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Maaßen und Seehofer

Was hat sich nun eigentlich geändert innerhalb der GroKo? Zumal Horst Seehofer ja nicht aufhört, zu stänkern. Seine Hinweise, dass er die Lösung für den Verbleib seines Spezi Hans Georg Maßen unter dem Dach des Heimat-Museum- Ministeriums schon vor Tagen angedient habe, zeigt ja nur, dass er die Giftspritze zur Herstellung eines ungenießbaren Klimas in der Koalition nicht aus der Hand legen will.

Offenbar ist es ihm Wurst, ob er damit seiner Kanzlerin und der Koalition die Rückkehr zu einem Arbeitsmodus erschwert oder zur Farce macht. Zugleich düpiert er den Koalitionspartner SPD, der mühselig genug, die Rücknahme der Beförderung von Maaßen zum Staatssekretär als einen Erfolg ausmalt. Ob er wirklich glaubt, er könne den Verdacht streuen, dass Andrea Nahles in dem umnachteten Abend im Kanzleramt so blöd war, Maaßen zum Staatssekretär hoch zu loben, er aber angeblich die jetzt verkündete sparsamere Lösung   bereits angedeutet habe?  Da „wächst“ unmittelbar Vertrauen, eher aber die Hoffnung, dass nach der Bayernwahl die Ära Seehofer beendet würde und wenn nicht, erneut dass Ende der GroKo am Horizont aufscheint.

Darüber wird fast vergessen, dass Chemnitz und die rechtsradikale Verbrüderung der AfD Ausgangspunkt war für den Aufmarsch der rechtsradikalen Truppen in der ehemaligen nach Karl Marx benannten Stadt. Nicht zu vergessen, dass Maaßen die Kanzlerin glaubte korrigieren zu müssen, als er die Übergriffe auf Flüchtlinge und Hitlergrüße als Fakenews klein redete. Auch Seehofer hätte sich nach eigenem Bekunden, am Liebsten in die aufgeheizte Demo in Chemnitz eingereiht. So hatte er sein letztes erfreuliches Erlebnis, als an seinem 69. Geburtstag 69 Afghanen in das sichere Heimatland zurückgeführt wurden, was er offenbar als Geschenk zu seinem Ehrentag entgegen nahm.

Was treibt diesen Mann? Welche psychopathologische Kraft schleudert ihn immer wieder aus der Kurve, wenn ihm Angela Merkel begegnet oder wenn er glaubt, ihr ein Bein stellen zu können. Selbst in der CSU gibt es Stimmen, die ihn möglichst unvermittelt auf das Altenteil zu befördern wünschen. Was immer er für seine Partei glaubt geleistet zu haben, nichts davon  hat Bestand, zumal zu erwarten ist, dass seine Hoffnung verdirbt, Wähler von der AfD zurückzugewinnen, – wenn die Umfragen zutreffen – sich dagegen immer mehr Wähler aus dem Staube machen  und zur AfD zu wandern scheinen.

Adieu Horst Seehofer, statt den sichtbaren Rechtsruck einzuhegen, hat er ihn verstärkt. Der Demokratie hat er einen Bärendienst erwiesen.

Bildquelle: pixabay, user m5tef, CC0 Creative Commons

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Uwe-Karsten Heye

Der Print- und Fernsehjournalist arbeitete unter Gerhard Schröder als Regierungssprecher bevor er als Generalkonsul nach New York ging. Heye ist Autor mehrerer Bücher und bloggt vor allem zu den Themen Rassismus und Antisemitismus.


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