SPD-Koalition als glückliche Fügung betrachtet. Denn neben der Ersten Hilfe im Gesundheitsbereich geht es vor allem auch um die rettenden Maßnahmen für Wirtschaft und Gesellschaft. Die riesigen Überlebensprogramme in vielfacher Milliarden-Höhe werden rasch verabschiedet. Inzwischen wirken sie bereits als Nothilfen für Arbeitnehmer, Unternehmer, Händler, Gastronomen, Soloselbständige und viele andere. Ob sie ausreichen, ob nachgesteuert und nachgelegt werden muss, wird im Bund und in den Ländern geprüft. Denn es geht vor allem darum, Leib und Leben sowie Arbeitsplätze und Existenzen zu retten. Garantieren kann dies in der Tat niemand, doch die politisch Verantwortlichen haben den Kampf dafür sehr entschlossen aufgenommen.

V,U, L oder W ?

Sie werden diesen Kampf nach dem Ende der Corona-Krise mit großem Engagement und hohem finanziellen Einsatz fortsetzen müssen, um die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verwerfungen zu beheben, um das Leben und Arbeiten wieder zu normalisieren. Schon haben sich Wirtschaftsweise und andere Experten an Prognosen zur Entwicklung in der Zeit nach Corona gewagt. Es wird dabei mit den Buchstaben V,U,L und W operiert: V steht für den rasanten Abschwung und einen schnellen Wiederaufschwung, U bedeutet ein jähes Abgleiten in ein Tief, das einige Zeit andauern und dem dann eine steile Aufwärtsbewegung bevorstehen könnte. L ist die pessimistische Variante, nämlich ein steiler Fall ins ökonomische Tal und ein langer Marsch in dieser Tiefebene. Beim W wird der Absturz gesehen, dem ein kurzes Aufbäumen, dann ein erneutes Absinken mit einem Corona-Rückschlag folgt, dem sich erst viel später ein Aufstieg anschließen könnte. Alle Varianten zeigen das hohe Maß an Unsicherheiten, denn eine solche Krise wie jetzt hat Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges noch nicht erlebt.

Ökonomische und soziale Wiederbelebung

Allerdings liegt unser Land nicht in Trümmern. Vielmehr stehen Fabriken, Verwaltungsgebäude, Läden, Handwerksbetriebe und die Infrastruktur . Weitgehend herrscht jedoch Stillstand. Und jeder Monat, in dem die Volkswirtschaft nicht auf Touren läuft, kostet etwa 3 bis 4 % des Bruttoinlandsproduktes, also gut 100 Mrd. € und mehr an Wohlstandszuwachs. Deshalb gilt es, jetzt zu überlegen, wann und wie die Wirtschaft wieder in Schwung gebracht werden soll. Als ungefähren Zeitpunkt für das ökonomische Wiederbeleben peilt die Politik den Termin an, an dem die Verdoppelung der Corona-Infizierten 14 Tage betragen wird; zur Zeit liegt dieser Wert etwa bei 11 Tagen. Die Hilfsprogramme, die für Arbeitnehmer und Unternehmer bereits von der Politik auf den Weg gebracht worden sind, belaufen sich auf ein Volumen von 1.270 Mrd. €. Vieles davon kann in Anspruch genommen werden, um das unternehmerische Potenzial unserer Volkswirtschaft wieder zu mobilisieren. Weitere Anreize sollten gezielt erfolgen – etwa Kaufprämien für Elektro- und Hybridautos, Steuererleichterungen für Investoren, Zuschüsse für Start ups, stärkerer Ausbau der Kommunikationsnetze und der digitalen Technologien. Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften kommt in einer aktuellen Studie mit dem Titel „Corona-Krise: Volkswirtschaft am Laufen halten • Grundversorgung sichern • Innovationsfähigkeit erhalten“ zu dem Schluss: „Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft müssen an einem Strang ziehen, um die Corona-Krise zu bewältigen, unsere Volkswirtschaft am Laufen zu halten und damit auch in schwierigen Zeiten unsere Lebensgrundlage zu sichern.“ Ohne massive Hilfen für unsere EU-Partner werden wir das indessen nicht schaffen. Die Hälfte unserer Exporte gehen in die europäischen Märkte. Ohne Firmen aus Italien, Spanien, Portugal und anderen Staaten werden unsere Lieferketten nicht funktionieren. Mit starken Rettungsringen für diese Länder sichern wir unser eigenes Überleben. Wer jetzt engstirnig große Hilfspakete ablehnt, begeht offenbar lieber Selbstmord aus Angst vor dem Tod. Von Berlin sollte jetzt das Signal für einen europäischen Marschall-Plan in Richtung EU ausgehen. Das wäre ein guter Start für die deutsche EU-Präsidentschaft im 2. Halbjahr 2020 und für den Marathon, den alle europäischen Volkswirtschaften in den nächsten 5 Jahren zu bewältigen haben.

Bildquelle: Pixabay, Bild von Gerd Altmann(geralt), Pixabay License

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Friedhelm Ost

leitete die ZDF Wirtschaftsredaktion, bevor er unter Helmut Kohl Regierungssprecher und schließlich CDU-Abgeordneter im Bundestag wurde. Heute ist Ost weiter als Journalist und in der Politik- und Wirtschaftsberatung tätig.


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